(openPR) Vom 29. Januar bis zum 15. März 2009 (Vernissage: Mittwoch, den 28. Januar um 19 Uhr) zeigt die Galerie am Gendarmenmarkt in Berlin eine Sonderausstellung zum Thema »Das Tier«.
Neben der Darstellung des Menschen in der figürlichen Bildhauerei ist die des Tieres seit Jahrhunderten ein wichtiges Sujet, weil die Auseinandersetzung mit dem Tier eine besondere Seite der Befindlichkeit des Menschen zeigt. Dabei sind die Beziehungen zum Tier gespannt vom reinen Utilitarismus bis zur inniglichen Verbundenheit.
Auch die Philosophen spannen das Verhältnis von Mensch und Tier in dieser Breite. Für Aristoteles waren die Tiere ohne Verstand und lediglich für Dienstleistungen und als Nahrung brauchbar.
Bei Immanuel Kant sind Tiere schlicht Sachen. Voltaire entdeckte im Hund dieselben Empfindungsorgane wie beim Menschen und Arthur Schopenhauer fand grenzenloses Mitleid mit allen lebenden Wesen.
In der künstlerischen Darstellung der Tiere überwiegt wohl eher die emotionale Seite, die Bewunderung für bestimmte Eigenheiten des Tieres, für seine Bewegungsabläufe und charakteristische plastische Formen werden zur Herausforderung für den Bildhauer.
Das Schleichen der Katze, der Sprung des Gepards oder das Klettern der Affen rufen Bewunderung hervor.
Hinzu kommt eine gewisse Symbolhaltigkeit verschiedener Tiere wie die Klugheit der Eule, die List des Fuchses, die Erhabenheit des Pferdes, die Sturheit des Esels oder die Falschheit der Hyäne.
Ein gestürzte Pferd bewegt allein vom Sujet her die Gemüter zutiefst.
Insofern vermittelt der Leib des Tieres andere Emotionen als der menschliche Körper, der zumindest im Akt das Ringen um Meisterung plastischer Abläufe immer mit dessen erotischer Ausstrahlung verbindet.
Formal ist der Tierkörper auf andere Weise reizvoll, wie er inhaltlich mit besonderen Assoziationen verbunden ist.
Es gibt Bildhauer, die sich vorrangig der Tierplastik widmen, wie August Gaul oder Heinz Theuerjahr, andere, die sich sowohl der menschlichen Figur als auch dem tierischen Leib widmen, wie Gerhard Marcks, Waldemar Grzimek oder Jo Jastram und schließlich jene, die sich nur gelegentlich dem Tiere zuwenden, wie Joachim Dunkel, Erich F. Reuter oder Joachim Karsch.
Die Ausstellung fasst alle Möglichkeiten zusammen und zeigt Skulpturen von zwölf ver-schiedenen Bildhauern unterschiedlicher Generationen.
Ergänzt wird sie durch Druckgrafik zum Thema von zehn Künstlern.
Mit dieser Ausstellung widmet sich die Galerie einem speziellen Sujet der figürlichen Plastik, gleichfalls in dem Bemühen zu zeigen, dass sie nicht Abklatsch der Natur ist.
Figürliche Plastik besetzt die Mitte zwischen Natur und anderen dreidimensionalen gegenstandslosen Äußerungen unterschiedlichen Anspruchs. Sie sucht im Gegebenen das Neue, sowohl im menschlichen Körper als auch im tierischen Leib.
(28.1.2009)
Dr. Wilfried Karger
Galerist
Taubenstraße 20
10117 Berlin
Telefon 0[049]30 20648417
Telefax 0[049]30 20648418
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Internet
www.galerie-am-gendarmenmarkt.com
Über das Unternehmen
Die Galerie
Am 1. Dezember 2004 eröffnete die Galerie am Gendarmenmarkt in der Taubenstraße 20, unmittelbar am beeindruckenden historischen Architekturensemble in Berlins Mitte ihre erste Ausstellung.
Ihr Schwerpunkt ist die figürliche Skulptur, die in der Kunstgeschichte Berlins seit dem 19. Jahrhundert eigentlich eine hervorragende Rolle gespielt hat, wogegen sie heute im aktuellen Kunstgeschehen eher stiefmütterlich behandelt wird.
Die Galerie am Gendarmenmarkt knüpft an eine bedeutende künstlerische Tradition der Stadt an, an die »Berliner Bildhauerschule des 19 Jahrhunderts«, die bis in die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrem Bemühen um die Gestaltung der menschlichen Figur in der Plastik hinein wirkte.
Die Berliner Bildhauerschule ist eine Kunstrichtung der realistischen und naturalistischen Porträt- und Denkmalskunst im 19. Jahrhundert, der etwa 400 Bildhauer angehörten.
Hier knüpft die Galerie am Gendarmenmarkt an: Werke bedeutender Bildhauer, die sich innerhalb der vielfältigen Möglichkeiten plastischen Gestaltens im 20. Jahrhunderts – wie Kubismus, Assemblage, Kinetik usw. – und besonders entgegen der Vorherrschaft des Abstraktionismus auf dem westeuropäischen Kunstmarkt nach 1945 der menschlichen Figur verschrieben haben, wie Theo Balden (1904–1995), Heinrich Drake (1903–1994), Fritz Cremer (1906–1993), René Graetz (1908–1974), Waldemar Grzimek (1918–1984), Ludwig Kasper (1893–1945), Gerhard Marcks (1889–1991), Gustav Seitz (1906–1969) und Hans Wimmer (1907–1989), sind im Bestand der Galerie bzw. Bestandteil ihrer Ausstellungstätigkeit.
Es folgt die Generation, zu der die Bildhauer Joachim Dunkel, Wieland Förster, Gerd Jaeger, Richard Heß, Sabina Grzimek, Ingeborg Hunzinger, Waldemar Otto und Karl-Heinz Krause gehören, die sich weiterhin der menschlichen Figur widmen.
In der neuen Ausstellungsreihe »Junge BildhauerInnen« beginnt die Galerie im Jahr 2008 die jüngste Generation figürlicher Bildhauerei in Berlin vorzustellen. Die Reihe beginnt mit Plastiken, Reliefs und Zeichnungen von Sarah Esser, einer Absolventin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Das Bemühen um das Menschenbild vereint die Galerie am Gendarmenmarkt mit den Traditionen der Berliner Bildhauerschule über alle unterschiedlichen Richtungen hinweg.
Daneben widmet sich die Galerie am Gendarmenmarkt auch der Malerei jener Generation, die zunächst in der Zeit des Nationalsozialismus in die Emigration getrieben wurde und danach, entweder aufgrund der Formalismusdebatte im Osten oder wegen des entgegengesetzten Diktats der Gegenstandslosigkeit im Westen Deutschlands, nicht die ihrem künstlerischen Rang entsprechende Würdigung erfahren hat.
Ausstellungen und Werke der Maler Hermann Bachmann (1922-1995), Charles Crodel (1894–1973), Albert Hennig (1907–1098) und Carl Marx (1911–1991) stehen für diese ›verlorene‹ Generation.
Während Galerien naturgemäß auf neueste Tendenzen künstlerischer Leistungen setzen, diese erfassen und vorausschauend fördern, orientiert sich die Galerie am Gendarmenmarkt seit ihrer Gründung sowohl in der Bildhauerei als auch in der Malerei insbesondere auf die Bewahrung zeitloser, überkommener Qualitätsmaßstäbe in der bildenden Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, auf dass diese verdienter Maßen im Blickfeld bleiben und nicht verloren gehen, auf dass jenes, was von künstlerischem Rang ist, sich behauptet gegenüber aktuellen Tendenzen einer sich im Vormarsch befindenden Eventkultur.
Ergänzt wird der Bestand der Galerie durch Werke weiterer Künstler, wie beispielsweise Manfred Butzmann, Sabine Heller, Friedrich B. Henkel, Horst Janssen (1929-1995), Wolfgang Mattheuer (1927-2002), Kerstin Seltmann, Ursula Strozynki oder Veronika Wagner.
Internet
www.galerie-am-gendarmenmarkt.com
Die PR-Beratung
Dr. Hermann Büchner berät die Galerie in Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und realisiert den Internet-Auftritt. Seine Kompetenz als ›gelernter‹ Kunsthistoriker und langjährige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Kunstvermittlung kommen ihm dabei besonders zugute. PR + WEB-DESIGN wurde 2002 gegründet und nimmt neben Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit vor allem Aufträge zur Gestaltung und Betreuung von Internet-Auftritten im Bereich Kunst und Kultur wahr. Zu den Kunden zählen bildende Künstler, Galerien, Kunsthandlungen und Kunstvereine, Rechtsanwälte und freie Autoren.
Internet
www.pr-und-web-design.de