(openPR) 12.10.2008 - 8.02.2009. James Ensor (1860-1949) ist noch immer ein Geheimtipp. Aber: Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, welche enorme Bedeutung dieser belgische Maler nicht nur für die Kunst seiner Zeit, sondern bis in die Gegenwart hat.
In den vergangenen Jahren wurden deshalb dem Werk dieses großen Einzelgängers zahlreiche Ausstellungen gewidmet, u. a. in Gent 1987, in München 1989, in Brüssel 2000 und in Frankfurt am Main 2005.
Dabei wurde zwar immer wieder auf die weit reichende Wirkung von Ensors Oeuvre hingewiesen, allerdings ist sein Einfluss auf die Zeitgenossen und folgende Künstlergenerationen nie genauer untersucht worden. Diese Forschungslücke will das Von der Heydt-Museum mit seiner Ausstellung "James Ensor – Schrecken ohne Ende" jetzt ansatzweise schließen.
Im Mittelpunkt unserer Ausstellung stehen Ensors Werke, die immer wieder neue Rätsel aufgeben und die Betrachter in ungläubiges Staunen und blankes Entsetzen versetzen. Ausgehend von diesem bizarren Oeuvre bemüht sich das Projekt, zunächst die engsten Freunde Ensors wie Fernand Khnopff, Félicien Rops, Leon Spilliaert, Guillaume Vogels zu Wort kommen zu lassen, mit welchen Ensor in Künstlervereinigungen wie "L'Essor" und "Les XX" verkehrte. Erstmals widmet unsere Ausstellung dem Frühwerk Ensors und dem künstlerischen Umfeld, in dem dieses entstand, großen Raum.
Ensor, der als großer Sonderling galt, konnte dennoch zahlreiche Künstler seiner Zeit mit seinen symbolistisch aufgeladenen Werken, die wie Bebilderungen von Fällen der frühen Psychoanalyse scheinen wollen, beeindrucken und zu Ausflügen ins Reich des Grotesken und Absurden verführen.
Der Maler erhielt Besuch von zahlreichen Künstlerkollegen, hielt gerne Hof und inszenierte sich als Außenseiter und verkanntes Genie. Frühe Besucher in Ensors Haus und Atelier in Ostende waren die deutschen Expressionisten Emil Nolde und Erich Heckel, in deren Werken sich deutliche Reflexe dieser wichtigen Begegnung finden lassen. Beeindruckt von Ensors Werk zeigten sich aber auch Künstler wie Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Edward Munch, Paul Klee und später Pierre Alechinsky oder Asger Jorn. Ein Abschnitt unserer Ausstellung widmet sich der Beziehung zwischen Ensor und den surrealen Welten von Max Ernst, Dali oder Dubuffet. Auch die Kunst der Dadaisten und genauso die kühle "Neue Sachlichkeit" der 20er Jahre verdanken Ensor wichtige Impulse. Welche Rolle Ensor noch heute für die zeitgenössische Kunst spielt, zeigt sich darin, dass sich gerade jetzt wieder Gruppen wie "Raindrops" oder "Bonjour Mr. Ensor" zusammenfinden, um in Reaktion auf diesen Ausnahmekünstler neue künstlerische Formulierungen zu suchen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit lesenswerten Beiträgen, die den Forschungen zu Ensor manchen neuen Aspekt hinzufügen und diesen herausragenden Künstler in einem neuen Licht erscheinen lassen. (25 Euro)
Die Pressekonferenz und Vorbesichtigung findet am 09.10. um 11.30 Uhr statt.









