(openPR) Nachdem es am Montag im amerikanischen Kongress nicht genügend Zustimmung zum Rettungspaket der Regierung gab, rutschten die Kurse weltweit ab. In der über 100 jährigen Geschichte des Dow Jones Industrial Average war das Abstürzen um 777 Punkte bisher einmalig (prozentual gesehen waren die -6,98% vom Montag jedoch signifikant weniger als der Absturz von 1987 mit -22,61%).
Am Mittwoch kam es zu einer kurzen Rallye als das Rettungspaket Zustimmung im Senat erfuhr. Der Freitag brachte wieder einiges an Volatilität. Nachdem die Zustimmung des Kongresses als sicher galt, verlief der Handelstag bis ca. 20:00 Uhr sehr freundlich, der Dow war mit 3,0% im Plus, nach Bekanntgabe des - erwarteten - Abstimmungsergebnisses, fiel der Dow um 486 Punkte und schloss mit - 1,5% im Minus.
„Buy on rumor, sell on news“ ist hier die wahrscheinlichste Begründung - und das alles, obwohl das lang ersehnte Rettungspaket bewilligt wurde.
Nachdem nun die Sorgen über das Zustandekommen des Pakets ein für alle Mal aus der Welt geräumt sind, kommen schon Zweifel auf, ob es überhaupt ausreichen wird.
Neben dem viel zitierten Rettungspaket kam es in den USA zu einer weiteren Übernahme. Wells Fargo übernahm, für viele überraschend, mit Wachovia die fünft größte US Bank (wobei zum Zeitpunkt des Erscheinens ein Einspruch von der Citibank bei einem US Gericht vorliegt).
Aber auch in Europa werden die Auswirkungen zunehmend deutlicher.
In Deutschland garantiert der Staat für die angeschlagene Hypo Real Estate und in Belgien wird der größte Finanzdienstleister Fortis verstaatlicht.
Bei den Wirtschaftsdaten stand klar der Arbeitsmarktbericht vom Freitag im Blickpunkt. Im vergangenen Monat wurden, zum neunten Mal infolge, Jobs verloren - nämlich 159.000. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6.1%.
Ebenfalls negativer als erwartet fiel der ISM Manufacturing Index aus. Mit 43.5 Punkten befindet er sich unter der Marke von 50, ab der man von einer kontrahierenden Wirtschaft spricht.
Die Zeichen für eine Rezession mehren sich.
Warren Buffett ist in der vergangenen Woche mit $ 5 Mrd. bei General Electric eingestiegen. Was einerseits positiv erscheint, kann man auch als alarmierend werten. GE brauchte so dringend Geld, dass sie (mit AAA „gerated“) Warren Buffett 10% Dividende versprechen mussten um an die Finanzspritze zu gelangen. Das gleiche geschah in der vorletzten Woche schon mit Goldman Sachs.
Was für Hr. Buffett durchaus ein sehr gutes Geschäft werden kann, zeigt jedoch auch die systematischen Probleme aktuell im Markt. Weitergedacht bedeutet dies, dass noch weitere Unternehmen folgen werden die dringend Geld brauchen. Eine Möglichkeit an dieses heranzukommen ist durch den Verkauf von weiteren Aktien. Werden diese an den Mann gebracht führt es für Aktieninhaber jedoch zu einer Verwässerung der Anteile.
Die Probleme offenbaren sich auch bei der Betrachtung des Libor.
Auf Wochensicht konnte der Dollar, nicht nur gegenüber dem Euro, stark zulegen. Zurückzuführen ist dies teilweise auch auf die Äußerungen von Hr. Trichet, der nun doch erstmalig Zinssenkungen in Aussicht stellte. Des Weiteren beflügelten Sorgen über den Zustand der europäischen Wirtschaft den Dollar.
Neben dem Euro verloren fasst alle Commodities auf Wochensicht deutlich, schuld sind die sich eintrübenden weltwirtschaftlichen Aussichten.
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