openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Mehr Frust als Lust - Technikstress mit Handys vergrätzt Anwender

12.02.200911:42 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Eleganz, Perfektion und Benutzerfreundlichkeit als Konjunkturprogramm

Hannover/Barcelona, 10. Februar 2009, ne-na.de - Kein elektronisches Gerät hat in den vergangenen zehn Jahren einen derartigen Siegeszug hinter sich wie das Mobiltelefon, bemerkt Ben Schwan in seinem Technology Review-Blog heise.de/tr/Mehr-Funktionen-mehr-Aerger--/blog/artikel/126833 . Die tragbaren Geräte, vollgepackt mit Elektronik, seien mittlerweile Hochleistungsrechner im Miniformat: „Eingebaute Kameras machen Fotos oder Videos, das Mikrofon nimmt Sprachnachrichten an, mit dem Browser geht's ins Web, mit der E-Mail-Software bleibt man ständig mit dem Büro in Kontakt", schreibt Schwan. Allerdings wird die schöne und neue Funktionswelt von den meisten Besitzern ignoriert. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Mformation http://www.mformation.com unter Mobilfunknutzern in den USA und Großbritannien kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Die rund 4000 repräsentativ ausgewählten Umfrageteilnehmer sind unzufrieden mit der Bedienbarkeit von Handys. Deshalb dominiere immer noch die klassische Sprachtelefonie – Internetanwendungen erscheinen als zu komplex. 95 Prozent der Befragten würden Datendienste ja gerne nutzen, gaben allerdings zu Protokoll, dass die Installation zu schwer sei. Als größtes Problem wird die Einrichtung eines Neugeräts gewertet. „Was eigentlich Freude bringen sollte, nämlich das Auspacken einer nagelneuen Gadget-Erwerbung, entwickelt sich erstaunlich häufig zum Albtraum", kommentiert Schwan. So sind 85 Prozent der Befragten frustriert über die Hürden bei der Inbetriebnahme des Mobiltelefons. Fast zwei Drittel sehen es als Herausforderung wie beim Wechsel der Hausbank. Was die Entwicklerszene selbstkritisch aufnehmen sollte ist folgender Satz aus der Untersuchung: „Wenn eine Anwendung nicht beim ersten oder zweiten Mal funktioniert, wird sie nicht verwendet." Die vielen Tücken bei der Neueinrichtung von Handys würden inzwischen dazu führen, dass die Industrie mit speziellen Dienstleistungsangeboten eingreift. „Einige Mobilfunkfachhändler bieten für frustrierte Kunden Wechselservices an, bei denen man sein altes Handy in den Laden mitbringt, wo ein Mitarbeiter dann die Daten mit Hilfe eines Speicherauslesers auf das noch leere Neugerät überträgt", so Schwan. Allerdings nicht kostenlos: So kassiere etwa E-Plus sechs Euro. Dafür werde allerdings nur das Telefonbuch übertragen, zuvor gespeicherte SMS, E-Mails, Bilder oder Videos lassen sich nicht mitnehmen, da letzteres selbst für Fachleute wohl zu kompliziert sei.



Die Mobilfunkhersteller müssten derweil aufpassen, dass sie durch schlecht bedienbare Handys keine Kunden verlieren. Das heikelste Stück Technik ist auch nach Erfahrung von Branchenexperten immer noch das User-Interface, die Benutzerschnittstelle. Dort, wo der Anwender das Gerät berührt, wo er Informationen abliest und eingibt, entscheidet sich, ob die Maschine das tut, was sie soll. Nicht, ob die Technik es kann, ist die Frage – sondern, ob der Benutzer selbst herausfindet, wie es geht: „Und das ohne stundenlanger Lektüre der Bedienungsanleitung. Hier machen die Hersteller unglaublich viele Fehler und überfordern die Konsumenten. Ich möchte ohne große Umwege Dinge am Gerät direkt ausprobieren. Wenn ich dann sofort auf Hindernisse stoße, verliere ich schnell die Lust, mit Anwendungen zu experimentieren. Das iPhone hat einen durchschlagenden Erfolg, weil es sofort nach wenigen Minuten intuitiv beherrschbar ist. Und es ist peinlich, dass die restlichen Handyhersteller die Apple-Lektion immer noch nicht gelernt haben", kritisiert Udo Nadolski, Geschäftsführer des Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.com/de, im Vorfeld des Mobile World-Kongresses http://www.mobileworldcongress.com, der vom 16. bis 19. Februar in Barcelona stattfindet. Der Computerunternehmer Steve Jobs demonstriere eindrucksvoll, wie man Eleganz, Perfektion und Benutzerfreundlichkeit vereinen könne. „Dieser Dreiklang des Apple-Chefs ist auch eine robuste Philosophie, um die Konsumentennachfrage anzukurbeln", sagt Nadolski.

Der Berliner Medienprofessor Norbert Bolz http://www.medienberatung.tu-berlin.de wirbt um Verständnis angesichts mancher Auswüchse an Zusatzfunktionen und Untermenüs. Gerade das Einfache sei inzwischen so schwer geworden: „Die Verführung durch die unendlich vielen technischen Möglichkeiten ist heute so groß wie nie zuvor. Deshalb gehört schon geradezu Askese dazu, auf irgendetwas verzichten zu können, sowohl als User zu verzichten auf das, was technisch möglich wäre mit einem bestimmten Gerät, aber vor allen Dingen natürlich auch als Ingenieur darauf zu verzichten, alles, was technisch möglich wäre, in ein bestimmtes Gerät hineinzubauen." Es sei geradezu ein Dilemma: Apparate, die weniger können als Konkurrenzprodukte, gelten bisweilen als technisch rückständig; Geräte, die zu viel können, sind im schlimmsten Fall unbrauchbar. Bolz hält Menüs für sinnvoll, die eine normale Ansicht und eine Expertenansicht haben, auf die man bei Bedarf umschalten kann. So sind nur die Funktionen aufgelistet, die man auch wirklich sehen will. Generell gilt: Die Benutzeroberfläche muss klar gestaltet sein – und sie soll schön sein, damit sie Appetit auf die Anwendung macht. „Ein intelligentes Nutzer-Interface gibt auf jeden Fall das Gefühl, man sei Herr der Technik, auch wenn man vielleicht in Wahrheit letztlich doch der Sklave der Maschine bleibt. Aber dieses Gefühl, ich bin der Souverän im Umgang mit meinen Technologien, ist, glaube ich, unverzichtbar dafür, dass man Lust bekommt, sich auf die Möglichkeiten der Technik überhaupt einzulassen. Und meines Erachtens ist Lust der Königsweg zur Nutzung der modernen Technologien, was man übrigens an unseren eigenen Kindern am besten studieren kann", meint Bolz. Geniale Produktkonzepte wie das iPhone oder der iPod sollten nach Meinung von Dieter Conzelmann, verantwortlich für den Industriebereich beim Technologiespezialisten Bizerba http://www.bizerba.de, auch von der Investitionsgüterindustrie übernommen werden. „Wer heute einen iPod nutzt, geht automatisch davon aus, ähnliche Bedienelemente auch auf anderen Geräten zu finden". Vor rund drei Jahren stellte sein Unternehmen deshalb eine äußerst effektive Regel auf: Ingenieure gehen bei der Erstinstallation mit zum Kunden, damit sie dort lernen, wie der Bediener mit dem Gerät umgeht – und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Das sei sehr heilsam gewesen, sagt Conzelmann, der selbst jahrelang in der Entwicklung tätig war. Auf diese Weise kam man auch darauf, wie wichtig gerade in der Lebensmittelindustrie der Einsatz von Symbolen ist. Denn auch Aushilfskräfte und angelernte Mitarbeiter müssten die Maschinen sicher steuern können. Wörter wurden daher auf den Bedienoberflächen, wo es ging, durch einprägsame Piktogramme ersetzt, etwa bei Preisauszeichnungssystemen. Die elementaren Prinzipien für gutes Interface-Design sind nach Erfahrungen von Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de, immer dieselben: „Anstatt darum zu kämpfen, die Maschine zu verstehen, wollen wir uns von der Maschine verstanden fühlen", so das Credo von Pape.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 281476
 1246

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Mehr Frust als Lust - Technikstress mit Handys vergrätzt Anwender“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009 - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mit Bildern, kurzen Texten, Blog-Beiträgen oder Links, die sie interessant finden. „Es lässt sich kaum leugnen: Wir sind zum Glück nicht mehr Papst, wir sind jetzt Netz. Die Menschen haben begonnen, wichtige Teile ihres gesellschaftlichen Treibens ins Internet zu verlag…
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009 – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen auf, die unverschuldet in Not geraten sind und bei denen unerwartete Liquiditätsengpässe auftreten. Eine Möglichkeit bestünde in einfachen und schnellen Verfahren, um Steuern und Sozialabgaben vorübergehend zu stunden oder Vorauszahlungen anzupassen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Einseitig.info beim Bücherbummel auf der KöBild: Einseitig.info beim Bücherbummel auf der Kö
Einseitig.info beim Bücherbummel auf der Kö
… besonders einseitigen Gefühlen, vor allem dem Neid. Was ist ein Neidhammel? Die immer wieder aufkeimende angebliche „Neiddebatte" ist konsequent zu Ende zu denken. In Kurzgeschichten, Glossen und Essays werden Neid und Rache, Geiz und Teilhabe, Frust und Lust zu verbalen Wurfgeschossen, die manche etablierte Zeitung und Autoren vor Neid erblassen lassen.
Bild: Wintertipps für iPhone & Co.: So schützen Sie Ihr Handy vor dem KältetodBild: Wintertipps für iPhone & Co.: So schützen Sie Ihr Handy vor dem Kältetod
Wintertipps für iPhone & Co.: So schützen Sie Ihr Handy vor dem Kältetod
München, 1. Februar 2012 – Sibirische Kälte in Deutschland. Die eisigen Temperaturen setzen nicht nur dem menschlichen Körper zu: Auch Handys, insbesondere Smartphones mit Touchscreen, reagieren empfindlich auf die Minusgrade. Damit kein Frust bei Frost aufkommt, geben die Experten von CHIP Online wertvolle Wintertipps. Kälte kann Handys auf vielfältige …
Bild: Großes Weihnachtsgewinnspiel bei Handytarife.deBild: Großes Weihnachtsgewinnspiel bei Handytarife.de
Großes Weihnachtsgewinnspiel bei Handytarife.de
… sein... Viel Spaß beim rätseln und viel Glück beim Gewinnspiel wünscht das Team von Handytarife.de! *** Handytarife.de - Das unabhängige Internet-Portal rund um Handys und Tarife Die Möglichkeit, individuelle Tarif-Recherchen über den Tarifrechner durchzuführen, ist nur eines von zahlreichen Angeboten von www.Handytarife.de. Die unabhängigen Tarifspezialisten …
Kochen ohne Behinderung - Kochen mit links - Frust oder Lust?
Kochen ohne Behinderung - Kochen mit links - Frust oder Lust?
… 12.10.2008 in der Jugendherberge Bad Honnef das erste Kochseminar in Deutschland mit Menschen, die nur mit einem Arm kochen können. Zum Seminar „Kochen mit links: Frust oder Lust, sind Menschen eingeladen, denen wegen einer Armamputation, Armplexuslähmung, in der Folge eines Schlaganfalls oder einer Tumorerkrankung nur eine funktionstüchtige Hand zur …
Bild: Lust und Frust im PferdestallBild: Lust und Frust im Pferdestall
Lust und Frust im Pferdestall
… ausgeprägter Form: Ehrgeizig im Umgang mit den Pferden, engagiert bis zur Streitlust. Von der Lust am Reiten (und am Streiten) ist es aber nicht weit bis zum Frust. Für die Autorin bedeutete das eine jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung und am Ende ein Umzug mit Mann, Maus und Reittieren aus dem Rheinland nach Schleswig-Holstein. Herausgekommen ist dabei …
Bild: DOCBOX®: Digitale Buchführung leichtgemachtBild: DOCBOX®: Digitale Buchführung leichtgemacht
DOCBOX®: Digitale Buchführung leichtgemacht
Lust statt Frust bei der Buchhaltung Buchführung darf auch Spaß machen: Diesen Wunsch können wir Ihnen erfüllen. Machen Sie Schluss mit Papierbergen an Rechnungen, Lieferscheinen oder Gutschriften, die Ihren Schreibtisch, Ihre Aktenordner und Ihr Archiv füllen. Jede Menge an Dokumenten sammelt sich im Büroalltag an. Manchmal gehen einzelne Belege verloren, …
Bild: Reisekostenabrechnung mit dem HandyBild: Reisekostenabrechnung mit dem Handy
Reisekostenabrechnung mit dem Handy
München/Schöngeising, 11. Februar 2008, Mit der neuen Handy- und Smartphone- Applikation wird der Reisekostennachweis zum Kinderspiel Anwender vermeiden den üblichen Frust, sparen Zeit und Kosten. Die mobile Software unterstützt die gängigsten Handy- und Smartphone-Geräte. "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen". So beginnt Matthias Claudius …
Bild: Blogspot Tabitha LandisBild: Blogspot Tabitha Landis
Blogspot Tabitha Landis
Unter dem Pseudonym Tabitha Landis wurden bereits die beiden Werke: Durchpariert- Lust und Frust im Pferdestall und "Dunkle Träume-Domaris" vorgestellt. Nun wird in einem Blog die Geschichte von Chicco und Lord Berry in einem kleinen Pferdestall aus Sicht von Chicco erzählt. Chicco berichtet über seinen Einzug in den Stall, seinen Freundschaften und …
Ran an den Speck: mit Mentaltraining Schlanksein und Schlankbleiben leicht gemacht
Ran an den Speck: mit Mentaltraining Schlanksein und Schlankbleiben leicht gemacht
… guter Zeitpunkt, um dem Winterspeck zu Leibe zu rücken. Mentale Unterstützung beim Abnehmen bietet das neue Buch der NLP-Lehrtrainerin Angela Landvogt, „Schlanksein: Frust oder Lust?", erschienen im neuen Kleinverlag Edition Quadtrivium. Keine Gymnastiktipps und garantiert rezeptfrei – so präsentiert sich ein ungewöhnliches Arbeitsbuch zum Thema Abnehmen …
Bild: Spreed Online Meeting steigert Produktivität mit mobilen AppsBild: Spreed Online Meeting steigert Produktivität mit mobilen Apps
Spreed Online Meeting steigert Produktivität mit mobilen Apps
… - das Erfolgskonzept für schnelle, unkomplizierte und sichere Webmeetings und Telefonkonferenzen, ab jetzt in neuer Version für Smartphone- und Tablet-Anwender. Virtuelle Konferenzen ohne Technikstress von jedem Ort der Welt? Das geht nun noch besser: Mit der kostenlos verfügbaren App "Webinar" setzt der führende Meetingservice Spreed teamübergreifende …
Sie lesen gerade: Mehr Frust als Lust - Technikstress mit Handys vergrätzt Anwender