openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Brandenburg - Geplante Novellierung des Hochschulgesetzes bedroht Existenzen und Hochschuldemokratie

11.11.200820:33 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Brandenburg - Geplante Novellierung des Hochschulgesetzes bedroht Existenzen und Hochschuldemokratie

(openPR) Anspruch und Wirklichkeit der Landesregierung klaffen bei Hochschulgesetz auseinander

In der nächsten Woche soll im Landtag in Potsdam ein neues brandenburgisches Hochschulgesetz verabschiedet werden. Scheinbar sind alle strittigen Punkte innerhalb der großen Koalition geklärt, doch nicht überall stößt dieser Gesetzesentwurf auf Gegenliebe. "Unter der Federführung von Ministerin Wanka wurde aus einer großen Chance ein Sargnagel für alle Studierenden in Brandenburg", fasst AStA-Referent Florian Piepka die problematische Situation zusammen.

"Der Gesetzesentwurf öffnet Zwangsexmatrikulationen Tür und Tor", sagt AStA-Referent Sebastian Serafin - und tatsächlich: Nach dem Regierungsentwurf können die Hochschulen eine Frist bestimmen, nach deren Ablauf die Studierenden vor die Tür zu setzen sind. "Das ist eine Riesen-Schweinerei! In keinem anderen SPD-geführten Bundesland gibt es derartig restriktive Regelungen. Nicht alle Studierenden werden von ihren Eltern finanziert oder haben einen BAföG-Anspruch. Wenn solche Studierende durch Lohnarbeit gezwungen sind, Studium und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, dann droht eine Überschreitung der Regelstudienzeit um einige Semester und damit die Zwangsexmatrikulation", erklärt Malte Clausen, Geschäftsführer des bundesweiten Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS).

Das ist aber nicht der einzige Kritikpunkt: Streitfälle sind außerdem die vorgesehenen Regelungen zur Auflösung der Gremienstruktur und zur Etablierung von Auswahlkriterien beim Bachelor-Master-Übergang. "Die Auflösung der Gremienstruktur ist ganz klar ein Versuch die Demokratie an Hochschulen abzuschaffen! Die bisherige Mitwirkung aller Statusgruppen soll es so nicht mehr geben. Damit sind wir Studierende machtlos bei dem Versuch, an einer Verbesserung der Zustände an unseren Hochschulen mitzuarbeiten! Gerade in Brandenburg sollte mit den Gütern Mitbestimmung und Demokratie sorgsam umgegangen werden. Eine radikale Abschaffung, wie im Regierungsentwurf vorgesehen, die zudem unwidersprochen durch diverse Instanzen der Bearbeitung geht, macht mich komplett fassungslos", meint AStA-Referent Tamás Blénessy.

Zu den Zugangshürden beim Bachelor-Master-Übergang fasst AStA-Referent Sebastian Serafin die Position der Brandenburger Studierenden zusammen: "Die Einschränkung der Master-Zulassungen stände in eklatantem Widerspruch zum politischen Ziel die Studierendenquote zu erhöhen und damit auch den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Brandenburg auszubauen. Wenn jetzt noch nicht einmal alle Bachelorstudierenden eine Chance auf einen Masterplatz haben, wird sich endlich zeigen, dass die Wirtschaft für Schmalspurakademiker keine Verwendung hat. Zu bedauern sind dann nur die armen Bachelorstudierenden, die strukturell ins Unglück getrieben wurden, weil die mahnenden Worte der StudierendenvertreterInnen wie Cassandra ungehört blieben!"

Studierende aus allen politischen Richtungen haben in Brandenburg während der letzten Monate immer wieder versucht sich konstruktiv in die Ausarbeitung einzubringen, stießen aber bei Wankas CDU und leider auch bei der SPD auf taube Ohren. "Dass wir Studierende als die letztendlichen Adressaten dieses Gesetzes so ignoriert werden, widerspricht dem Grundsatz der Teilhabe fundamental! Es entscheiden also Menschen über unser aller Schicksal, die kaum Ahnung von unseren Problemen und den Zuständen an unseren Hochschulen haben. Ich frage mich: Was soll das? Und dann wird das Gesetz auch noch medial in den Himmel gelobt, ohne dass der Protest öffentlich wird, der in den Studierendenschaften brodelt", resümiert Matthias Wernicke, Präsident des Studierendenparlamentes der Universität Potsdam.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 258667
 1684

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Brandenburg - Geplante Novellierung des Hochschulgesetzes bedroht Existenzen und Hochschuldemokratie“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von AStA der Universität Potsdam

Bild: Bundesregierung wieder mal nicht exzellent – das BAföG sozial zu stärken ist das ZielBild: Bundesregierung wieder mal nicht exzellent – das BAföG sozial zu stärken ist das Ziel
Bundesregierung wieder mal nicht exzellent – das BAföG sozial zu stärken ist das Ziel
AStA der Universität Potsdam kritisiert Gesetzesentwürfe von Bildungsministerin Schavan zur Studienfinanzierung scharf und fordert progressive und soziale Stärkung des BAföG ein Das Bundeskabinett verabschiedete auf Vorschlag der zuständigen Bildungsministerin Annette Schavan am 21. April zwei Gesetzesentwürfe zur Studienfinanzierung - das 23. BAföG-Änderungsgesetz und das Gesetz zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms und verkündete erfreut, dass dies "spürbare Leistungs- und Strukturverbesserungen" seien. "Wir begrüßen selbstve…
Bild: Änderungen am Hochschulgesetz reine MakulaturBild: Änderungen am Hochschulgesetz reine Makulatur
Änderungen am Hochschulgesetz reine Makulatur
Gesetzesänderungsvorschläge des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur gehen an den zentralen Forderungen der Brandenburger Studierenden vorbei Bis zum Ende des ersten Quartals sollte das Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) der Landesregierung gegenüber zu anstehenden Änderungen am Brandenburgischen Hochschulgesetz Stellung beziehen (Drucksache 5/122). "Zwangsexmatrikulation, Masterzugangshürden und undemokratische Mitbestimmung in der akademischen Gremien sind Themen, die schon seit Jahren von den Referen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Juso Hochschulgruppen Brandenburg kritisieren Entwurf zum neuen Brandenburgischen HochschulgesetzBild: Juso Hochschulgruppen Brandenburg kritisieren Entwurf zum neuen Brandenburgischen Hochschulgesetz
Juso Hochschulgruppen Brandenburg kritisieren Entwurf zum neuen Brandenburgischen Hochschulgesetz
… G der Juso-Hochschulgruppe Potsdam Interessen der Studierenden in Brandenburg gefährdet Jusos an der Universität Potsdam sehen geplante Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes kritisch Wie sich in der vergangenen Woche im Wissenschaftsausschuss des Landtages zeigte, stehen Expertinnen und Experten sowohl in der Hochschulverwaltung, bei …
Bild: Brandenburg - Studierende veröffentlichen Broschüre zur Novelle des HochschulgesetzesBild: Brandenburg - Studierende veröffentlichen Broschüre zur Novelle des Hochschulgesetzes
Brandenburg - Studierende veröffentlichen Broschüre zur Novelle des Hochschulgesetzes
… veröffentlichten Positionen kritisch: "Dadurch, dass auf verbindliche Vorgaben im Bereich der Organisationsstruktur verzichtet wird, befürchten wir klare Rückschritte in der Hochschuldemokratie. Eine gleiche Beteiligung der verschiedenen Statusgruppen muss festgeschrieben sein", erklärt Florian Piepka, Referent für Campuspolitik im AStA der Universität …
Bild: Hochschulgesetz - Berliner Senat widerspricht Brandenburgischem WissenschaftsministeriumBild: Hochschulgesetz - Berliner Senat widerspricht Brandenburgischem Wissenschaftsministerium
Hochschulgesetz - Berliner Senat widerspricht Brandenburgischem Wissenschaftsministerium
AStA der Universität Potsdam und brandenburgische GEW-Studierende fordern erneut Nachbesserungen bei der Novelle des brandenburgischen Hochschulgesetzes Auf der kommenden Sitzung des Brandenburgischen Landtages soll die Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes ein zweites Mal beschlossen werden. Schon bei der ersten Abstimmung, die aufgrund einer …
Berliner Hochschulgesetz: Novelle genügt studentischen Anforderungen nicht
Berliner Hochschulgesetz: Novelle genügt studentischen Anforderungen nicht
Berlin (fzs). Am morgigen Tag wird im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses erneut eine Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes befasst. Der fzs kritisiert Teile der Novelle als nicht weitgehend genug oder als in die falsche Richtung gehend. Hierzu erklärt Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: "Bei Betrachtung der Novelle stellt …
Bild: Kooperationsvereinbarung zwischen dem TA Bildungszentrum Hameln und der Hochschule WeserberglandBild: Kooperationsvereinbarung zwischen dem TA Bildungszentrum Hameln und der Hochschule Weserbergland
Kooperationsvereinbarung zwischen dem TA Bildungszentrum Hameln und der Hochschule Weserbergland
… der HSW war durch den Dekan des Fachbereiches Prof. Dr. Jörg Schulte vertreten. Grundlage für eine Zusammenarbeit ist unter anderem die Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes vom 08. Juni 2010. Das Gesetz sieht vor, dass Meister und Fachwirte mit einem erfolgreichen Abschluss ihrer beruflichen Weiterbildung zugleich die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung …
Masterabschluss ohne Erststudium
Masterabschluss ohne Erststudium
Ganz neue Perspektiven eröffnen sich Berufstätigen nach der Novellierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes im Juli. Zum Studium in einem Masterstudiengang war bisher allein berechtigt, wer ein Studium in einem grundständigen Studiengang erfolgreich beendet hatte (gemäß § 39 Absatz 1 Satz 1 HmbHG). Neuerdings kann ein weiterbildendes Masterstudium auch …
Bild: Stellungnahme zur Novelle des rheinland-pfälzischen HochschulgesetzesBild: Stellungnahme zur Novelle des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes
Stellungnahme zur Novelle des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes
Zu der für Mittwoch vorgesehenen Verabschiedung der Novelle des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes erklärt der Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen RLP, Erik Donner: „Wir bedauern, dass die Hochschulgesetzesnovelle schon am kommenden Mittwoch und damit noch vor der parlamentarischen Sommerpause vom rheinland-pfälzischen Landtag beschlossen …
Bild: Novelle der Brandenburgischen Bauordnung hebelt Verbraucherschutz für private Bauherren in Brandenburg ausBild: Novelle der Brandenburgischen Bauordnung hebelt Verbraucherschutz für private Bauherren in Brandenburg aus
Novelle der Brandenburgischen Bauordnung hebelt Verbraucherschutz für private Bauherren in Brandenburg aus
Verbände und Kammern kritisieren drohenden Rückschritt für Brandenburg Potsdam, 17. Dezember - Die brandenburgische Landesregierung plant eine Novellierung der BbgBO. Als Begründung dienen Bürokratieabbau, die Angleichung an die Musterbauordnung sowie die Harmonisierung der Bauordnung mit den Regelungen des Landes Berlin. Einer der Hauptgründe jedoch …
Masterabschluss auch ohne Erststudium
Masterabschluss auch ohne Erststudium
Ganz neue Perspektiven eröffnen sich Berufstätigen nach der Novellierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes im Juli. Zum Studium in einem Masterstudiengang war bisher allein berechtigt, wer ein Studium in einem grundständigen Studiengang erfolgreich beendet hatte (gemäß § 39 Absatz 1 Satz 1 HmbHG). Neuerdings kann ein weiterbildendes Masterstudium auch …
„Schule und Bildung heute“, ein Fazit nach der Reform - und wie geht es weiter?
„Schule und Bildung heute“, ein Fazit nach der Reform - und wie geht es weiter?
… leitende Verwaltungsbeamte an Herrn Zirkmann das Sparen im Bildungsressort, sowie Veränderungen am G8 zu überdenken und ggf. zu überarbeiten, da durch die geplante Novellierung vielerorts die Standorte und Existenzen der Gemeinschaftsschulen als gefährdet angesehen werden. Es wurde mehrfach deutlich darum gebeten dieses Stimmungsbild nach Kiel mitzunehmen …
Sie lesen gerade: Brandenburg - Geplante Novellierung des Hochschulgesetzes bedroht Existenzen und Hochschuldemokratie