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CeBIT 2009 - Datenschutz ade – der gläserne Bürger?

06.03.200914:31 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Was muss der Staat tun und was sollte er besser lassen?

+++ Bochum (Deutschland), 5. März 2009 – Das waren nur zwei Fragen, mit denen sich die heutige Live-Talkrunde in der G Data Arena auseinandersetzte. Die Moderatoren Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph diskutierten zusammen mit ihren Gästen über die neuen Datenschutzgesetze und deren Folge für Staat und Bürger. Mit auf dem Podium saßen Dr. Alexander Dix (Landesdatenschutzbeauftragter Berlin), Dr. Bernhard Rohleder (Hauptgeschäftsführer BITKOM), Nico Reiners (Rechtsinformatiker der Uni Hannover) und Ossi Urchs (Medienexperte und Internet-Guru).



+++ Die Fragen des Tages:
Grenzen des Datenschutzes? Was kann bzw. was muss der Staat tun und was soll er lassen? Was sollten und können wir selbst für mehr Datenschutz tun?


+++ Das sagten die Experten:
Dr. Alexander Dix, Landes-Datenschutzbeauftragter:
„Wer Abends gemütlich vor dem Computer sitzt und im Internet surft, merkt meist nicht, dass ihm dabei die ganze Welt zugucken kann.“

+++ Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer BITKOM:
„Viel zu oft werden die Nutzer nicht in die Diskussion einbezogen – die Datenschutzdebatte wird dann zum ‚Diskurs zu Lasten Dritter‘. Die Datenschutzdiskussion leidet vielfach darunter, dass sie nur zwischen der Wirtschaft und den Daten-, bzw. Verbraucher-schützern geführt wird. Der eigentlich Betroffene – nämlich der Nutzer – wird jedoch bislang so gut wie gar nicht befragt.“

+++ Nico Reiners, Rechtsinformatiker der Uni Hannover:
„Wegen der schnellen technischen Entwicklung war Datenschutz durch Aufsichtsbehörden nie wichtiger als heute, da der Nutzer auf qualifizierte Hilfe und Information angewiesen ist.“

+++ Ossi Urchs, Medienexperte und Internet-Guru:
„Unser Verständnis von ‚Privatsphäre‘ hat sich ganz offensichtlich grundlegend gewandelt, wie man an den ‚Sozialen Netzwerken‘ im Web deutlich erkennen kann. Insbesondere die mittelbaren Folgen (‚Das Internet vergisst nichts‘) sind den Nutzern, wenn überhaupt, nur ansatzweise klar. Datenschutz als Schutz der Nutzer vor sich selbst ist daher heute wichtiger denn je.“

+++ Das Fazit des Moderatoren-Teams:
Wolfgang Rudolph: „Datenhygiene ist der beste Selbstschutz im Internet; Datensparsamkeit ist keine Schande.“

Wolfgang Back: „Es stellt sich heraus, dass immer noch Wissen zählt beim Surfen im Internet. Überall lauern Fallen, die manchmal unwissentlich zu familiären Problemen führen können. Die Generationen müssen viel dazu lernen.“

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