(openPR) Primärenergieverbrauch gleiches Niveau
Hamburg, den 30. Dezember 2003 - Nach vorläufigen Berechnungen der ExxonMobil, Hamburg, Muttergesellschaft von Esso und Mobil, lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2003 mit rund 490 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten ähnlich wie im Vorjahr. Bei den einzelnen Energieträgern gab es allerdings deutliche Unterschiede. Während der Anteil des Mineralöls um einen vollen Prozentpunkt auf 36,2 Prozent zurückging, setzte sich der Anstieg des Erdgases von 21,7 auf 22,5 Prozent fort. Die nicht nur zur Verstromung eingesetzte Steinkohle konnte ihren Anteil am Primärenergieverbrauch von 13,1 auf 13,6 Prozent steigern.
Zu diesem Ergebnis trugen zwei gegenläufige Faktoren bei: Das Wetter im Jahr 2003 war deutlich kälter als im Vorjahr, so dass mehr Energie für die Raumwärme aufgewendet werden musste, der Mehrverbrauch bei Erdgas stammt z.B. ausschließlich aus dem ersten Quartal. Andererseits sank durch die schwache Konjunktur der Absatz der im Verkehrsbereich eingesetzten Mineralölprodukte.
Mineralölabsatz in Deutschland 2002/2003 in Millionen Tonnen
2003 2002 +/- %
Inlandsabsatz 113,5 117,8 - 3,7
davon
Ottokraftstoff 25,7 27,2 - 5,5
Dieselkraftstoff 27,8 28,6 - 2,9
Leichtes Heizöl 27,9 28,5 - 2,3
Schweres Heizöl 6,6 6,9 - 3,8
Übrige Produkte 25,5 27,0 - 5,6
In 5 Jahren über 10 Prozent Rückgang beim Öl
Wie in den Vorjahren sank auch im Jahr 2003 der Inlandsabsatz an Mineralölprodukten gegenüber dem Vorjahr. Mit 113,5 Millionen Tonnen lag er um 3,7 Prozent unter dem Absatz des Jahres 2002. Noch 1998 betrug der Inlandsabsatz 127,4 Millionen Tonnen, womit in 5 Jahren ein Rückgang von über 10 Prozent eingetreten ist. Der Grund liegt im wesentlichen in Effizienzverbesserungen. Bessere Wärmedämmung in Häusern, bessere Kessel und Brenner haben den Heizölverbrauch gesenkt; die Fahrzeuge der neueren Generation sind erheblich sparsamer als die Altfahrzeuge, die aus dem Markt gehen. Die Lenkungswirkung der sogenannten Ökosteuer ist nicht eingetreten, denn an der Gesamtfahrleistung hat sich nicht viel geändert. Zwar ist die durchschnittliche Jahresfahrleistung der einzelnen Fahrzeuge gesunken, gleichzeitig ist die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge gestiegen.
Deutlich weniger Kraftstoff -
Mit 5,5 Prozent war der Rückgang bei Ottokraftstoff am stärksten. Statt 27,2 Millionen Tonnen wie im Jahr 2002 wurden 2003 nur noch 25,7 Millionen Tonnen in Deutschland abgesetzt. Bei Diesel war der Rückgang nicht ganz so stark; er betrug 2,9 Prozent, so dass im Inland noch 27,8 Millionen Tonnen verkauft wurden, rund eine Million Tonnen weniger als im Vorjahr. Für diese Entwicklung sind mehrere Faktoren von Bedeutung. Für beide Kraftstoffarten gilt, dass der Absatz im Inland nicht dem Verbrauch im Inland entspricht. Durch die hohen Steuern auf Kraftstoff (rund 75 Prozent des Verkaufspreises bei Ottokraftstoffen und rund 55 Prozent bei Diesel) wurden viele Autofahrer verleitet, in den angrenzenden Nachbarländern erheblich günstiger zu tanken. Dieser sogenannte Tanktourismus führt nicht nur zu unnötigen Verkehrsbewegungen, sondern auch zu weiteren Steuerausfällen, da häufig im Ausland auch weitere Waren eingekauft wurden.
Bei dem Rückgang des Ottokraftstoffes ist außerdem die Zunahme des Anteils an Dieselmotoren bei den Kfz-Neuzulassungen zu berücksichtigen, der in Deutschland knapp unter der 40 Prozent-Grenze liegt; in Österreich hat er bereits 70 Prozent erreicht.
Weniger Heizöl trotz kälteren Wetters
Der Heizölkonsum im Inland ging trotz niedrigerer Temperaturen um 2,3 Prozent zurück und sank damit auf 27,9 Millionen Tonnen. Zwar brachten die Monate April und Mai durch die vorangegangene kältere Witterung einen Mehrabsatz gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres, die Effizienzsteigerungen auf dem Gebiet der Raumheizung führten jedoch insgesamt zu Einsparungen von über 650.000 Tonnen. Die Verbraucher verhielten sich wie in den Vorjahren wieder äußerst preisbewusst und kauften bei niedrigem Preis verstärkt ein. Diese Möglichkeit haben insbesondere die deutschen und schweizerischen Verbraucher, da sie über die im weltweiten Vergleich höchsten privaten Tankraumkapazitäten verfügen.
Schweres Heizöl leidet unter Konjunkturflaute
Der Absatz an schwerem Heizöl ging von 6,9 auf 6,6 Millionen Tonnen zurück, beinahe um 4 Prozent. Wegen der immer schärfer werdenden Umweltauflagen in Deutschland wird schweres Heizöl nur noch in Industrieanlagen eingesetzt, die auf die Verbrennung dieses Einsatzstoffes eingerichtet sind. Die schleppende Konjunktur in Deutschland machte sich daher für diesen industriellen Einsatzstoff besonders bemerkbar.
Flugturbinenkraftstoff weiter im Aufwind -
Die Erholung des Luftverkehrs lässt sich an dem Anstieg des Flugturbinenkraftstoffes um 1,6 Prozent auf rund 6,9 Millionen Tonnen ablesen. Dieses wichtigste Produkt in der Gruppe der übrigen Mineralölprodukte konnte aber den Rückgang um 5,6 Prozent auf nur noch 25,5 Millionen Tonnen nicht verhindern.
Starker Euro schützt den Verbraucher
Der Verbraucher wurde durch den Höhenflug des Euro vor dem Anstieg des Ölpreises weitgehend geschützt. Während der Durchschnittspreis für ein Barrel Rohöl im Januar 2002 bei 19,5 Dollar lag, war er im letzten Halbjahr 2003 häufig über der 30 Dollargrenze zu finden. Im Jahresdurchschnitt 2003 lag der Preis für ein Barrel Öl mit 28,8 Dollar um 4 Dollar über dem Preis vom Vorjahr. In Euro ausgedrückt befand sich der Barrelpreis 2003 jedoch mit 25,58 Euro um 0,9 Euro unter dem Vorjahrespreis. Das lag an dem um fast 20 Prozent stärker gewordenen Euro, für den im Jahresdurchschnitt 2002 noch 1,06 Euro bezahlt werden mussten, im Durchschnitt des Jahres 2003 aber nur noch 0,88 Euro. Ende Dezember lag der Kurs sogar bei 0,81 Euro für einen US-Dollar. Dass der Benzinpreis pro Liter im Jahresdurchschnitt von 103,2 im Jahr 2002 auf 108,0 cent im Jahr 2003 an der Tankstelle gestiegen ist, lag wesentlich an der zum 1.1.2003 letztmalig wirksam gewordenen sogenannten Ökosteuer in Höhe von 3,6 cent/Liter. Der Rest ging auf das Konto der internationalen Benzin- und Heizölpreise, die viel stärker gestiegen waren als das Rohöl. Aber auch hier half der starke Euro. Bei Heizöl lag der Verbraucherpreis für einen Liter Heizöl inklusive Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer mit 36,5 cent/Liter um 1,1 cent höher als im Vorjahr; im Vergleich zu den Beschaffungskosten, die in Dollar erheblich gestiegen waren, ebenfalls ein geringfügiger Anstieg.
Woher kam das Rohöl 2003?
Die Rohöimporte nach Deutschland erhöhten sich im Jahr 2003 um 2,4 Prozent auf 107,2 Millionen Tonnen. Dabei baute die GUS ihren Vorsprung vor den anderen Lieferanten weiter kräftig aus: Mit 42,2 Millionen Tonnen erhöhte sie ihren Beitrag aus dem Vorjahr um 3,7 Millionen Tonnen. Die norwegischen Lieferungen blieben mit 22,2 Millionen Tonnen unverändert, Großbritannien lieferte nur noch 11,2 Millionen Tonnen. Der gesamte OPEC-Beitrag lag mit 20,8 Millionen Tonnen unter der 20 Prozent-Grenze, der Nordsee-Beitrag blieb mit 35,5 Millionen Tonnen fast unverändert. Die Förderung inländischen Rohöls erhöhte sich um 100.000 Tonnen auf 3,8 Millionen Tonnen, weil bei dem anhaltend hohen Rohölpreis auch die hiesige kostenintensive Förderung rentabel blieb. Die Produktenimporte sanken um 1 Million Tonnen, die Produktenausfuhr erhöhte sich um 1 Million Tonnen, womit ein Großteil der erhöhten Rohölimporte erklärt ist.
Die Raffinerien behielten ihre Verarbeitungskapazität mit rund 114 Millionen Tonnen unverändert bei. Infolge des höheren Rohöldurchsatzes stieg ihre Auslastung von 93,8 auf 96,3 Prozent.







