(openPR) BApK und Janssen-Cilag verleihen erstmals Integrationspreis Seelische Gesundheit im Berliner Roten Rathaus
Berlin, 6. Oktober 2008. „Wir wollen nicht basteln, wir wollen etwas Richtiges machen!“ Dieses Bedürfnis vieler psychisch kranker Menschen war Motivation für das Zwickauer Hilfe Zentrum zur Gründung seiner „Zuverdienstfirma für Menschen mit psychischen Erkrankungen und psychischen Behinderungen“, die heute mit dem !mpuls 2008 Integrationspreis Seelische Gesundheit ausgezeichnet worden ist. Die Einrichtung ermöglicht es inzwischen rund 50 vorwiegend psychisch kranken Menschen, durch individuell angemessene Arbeitsplätze wieder am realen Arbeitsleben teilzunehmen. Mit dem Preis setzen die Initiatoren, der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) und Janssen-Cilag, ein Zeichen für die Integration psychisch Erkrankter. Der Preis wurde heute im Rahmen der 2. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit im Roten Rathaus in Berlin verliehen.
Über 50 Einsendungen von Institutionen, Kliniken, Unternehmen und Einzelpersonen waren bei der erstmaligen Ausschreibung des mit 6.000 Euro dotierten !mpuls 2008 Integrationspreis Seelische Gesundheit eingegangen. Der Preis, ausgelobt vom Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK) und der Janssen-Cilag GmbH, schafft damit eine Plattform für herausragende Initiativen, die sich für eine erfolgreiche Integration psychisch kranker Menschen ins gesellschaftliche und berufliche Leben einsetzen. „Wir hoffen, dass die Preisträgerprojekte ein Impuls für weitere Initiativen sind, die Menschen mit psychischen Erkrankungen darin unterstützen, ihren Platz in der Gesellschaft wieder zu finden“, erläutern die BApK-Vorsitzende Gudrun Schliebener und Heidemarie Marona von Janssen-Cilag ihre Beweggründe für die Auslobung des Preises.
„Die Entscheidung, wem der Preis zukommen sollte, war angesichts eines so vielfältigen Engagements nicht leicht zu treffen“, erklärt Jurymitglied und Laudator Joachim Storck, Geschäftsführer der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen. Als außergewöhnlich und preiswürdig bewertete die Jury des !mpuls 2008 das Zwickauer Hilfe Zentrum e.V. mit seiner „Zuverdienstfirma für Menschen mit psychischen Erkrankungen und psychischen Behinderungen“. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat sich der Verein zu einer zentralen Anlaufstelle für arbeitsuchende psychisch kranke Menschen in Sachsen entwickelt. Inzwischen bietet das Zwickauer Hilfe Zentrum rund 50 Menschen mit meist psychischer Erkrankung die Chance, individuell angemessene Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten und einen Beruf auszuüben. „Besonders bemerkenswert ist, dass alle psychisch erkrankten Menschen reguläre Arbeitsverträge haben und dass durch entsprechende Förderung viele von ihnen nach einiger Zeit auch wieder vollschichtig arbeiten können“, freut sich Storck. Zur Zuverdienstfirma des Zwickauer Hilfe Zentrums gehören unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Elektromontage sowie Dienst¬leistungen im Bereich Hausmeisterservice und Gastronomie. Mit seinem Angebot konnte die Einrichtung erreichen, dass psychisch erkrankte Menschen und ihre Arbeitsleistungen in das gesellschaftliche Umfeld in der Region Zwickau erfolgreich integriert worden sind. Damit trägt der Verein auch maßgeblich zur Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen in der Öffentlichkeit bei.
Patientenbeauftragte Kühn-Mengel betont gesamtgesellschaftliche Verantwortung
Arbeit ist einer der zentralen Faktoren für eine gelungene Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Trotz des bundesweiten Trends rückläufiger Arbeitslosenzahlen bleiben Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der Besetzung von Arbeitsplätzen, auch im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung, meist auf der Strecke. „Man kann davon ausgehen, dass mehr als 50 Prozent dieser Menschen keine Möglichkeit haben am Arbeitsleben teilzuhaben“, betont Storck. Dabei reduzieren berufliche Integrationsmaßnahmen nicht nur Sozialleistungen, sondern wirken auch der Frührente und dem eventuell drohenden sozialen Abstieg entgegen. Seit 2003 sind psychische Erkrankungen neben den Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen der häufigste Grund für eine krankheitsbedingte Frühberentung (Robert Koch Institut 2006). Jährlich werden etwa rund 20,4 Milliarden Euro für gesundheitsbedingte Frührenten ausgegeben.
Die gesamtgesellschaftliche Verantwortung gegenüber psychisch Erkrankten unterstrich auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, bei der Preisverleihung. „Es ist dringend notwendig, dass die berufliche Teilhabe psychisch kranker Menschen verbessert wird. Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ein Recht darauf, die dazu notwendigen Unterstützungen und Rahmenbedingungen zu erhalten. Ich finde es wichtig, dass vorbildliche Integrationsprojekte endlich einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden und freue mich als Vertreterin der Jury, das Zwickauer Hilfe Zentrum mit dem !mpuls 2008 auszuzeichnen“, so Kühn-Mengel.
Verleihung des !mpuls 2008 im Roten Rathaus
Die Preisverleihung des !mpuls 2008 fand heute im Rahmen der 2. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit auf dem Symposium „Psychisch krank im Job. Was tun?“ im Roten Rathaus in Berlin vor rund 200 Führungskräften und Personalverantwortlichen von Unternehmen statt. Der BApK hatte zusammen mit dem BKK Bundesverband und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft geladen, um über das Thema Seelische Erkrankungen am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten der Betrieblichen Prävention zu diskutieren.
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