(openPR) Den Nobelpreis für Literatur des Jahres 2006 wurde dem türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk verliehen, »der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden hat«, so die Schwedische Akademie in ihrer damaligen Laudatio.
Der Verleger Michael Krüger kommentierte diese Entscheidung wie folgt: »Mit Orhan Pamuk wird ein bedeutender Autor geehrt, der in allen seinen Romanen und Essays die schwierige Geschichte der Türkei zwischen Tradition und Moderne dargestellt hat. Vielleicht hat die Verleihung zur Folge, daß der Westen nun durch den Erzähler Orhan Pamuk seine Scheu verliert, sich etwas näher mit diesem östlichen Partner zu beschäftigen. Wenn alle deutschen Touristen an den türkischen Stränden in Zukunft die Romane Orhan Pamuks lesen, dann wird ihm gelungen sein, was die Politik nicht leisten kann, nämlich durch die Kraft und Originalität der Erzählung ein Land aufzuschließen.«
Orhan Pamuk erzählt eine Liebesgeschichte, die Mitte der siebziger Jahre in der türkischen Gesellschaft stattfindet: »Kemal, ein junger Mann aus der Oberschicht Istanbuls, verfällt der Liebe zu einer armen Verwandten - der blutjungen, naiven und wunderschönen Füsun. Was als Affäre begonnen hat, wächst sich bald zu einer Obsession aus, doch das hindert Kemal nicht daran, die Beziehung mit seiner Verlobten fortzuführen. Nach dem rauschenden Verlobungsfest lässt sich die Geliebte nicht mehr blicken. Verzweifelt erkennt Kemal, dass er Füsun über alles liebt. Doch es ist zu spät. Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in seinem großen Liebesroman von einer Gesellschaftsschicht der Türkei, die in vielem ganz und gar westlich scheint und doch noch traditionelle Züge trägt - ein Kontrast, der subtile Ironie erzeugt.«
Der heute viel gelesene Roman »ist eine Erkundung der Befindlichkeit in einem Land, einer Stadt, die allein schon durch ihre geografische Lage zum Austragungsort der Spannungen zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Moderne bestimmt scheinen«, so Angela Schader am 09.09.08 in der Neuen Zürcher Zeitung. Weitere Informationen: www.hanser.de und www.institut50plus.de












