(openPR) 8:31 stand es am Ende beim Heimkampf in der Ringerbundesliga der Johannis Grizzlys gegen den Tabellenführer SV Wacker Burghausen und doch gab es für die Zuschauer einen, nach vorherrschender Meinung sogar "den" spannendsten Heimkampf dieser Saison am Zeisigweg. Auf der Wage dachte man da noch etwas anderes, denn die Burghausener Gäste kamen fast mit ihrer kompletten Mannschaft und hatten sogar den Europameister und Olympiafünften Ungarn Basci mitgebracht.
Die 300 Zuschauer wurden jedoch schon im Vorkampf durch hochklassige Mattengefechte auf die Bundesligabegegnung eingestimmt. Die Reservemannschaft gewann gegen den SV Untergriesbach im vorgezogenem Finale der Oberligameisterschaft und schickte den SV Untergriesbach mit 26:7 nach Hause. Den Vorkampf hatte man auswärts bei den Niederbayern noch mit 21:20 verloren. So feuerte die komplette erste Mannschaft ihre „Ersatzleute“ an und trieben die Mannschaft von Betreuer Günter Baumeister zum Sieg. Damit steht die zweite Mannschaft nun mit 3 Punkte Vorsprung bei noch zwei Kämpfen weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz.
So eingestimmt ging es dann zwar Anfangs etwas zäh los. Die Auftaktbegegnungen verloren Fabian Schmitt gegen Andreas Maier und Fabian Appel gegen den körperlich überlegenen David Otiashvili. Aber dann kam schon die erste spannende Begegnung. Tim Schleicher musste gegen Martin Meier, den er aus einer Vielzahl von Finalbegegnungen bei deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften kennt, antreten. Auch wenn das Rundenergebnis mit dreimal eins zu null knapp erscheint lies der Nürnberger, letzte Woche zum zweitem Mal vom deutschem Ringer Bund zum Nachwuchssportler des Jahres gewählt nichts anbrennen. Zum Schluss konterte er ganz abgeklärt, seinen Gegner aus und holte sich ungefährdet den Sieg.
Schon ab diesem Zeitpunkt stieg die Stimmung, da sich die Untergriesbacher Fans vom Vorkampf auf die Seiten der Burghausener Ringer stellten und diese stimmkräftig anfeuerten.
In der 96 kg Klasse war die Begegnung für den deutscher Vizemeister und Ex Nürnberger Eugen Ponomartschuk eine klare Angelegenheit auch wenn Alexander Baumeister in der letzten Runde nur ein 1:1 zuließ. Sven Dürmeier knüpfte dann gegen Christoph Scherr in der 66 kg an seine gute Leistung aus der Vorwoche an und zeigte den Zuschauern, dass er momentan gut drauf ist. In einem hitzigem Gefecht, in dem Kampfrichter Karl-Peter Schmitt sich immer wieder stimmgewaltig durchsetzen musste und einige Verwarnungen aussprach, gewann er nach fünf Runden mit 3:2 Punkten.
Die Oldies in der Truppe Florian Böhm und Alexander Buchart-Holländer die sich nach wie vor für die Mannschaft zu Verfügung stellen brachten dann ihre Begegnungen zumindest ohne Verletzung über die Bühne, auch wenn sich Holländer bei einer Aktion des Olympiateilnehmers Basci einmal kurz umknickte und vor Schmerz aufschrie.
Auch Kevin Herrmann 66 kg gewöhnt sich langsam an die raue Luft in der Bundesliga. Gegen den Bulgaren Nikolay Kurtev zeigte er durch schnelle Aktionen, dass er sich verbessert hat.
Spannend wurde es dann in den beiden letzten Kämpfen von Sebastian Krieger gegen Matthias Maasch und Mario Besold gegen Mohammed Soltani.
Bei der Begegnung in der 74 kg Klasse zwischen Krieger und Maasch zeigt schon das Rundenergebnis von 3:3, 1:1,1:2 und 1:1, dass der Kampf hin und herging und sich die Gegner nichts schenkten. Letzendlich behielt der Gast durch jeweils die letzte Wertung glücklich die Oberhand.
Die letzten Reserven mobilisierte dann in der letzten Begegnung Mario Besold und kämpfte tatsächlich vier Runden bis zum Umfallen. Sein Gegner blieb nach dem Schlusspfiff erst einmal auf der Matte liegen und brauchte einige Zeit bis er wieder stehen konnte.
So konnten sich an diesem Abend viele die Anfangs einen Zusammenbruch der Moral der Mannschaft erwartet hatten vom Gegenteil überzeugen und es gab für die Johanniser allen Grund zu Feiern, was dann auch kräftig von Ringern und Fans bis spät in die Nacht gemacht wurde.
So sehen die Trainer und Sportleiter Fred Pscherer den letzten beiden Kämpfen in dieser Saison entspannt entgegen. Am 6.12 will man sich zum Saisonende gegen Freiburg bei den Sportlern nochmals bedanken.
Nicht ganz zufrieden mit ihrer Niederlage waren die Fans der Untergriesbacher Staffel. Diese mussten, nachdem sie Anhänger der Nürnberger angegriffen hatten der Halle verwiesen werden.
Gr.-röm. 55 kg Fabian Schmitt - Andreas Maier 0:3 PS 1:2 2:5 0:2 06:00
Freistil 60 kg Tim Schleicher - Martin Maier 3:0 PS 1:0 1:0 1:0 06:00
Gr.-röm. 66A kg Sven Dürmeier - Christoph Scherr 3:2 PS 4:4 0:6 3:1 1:2 1:1 10:00
Freistil 66B kg Kevin Herrmann - Nikolay Kurtev 0:4 TÜ 0:3 0:6 0:4 05:32
Gr.-röm. 74A kg Sebastian Krieger - Matthias Maasch 1:3 PS 3:3 1:1 1:2 1:1 08:00
Freistil 74B kg Mario Besold - Mohamed Soltani 1:3 PS 0:3 3:1 3:3 1:2 08:00
Gr.-röm. 84A kg Alexander Buchart-Holländer - Peter Bacsi 0:4 TÜ 0:4 0:7 2:5 05:06
Freistil 84B kg Florian Böhm - Miroslav Geschev 0:4 TÜ 0:7 0:7 0:7 03:31
Gr.-röm. 96 kg Alexander Baumeister - Eugen Ponomartschuk 23 0:4 TÜ 0:6 0:6 1:1 05:15
Freistil 120 kg Fabian Appel - Davod Otiashvili 0:4 TÜ 0:6 0:1 2:9 04:42
Zuschauer 300
Kampfrichter Karl-Peter Schmitt aus Rimbach/Hessen










