(openPR) Wir Deutschen sind dann „mal weg“. Wandern ist in den vergangenen Jahren zu einer Trendsportart geworden, immer häufiger greifen heute auch junge Leute zum Wanderstock und streifen durch Heideland, Mittelgebirge oder Wälder. Seit kurzem besonders beliebt sind Wanderungen zu „Kraftplätzen“, an denen Wandersmann oder -frau Kraft tankt, zur Ruhe kommt oder Erleuchtung findet. Was Kraftorte sind, warum sie aufbauend und inspirierend wirken können und wo sie zu finden sind, verrät Best of Wandern.
Frankfurt / Remagen, 8. Oktober 2008 – „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle“ (Albert Einstein). Dieses Zitat bringt die Bedeutung von Kraftorten auf den Punkt: bestimmte Plätze in der Natur faszinieren uns auf eine Weise, die man mit Logik nicht zu erklären
vermag und die über die bloße Begeisterung für die Landschaft oder das Bauwerk vor uns hinausgehen. Das sind Kraftorte. Zu solchen Plätzen, die uns wie magisch anziehen, wandert die Menschheit seit Jahrtausenden. Bestes Beispiel: Pilgerwege – auf ihnen finden Wanderer heute wie
damals zu sich selbst und beschreiben ihre Wandererfahrung als inspirierend, befreiend oder erhebend.
Doch um die spezielle Kraft oder Atmosphäre eines Platzes zu verspüren, muss man sich nicht auf große Pilgerreise begeben. Vielleicht ist es die knorrige Eiche im Wald, vielleicht die kleine, windschiefe Kapelle auf einem Hügel, das Fantasie anregende überdimensionierte Felsengebilde oder der Megalith mitten in der Landschaft, die uns spüren lassen, dass um diesen Ort herum die Atmosphäre eine andere ist, eine Spannung in der Luft liegt, sich eine Kraft und Ruhe überträgt, ohne dass man einen realen Grund ausmachen kann.
Wir sind nur ein kleiner Teil eines sehr großen, geheimnisvollen und perfekten Ganzen. Dieses Wissen rückt Alltagssorgen in den Hintergrund, stattdessen findet man die Ruhe, über die „wirklich wichtigen“ Dinge nachzudenken: Welche Lebensziele habe ich? Wer gehört zu mir und zu wem will ich gehören? Die Antworten finden sich plötzlich ganz einfach. Mut und neue Erkenntnisse begleiten uns von unserem persönlichen Kraftort in den Alltag… Im Folgenden ein kleiner Überblick über verschiedene Orte, die aufgrund ihrer Geschichte, ihres Aussehens oder ihrer besonderen Atmosphäre als Kraftorte gelten:
Naturplätze
Wer kennt das nicht: auf einer Wanderung zieht uns plötzlich der Anblick eines gewissen Punktes der Umgebung in seinen Bann. Das kann ein einzelner Baum sein, ein bizarr geformter Fels, der eigentümliche Verlauf eines Baches oder ein Sonnenuntergang in außergewöhnlichen Farben.
Dieser Ort wird für uns zu einem erhebenden Anblick – egal, ob es nur uns dabei so geht oder ob schon viele vor uns so empfunden haben. Unsere frühen Vorfahren wie die Etrusker, Kelten oder die Germanen bauten keine Tempel zur Verehrung ihrer Gottheiten, sie wollten dies in der freien Natur, an den für sie speziellen Orten tun. Das Wissen um viele dieser Orte ging verloren, und dennoch – irgendwie merken wir, dass dieser Ort eine Vergangenheit hat. Wer weiß, vielleicht waren schon vor 3.000 Jahren Menschen genauso fasziniert von dieser Stelle wie wir heute?
Naturplätze sind Kraftorte, weil: der Anblick der Natur das Dasein beflügelt, beruhigt, Kraft verleiht oder uns Klarheit bietet. Selbst glitzernde Kieselsteine in einem Flussbett können für diese speziellen Momente sorgen, in denen man sich der Natur nahe fühlt.
Die berühmtesten Naturplätze: Grand Canyon in den Vereinigten Staaten, die zwölf Apostel in Australien, die Insel Santorin in Griechenland, die prähistorische Heilstätte Stonehenge in England, …
Naturplätze im Best-of-Wandern-Verbund: Der Segnesboden in Graubünden oder die Himmelsleiter in Krippen (Sächsische Schweiz).
Sakrale bzw. religiöse Stätten
Hierzu zählen Kirchen, Klöster, Kapellen oder Bildstöcke (so genannte „Betsäulen“). Diese, meist christlichen, Baudenkmäler wurden oft auf den Überresten älterer religiöser Monumente erbaut: beispielsweise Kirchen auf den Ruinen von römischen Tempeln, Denkmäler oder Kapellen auf den Überresten heidnischer Kultorte (Steinkreise, Steinpyramiden etc.).
Sakrale Stätten sind Kraftorte, weil: sich hier schon seit Jahrtausenden Menschen die besondere Atmosphäre eines Ortes zu Nutzen machen. Geheimnisvoll und wunderbar sind diese Orte, nicht nur wegen der außergewöhnlichen Aussicht oder dem beeindruckenden Zeugnis der Naturgewalten, die man von hier beobachtet. Hier wird man daran erinnert, was es bedeutet, ein Teil einer schier ewigen Geschichte zu sein.
Berühmteste sakrale Kraftplätze: Kathedrale zu Chartres und Mont Saint Michel in Frankreich, die Alhambra in Granada oder die Pyramiden zu Gizeh. Sakrale Stätten im Best-of-Wandern-Verbund: Die Wieskirche (Ammergauer Alpen) oder das Kirchdorf Vent (Ötztal)
Sagenplätze
Wie der Name schon sagt, ranken sich um diese Plätze Sagen und Legenden, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Beliebte Themen sind hierbei Wald- und Berggeister, Gnome, Wichtel oder Hexen, die an diesen Orten ihr Unwesen treiben sollen. Doch nicht immer sind es Gruselgeschichten, die mit Orten verbunden sind: auch Liebesgeschichten, Märchen oder lustige Anekdoten werden mit
Sagenplätzen verbunden. Meist soll die Sage die Existenz eines
außergewöhnlichen Ortes erklären (= ätiologische Sage).
Sagenplätze sind Kraftorte, weil: die Geschichte, die mit den meist ungewöhnlichen Naturschauplätzen verbunden ist, die Fantasie beflügelt. „Tatsächlich, der Fels dort sieht aus wie der Tisch des Teufels…“ oder: „es würde mich nicht wundern, wenn es in diesen Gemäuern spukt…“
Berühmteste Sagenplätze: Loch Ness (Schottland) oder die Loreley in Rheinland-Pfalz
Sagenplätze im Best-of-Wandern-Verbund: Die Stoanernen Mandl (Südtirols Süden) oder die Sage
von Schandau (Vogtland).
Heilplätze
Manchen Orten wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Mineralische bzw. Thermal-Quellen oder ein besonderes Reizklima ziehen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Erholung suchende zu ausgedehnten „Kuren“ an. Auch Erdstrahlen oder magnetische Felder sollen eine heilende Wirkung auf den Körper haben, wissenschaftliche Belege hierzu fehlen jedoch noch. Als besondere Heilplätze mit spiritueller Wirkung dürfen Pilgerstätten angesehen werden. Seit dem Mittelalter pilgern Menschen auf der ganzen Welt unter großen Strapazen zu religiösen Orten, von denen sie sich Erleuchtung erhoffen.
Heilplätze sind Kraftorte, weil: Jeder, der eine lange Strecke zu einem gewissen Ziel aus eigener Kraft zu Fuß zurücklegt, seinen Geist befreit. Auf den Spuren kraftvollen Glaubens findet man sich selbst.
Die berühmtesten Heilplätze: Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem.
Heilplätze im Best-of-Wandern-Verbund: Moorlandschaft und Heilbäder Bad Elster & Bad Brambach im Vogtland, Jakobsweg Graubünden.













