(openPR) Farmer Automatic Biomass-Technology GmbH & Co. KG und die Fachhochschule Münster sind für die Entwicklung des Farmer Automatic Biomasse-Verwertungssystems mit dem „Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer 2008“ ausgezeichnet worden. Der Verein Technologietransfer Handwerk und die Zeitschrift „handwerk magazin“ vergaben am 19. September zum 20. Mal den Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis an vier Gewinnerteams, die sich ein Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro teilen.
Spitzenforschung durch enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft
„Die seit Jahren praktizierte enge Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und Universitäten aus der Region ermöglicht uns, Spitzenforschung zu betreiben. So können wir schon heute Lösungen für künftige Marktprobleme und Ideen für Zukunftsmärkte entwickeln“, so Franz-Josef Kühlmann, Geschäftsführer von Farmer Automatic Biomass-Technology. Innerhalb von sechs Jahren hat das in Westfalen ansässige Familienunternehmen eine Technologie entwickelt, die Tierkot sofort aus Ställen entfernt und nach einer intensiven Trocknung mit einer Wärmekraftmaschine zu Strom und Wärmeenergie verarbeitet. Unterstützt wurde das Familienunternehmen bei der Entwicklung von den Professoren Norbert Ebeling und Christof Wetter von der Fachhochschule Münster.
Innovatives Gesamtkonzept für Energiewirte
Viele Landwirte lassen die Exkremente ihrer Tiere durch Stallspalten in ein Untergeschoss fallen und verwenden diese anschließend als Dünger. Anders die Geflügelhalter: Sie bringen den Tierkot mit automatischen Bandsystemen ins Freie. Solche Lösungen hat Farmer Automatic Biomass-Technology auch für Schweineställe entwickelt. Ein weiteres Vorzeigeprodukt der Westfalen ist das Farmer Automatic Drying System, ein Bandtrockner zur Trocknung der Extremente. Als Trockenwärme kann dazu oft allein die Abwärme genutzt werden. Für eine effiziente Weiternutzung wird der getrocknete Kot dann in einer Pelletieranlage zu Pellets gepresst. So lässt sich der Kot langfristig platzsparend lagern, als wertvoller Dünger verwenden oder zur Energiegewinnung nutzen. „Das löst Entsorgungsprobleme und schafft wirtschaftliche Kapazitäten“, erklärt Feinwerkmechanikermeister Kühlmann.
Grüne Technik macht Biomasse energetisch nutzbar
Eine große Herausforderung war die Entwicklung eines maßgeschneiderten Heißgasgenerators, der die aus dem Trockenkot erzeugten Pellets energetisch weiterverarbeitet. „Bei einer reinen Verbrennung entstehen umweltschädliche Stickoxide, bei einer Vergasung genauso ungesunde Teerstoffe“, erläutert Professor Ebeling. „Wir mussten eine Sonderlösung konzipieren, welche ein Gasgemisch erzeugt und dieses bei 1000 bis 1100 Grad Celsius verbrennt“, so Kühlmann. Aus dieser heißen Luft wird mit Hilfe eines Stirlingmotors Strom erzeugt. Weil europäische Modelle zu schwach waren, kaufte Kühlmann die passende Technologie in den USA.
Der erzeugte Strom wird in der Regel zu 100 Prozent in das öffentliche Netz eingespeist, wobei hierfür gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gegenwärtig bis zu knapp 21 Ct/KWh gezahlt wird. Die vom Generator erzeugte Wärme kann nun direkt ins Heizungssystem von Wohngebäude sowie Stallungen eingespeist und zur Warmwassererzeugung oder auch zur Kottrocknung genutzt werden. Das spart im Jahr bis zu 64000 Liter Heizöl.










