(openPR) Wormser Critical Mass bemängelt Fahrradfreundlichkeit rund um das neue Fachmarktzentrum
Worms. Die "kritische Masse" war wieder unterwegs und nahm sich diesmal einen der Brennpunkte für Radfahrer im Stadtverkehr vor: den Bereich von der Ludwigstraße über die Pfauentorstraße bis zum Fachmarktzentrum in der Schönauer Straße.
Dabei endete die Fahrt auf dem sogenannten "Schutzstreifen" in der Ludwigstraße beinahe mit einem Unfall. "Rechts öffnete sich an einem parkenden Auto eine Türe, links überholt ein anderes Auto in knappem Abstand." beschreibt Claus Baaden die Situation, "eine stinknormale Alltagssituation, in der mir mal wieder nur eine Vollbremsung geholfen hat."
Bei genauerer Betrachtung der Ortsgegebenheiten an der Pfauentorstraße wurde schnell klar: "Weshalb Fahrräder hier ausgesperrt werden, ist aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht nachvollziehbar – schließlich ist es eine ganz normale innerstädtische Straße, durchaus frequentiert, aber ansonsten nicht sonderlich problematisch. Die einzig mögliche Erklärung ist also: Autofahrer auf dem Weg zum neuen Fachmarktzentrum sollen auf dieser Straße ungestört unter sich bleiben," so Jan Schumacher von den Initiatoren.
Wer als Radfahrer die Ausweichmöglichkeit entdeckt, findet sich auf einer kopfsteingepflasterten Rumpelpiste wieder. "Eine Unverschämtheit" regt sich Bernd Oliver Sünderhauf auf, "Was auch immer die Stadt sich dabei gedacht hat, dieses schikanöse Verbot wird jedenfalls fallen!"
Auch die Fahrradfreundlichkeit des neuen Fachmarktzentrums wurde unter die Lupe genommen. Ergebnis: "Eine riesige Autowüste wurde uns da mitten in die Stadt gestellt – an Radfahrer wurde hingegen nicht gedacht." beklagt sich Erika Nofer-Sauerborn vom VCD Rheinhessen. So bieten Media-Markt und OBI ihren Kunden überhaupt keine Abstellmöglichkeit für Fahrräder.
Auf Nachfragen in den Märkten wird gereizt reagiert, man wolle noch welche aufstellen, aber wann das der Fall sein soll, sei noch nicht bekannt. "Für ein neugebautes Einkaufzentrum ist das eine Katastrophe," fasst Konrad Hauser zusammen, "Man stelle sich vor, Media Markt hätte zur Eröffnung die Auto-Parkplätze vergessen, was hätte das für eine Aufregung gegeben!"
Ein ähnliches Bild bei Kaufland: zwar hält man hier immerhin einen Fahrradständer mit sechs Plätzen vor, für ein großes SB-Warenhaus ist aber auch das natürlich viel zu wenig. So verstopfen wild umherstehende Fahrräder den Durchgang zu Einkaufswägen und Haupteingang.
Bei der nächsten "Wormser Critical Mass" am 14. November werden diese Mängel sicherlich nachkontrolliert. Auf dem Plan stehen auch die Bereiche Alzeyer Straße, Friedrich-Ebert-Straße und Gaustraße. Danach wird die weitere Vorgehensweise in den untersuchten Fällen zu besprechen sein. "Natürlich wünschen wir uns, dass die Stadt auf unsere Forderungen eingeht," so Sünderhauf, "falls nicht, sind wir jedoch auch bereit, sie gerichtlich durchzusetzen. Schließlich geht es um die Verkehrssicherheit."
Die Lobby der Wormser Radfahrer wird jedenfalls immer stärker – für die Zivilgesellschaft in der Nibelungenstadt kann das nur ein gutes Zeichen sein!













