(openPR) Das Internet und insbesondere das so genannte "Social Web" bieten für den Hamburger Obdachlosen Uwe zahlreiche Möglichkeiten, eine große Anzahl potenzieller Spender und Förderer anzusprechen. Doch auch das "Web 2.0" ist kein Allheilmittel...
Die Idee entstand spontan, auf der Straße, für die Straße:
Auf meinem Heimweg vom Kaffee-Trinken in der Hamburger Innenstadt begegnete mir Uwe - am Sonntag, den 25.01.2009. Uwe hat Geburtstag und fragt mich nach Geld. Für seinen Ehrentag wünscht sich Uwe einen Schlafplatz und mag mich deshalb auch gern um etwas mehr bitten.
Da kommt mir die Idee: Warum sollte ich immer nur über Online-Fundraising lesen oder schreiben? Warum nicht einfach: Machen?!
Kurzerhand sitzen Uwe und ich im nächstliegenden Café und machen gemeinsam ein erstes "Strategie-Gespräch", die "Obama Strategie" wollten wir übertragen auf einen Hamburger Obdachlosen, die Möglichkeiten des "Social Web" nutzen für soziale Arbeit vor der Haustür.
Inzwischen sind in weniger als 2 Tagen mehr als 100 Euro, 7 Kleidungsstücke (dicke Pullis und Schuhe!), ein Essensgutschein und viele Ideen und Angebote eingegangen, nicht zuletzt aber auch Aufmerksamkeit und konkrete Hilfsangebote für Uwe.
Warum die Aktion funktioniert, leuchtet ein: Uwe will kämpfen. Seine Augen leuchten, als ich ihm von den Möglichkeiten des Internets erzähle. Erstmals darf er jemandem frei heraus von seinen Träumen erzählen: Ein Nachtcafé für Obdachlose in Hamburg. Eine Gelegenheit zum Aufwärmen, ohne Alkohol, aber mit ein paar Snacks, warmen Suppen, Tee, Kakao und vor allem Austausch und Geborgenheit.
Aber auch die erste Skepsis verschafft sich Gehör in unseren Köpfen. Bei Uwe, bei manchen Besuchern und nicht zuletzt auch bei mir. Was, wenn der Support abebbt? Was, wenn das neue Medium und die Möglichkeiten des so genannten "Social Webs" so sozial gar nicht sind? Haben wir es hier möglicherweise mit einer zwar schnellen Erregung von Öffentlichkeit, dafür aber mit eher kurzfristiger Aufmerksamkeit zu tun?
Es bleibt ein spannendes Experiment. Uwe und ich wollen nicht aufgeben, denn wie wir an Obama's Wahlkampf gesehen haben, lässt sich im Netz eine Menge bewegen. Es kommt allerdings darauf an, die Sprache der Wähler, die Sprache der Unterstützer zu sprechen und ihnen auch Feedback zu geben, sowie Kritik anzunehmen. Das Web 2.0 ist keine Einbahnstraße, und auch Uwe und ich werden uns möglicherweise Kritik und klare Worte anhören müssen im Verlauf des Projektes, sobald der Zauber des Anfangs nicht mehr genügt, um Förderer und Helfer zu begeistern.
Dennoch: Es ist einen Versuch wert, soziale Arbeit mit dem sozialen Web zu verknüpfen. Uwe bekommt nun ein Gesicht, eine Plattform, einen Namen. Und nicht zuletzt: Die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht, als ein Mensch unter vielen, eine Seele und ein Wille unter Gleichen.
Für weitere Informationen schaut vorbei auf http://www.socialblogger.de/aktion-uwe/
Mich erreicht Ihr außerdem über:
mail (at) socialblogger.de
Danke,
Ole Seidenberg











