(openPR) Die Saison 08 / 09 im AuGuSTheater Neu-Ulm hat sehr prima begonnen. Der neugestaltete Zuschauerraum kommt hervorragend an! "Liebe & andere Katastrofen" war zwei Mal gnadenlos ausverkauft. Die Premieren der beiden Neu-Inszenierungen waren richtig gut. "Über Männer" als Abend mit vielen Facetten, changierend zwischen Ernst und Spaß, fand ausgesprochen positive Resonanz bei Presse und Publikum. Und "Ganze Kerle" ... da tobte in den ersten beiden Vorstellungen das Publikum. Zum Schluss gab es jeweils einen Riesen-Applaus, mit Zugabe-Rufen und Trampelbeifall am Samstag. Hier Publikumsstimmen und die erste Presse-Rezension:
Erste Gehversuche in Stöckelschuhen
Von Peter Michael Bluhm, Neu-Ulmer Zeitung, Montag, 13. Oktober 08
Neu-Ulm. Lachen ist gesund. Also müsste man die Karten für die neue Inszenierung „Ganze Kerle“ im Augus-Theater als Präventivmaßnahme bei der Krankenkasse abrechnen können - so brüllend komisch geht es auf der neu gebauten Bühne zu.
Früher hatte man als Besucher des Konzertsaales das Gefühl, man saß mit auf der Bühne, wenn die Schauspieler agierten. Dieses intime Gefühl ist zumindest in den vorderen Reihen ein bisschen verloren gegangen. Dafür sind die Zuschauer in den hinteren Reihen fast auf Augenhöhe mit den Darstellern, was unter dem Strich ein Gewinn ist.
Nun also Premiere in doppelter Hinsicht. Mit der Travestie-Komödie der Kanadierin Kerry Renard „Ganze Kerle“ ging das Augus-Theater ein nicht unbeträchtliches Risiko ein, da das Stück eine Gratwanderung zwischen schlechtem und gutem Geschmack ist. Es gehört eine gehörige Portion Schauspielkunst dazu, die „ganzen Kerle“ nicht zu einem peinlichen Schenkelklopfer und Bierzelt-Ulk verkommen zu lassen. Die Schauspieler Ralf Schneckenburger, Sebastian Sash, Holger Menzel, Heribert Gietz und Heinz Koch meisterten ihre Aufgabe so brillant und elegant, dass auch das männliche Publikum seinen Heiden-Spaß hatte - von Peinlichkeiten keine Spur.
Die Story ist schnell erzählt. Als ganze Kerle erweisen sich Sam, George, Paul und Manuel als Angestellte eines Paketdienstes, als sie erfahren, dass die Tochter ihres autoritären Chefs nach einem Unfall im Koma liegt. Nur eine 12 000 Euro teure Delphin-Therapie kann Lily retten. Die vier Jungs wollen helfen, auch wenn sie den autoritären Boss ansonsten am liebsten in die Wüste schicken würden. Aber wie? Die Kaffeekasse reicht bei Weitem nicht, eine Sammlung würde zu lange dauern.
Da hat Manuel die abenteuerliche Idee, mit einer Travestie-Show zu Geld zu kommen. Er weiß, wovon er redet, denn schließlich bessert er abends seinen kargen Lohn als Tänzer in einer Schwulen-Bar auf. Die Komödie nimmt ihren Lauf. Das Publikum lacht sich schief, als die Männer ihre erste Gehversuche in Stöckelschuhen machen, den BH mit Socken und Apfelsinen füllen und den Fummel um den Hals schleudern. Eine Frau zu sein ist doch ganz schön schwierig, merken die „ganzen Kerle“, mit ein bisschen Zeug ins Gesicht ist es nicht getan.
Doch die Bemühungen kommen nicht voran, bis die geheimnisvolle Helene Blühdorn, eine Salsa-Gruppenleiterin vom Altentreff auftritt. Ihr Motto ist „nicht echt cool sondern eher hot“. In energischem Ton, von Heinz Koch unnachahmlich gespielt - schafft es Helene, eine kunterbunte Travestietruppe zu formieren. Da platzt der Chef in eine Probe am Arbeitsplatz, greift sich an den Kopf, wird aber schließlich überzeugt, selbst mitzumachen, als er erfährt, dass der Erlös seiner todkranken Tochter Lily zugutekommt und die bevorstehende Aufführung so gut wie ausverkauft ist.
Nach einer kleinen Erfrischungspause fürs Publikum geht dann in der Pakethalle auf der Bühne die Post ab und der Bedarf an Perücken, Klamotten und Strapsen ist gewaltig, die Show beginnt.
Playback haben die großen Diven der Vergangenheit ihren Auftritt: Marlene Dietrich umwerfend in Hermelin, Liza Minelli temperamentvoll wie immer, Zarah Leander mondän und unnahbar und die quirlige Mireille Mathieu, die sich mit der maskenhaften Nana Mouskouri musikalisch ein packendes Duell um die Gunst des Publikums liefert. Cabaret-Stimmung pur im Neu-Ulmer Konzertsaal, wo eine Travestie-Nummer die andere jagt.
Die Jungs vom Paketdienst in Boa und hohen Hacken sind umwerfend komisch, erinnern mehr an Dustin Hofmans Tootsie als an Charlys Tante von Heinz Rühmann und zünden einen Gag nach dem anderen. Sie scheuen sich nicht vor Blondinen-Witzen und liefern sich amüsante Dialoge. Der Brüller des Abends: Maria und Margot Hellwig („Servus, Grüetzi und Hallo“). Claudia Riese hat aus der kanadischen Komödie eine neudeutsche Variante gebastelt, die mit Ossi- und Wessi-Befindlichkeiten nur so gespickt ist. Fazit: Das Augus-Theater hat mit dieser Inszenierung wieder mal bewiesen, dass es in der Komödien-Sparte weit und breit kaum zu toppen ist.
Publikumsstimmen:
"SUPER KLASSE! In Ulm, um Ulm und um Ulm herum und München und Karlsruhe." (Sonja, Geli, Angie, 11. Oktober 08)
"Ein Riesenspaß" (die Trödlerbande aus Bretten, 11. Oktober 08)
"Es war ein tolles Stück, Hut ab vor dieser Leistung!" (Ilona, Bettina, Ulrike, Sonja, Ulla, Karin, Anja, Martina, die Eichhörnchen aus Würzburg und München und Nürnberg und Obernbreit und Randersacker, 11. Oktober 08)
"Einfach Klasse!" (die 3, 10. Oktober 08)
"Super Toll!!! Kompliment! Ganz großer Sport!" (Tanja und Stefan, 10. Oktober 08)
"...und die vielen rasierten Beine sind uns nicht entgangen!" (anonym, 10. Oktober 08)
"Nana vs Mireille - einfach super!" (anonym, 10. Oktober 08)
"Akropolis. adieu!" (anonym, 10. Oktober 08)













