(openPR) Elefanten- und Flusspferd-Haltung nicht artgerecht
Darmstadt • Tierrechtler und Tierrechtlerinnen kritisieren immer wieder die Haltung von Tieren im Zirkus. Das Amtsgericht Darmstadt sah es am 10.02.09 als erwiesen an, dass den Tieren im Circus Krone erhebliche Leiden und Schmerzen zugefügt wurden aufgrund nicht artgerechter Haltung. Zum einen ging es um fehlende Beschäftigungsmöglichkeit für die Elefanten, zum anderen um die nicht ausreichende Temperatur für das einzeln gehaltene Flusspferd. Ferner erging die Auflage, dass sämtliche anderen Vorgaben des Veterinäramts Darmstadts, dass das Verfahren eingeleitet hatte, erfüllt werden müssen, z.B. genügender Auslauf für die Pferde sowie mehr Bewegungsmöglichkeiten für die Schweinsaffen.
Anlässlich der Verhandlung rief die TierrechtsInitiative Rhein-Main zu einer Mahnwache vor der Verhandlung auf und beobachtete den Prozess.
In der Urteilsbegründung heißt es z.B. ausdrücklich, dass Elefanten Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie eine Scheuermöglichkeit benötigen. Selbstverständliche Handlungen wie Hautpflege und Futteraufnahme zähle nicht zum Beschäftigt-Sein. Diese Feststellung könnte Signalwirkung haben, denn kaum ein Zirkus bietet seinen Tieren Beschäftigungsmöglichkeiten. Als Konsequenz fangen die Tiere stereotype Verhaltensweisen an, z.B. das so genannte Weben.
Die ehrenamtlich Aktiven der TierrechtsInitiative Rhein-Main kündigen an, nach wie vor sehr genau die durchreisenden Tierzirkusse im Auge zu behalten. Schließlich sind die Vorgaben in den Zirkusleitlinien Mindest(!)anforderungen. »Es ist traurig, dass selbst diese minimalen Bedürfnisse der Tiere nicht erfüllt werden und erst (Jahre später) vor Gericht durchgesetzt werden müssen. Die meisten Anzeigen, die wir wegen schlechter Tierhaltung in Zirkussen erstatten, verlaufen wegen so genanntem mangelnden öffentlichen Interesses im Sande«, bedauert Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main.
Jetzt wurde tatsächlich einmal ein Verfahren eingeleitet und der gut gefüllte Gerichtssaal zeigte, dass durchaus öffentliches Interesse vorhanden ist. Die Tierrechtler und Tierrechtlerinnen hoffen, dass Amtsveterinärämter nun bestärkt sind, die Tierhaltung genauer unter die Lupe zu nehmen und bei Verstößen ebenfalls die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, was zumindest das Leiden der Tiere ein wenig mindern würde.
Aus Sicht der Tierrechtler und Tierrechtlerinnen ist eine artgerechte Haltung – für kein Tier – im Zirkus möglich, so dass sie fordern, Tierhaltung im Zirkus komplett abzuschaffen und tierleidfreie Alternativen zu nutzen.













