(openPR) Am 29. November 2008 hält Prof. Dr. Arno Gruen im Rahmen der »Open
Lectures« an der AVA / Academy of Visual Arts einen Vortrag zu dem Thema:"Sieg des Kapitalismus - Verlust des Mitgefühls".
Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr
Eintritt: 10,00 EUR / Studenten 7,00 EUR
Ort:
Aula der AVA Academy of Visual Arts / Frankfurter Akademie
Ostparkstraße 47 – 49
60385 Frankfurt am Main
www.academy-of-visual-arts.de
Kartenreservierung unter:
mehr unter "Open Lecture" auf : http://www.academy-of-visual-arts.de
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Mit einem Vortrag Prof. Dr. Arno Gruen starten am 29. November 2008 die „Open Lectures“ an der AVA Academy of Visual Arts, Frankfurt
Psychoanalyse und Kommunikations-Design – das hat einen bitteren Beigeschmack. Wir denken an die gezielte Manipulation der Massen im 3. Reich, an die Verführungen zum Konsum, vor allem daran, dass psychoanalytische Erkenntnisse immer wieder heran gezogen wurden und werden, um den Menschen zu Handlungen zu veranlassen, die er von sich aus wohl nie vollzogen hätte.
Für das Studium an der AVA Academy of Visual Arts gilt; eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten ist Voraussetzung dafür, kreative Lösungen für die aktuellen kommunikativen Aufgaben zu entwickeln. In diesem Sinne ist jeder Kommunikations-Designer nicht nur für das visuelle Erscheinungsbild jedweder gesellschaftlicher Kommunikation verantwortlich, sondern ebenso für deren inhaltliche Zielsetzung. Folglich trifft ihn – ob er sich dessen bewusst ist oder nicht – immer auch eine Mitverantwortung für die jeweils herrschenden Zustände. Um mit dieser Verantwortung gleichermaßen kritisch wie kreativ umgehen zu können, bedarf es eines eigenen Standpunktes und vor allem der Fähigkeit, tiefer liegende Zusammenhänge zu erkennen und zu reflektieren. Womit ein wesentliches Anliegen des Studiums an der AVA beschrieben wäre.
Insofern ist es für die Studierenden an der AVA nichts Außergewöhnliches, unterschiedliche Disziplinen wie Psychologie, Soziologie oder auch Philosophie mit der Ästhetik in einen kritischen Dialog zu stellen. Ein Dialog, der letztlich in der einen, stets aktuellen Frage mündet: wer oder was bestimmt unser Denken und Handeln?
Das ist eine der elementaren Fragen, denen der Psychoanalytiker Arno Gruen zeitlebens bis in die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele nachgegangen ist. Welche Ängste treiben uns um? Welche Sehnsüchte treiben uns an? Auf welche Paradiese hoffen wir?
Kommunikations-Gestaltung – oder Kommunikations-Design, wie wir heute sagen – hatte seit jeher die vorrangige Aufgabe, den Menschen in Wort und Bild den Weg in Paradies zu zeigen. Die Paradiesvorstellungen haben sich zweifelsohne geändert, aus der jenseitigen Glückseligkeit wurde ein diesseitiger Ort – die entsprechenden Geldmittel vorausgesetzt. Geblieben ist jedoch die Vorstellung; wir müssen nur den richtigen Weg einschlagen, und wenn wir alles richtig gemacht haben, was man uns aufgetragen hat, dann werden wir eines Tages eingehen in das Paradies, das uns versprochen wurde...
Gleichzeitig spüren wir; solches Denken und Handeln führt zum Verlust der Gegenwart, zum Verlust des gegenwärtigen Miteinanders, schließlich zum Verlust des Mitgefühls.
Darüber spricht Arno Gruen; wie dieser Verlust in der frühesten Kindheit sich vollzieht, wie wir lernen mussten, jene zu lieben, die uns tiefste Schmerzen zufügen, wie uns unser eigentliches Selbst genommen wurde und welche persönlichen und gesellschaftlichen Katastrophen daraus resultieren.
Mit Arno Gruen können wir lernen, dass wir als Mensch nur ganz wir selbst sein können, wenn wir im anderen Menschen die eigenen Ängste, Sehnsüchte und Hoffnungen mitfühlen, wenn wir das, was uns bewegt, miteinander teilen und so zur Sprache bringen – in Worten, Bilder und Berührungen. Womit das elementarste Motiv der Kommunikationsgestaltung beschreiben wäre...
Arno Gruen – Kurzbiografie
Arno Gruen zählt weltweit zu den renommiertesten Psychoanalytikern. 1923 wurde er in Berlin als Sohn jüdischer Eltern geboren. 1936 floh die Familie vor den Nationalsozialisten und emigrierte über Polen und Dänemark in die USA. Auf dieser Flucht nahm der 14jährige lediglich drei Bücher mit, die ihn, wie er später sagte, tief geprägt hätten: Ein Lexikon, einen Band mit Gedichten von Chaim Nachman Bialik und die Bibel.
Gruen studierte Psychologie in New York. 1961 promovierte er bei Theodor Reik. Zuletzt war er als Professor der Psychologie an der Rutgers University in New Jersey tätig. Seit 1979 lebt und praktiziert Gruen in Zürich.
Den Psychoanalytiker Arno Gruen und den Schriftsteller Henry Miller verband eine tiefe Freundschaft. Nach eigenem bekunden beeinflussten sie sich gegenseitig und Miller schrieb in den 70er Jahren; Gruen sei der einzige Psychoanalytiker, den auch Nietzsche akzeptiert und geschätzt hätte.
www.arnogruen.com









