(openPR) Am 13.09.2008, dem Tag der deutschen Sprache, prämierte die Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache die Gewinner des Wettbewerbs „Werbewerke“ - der 1. Preis geht an Jan Weinmann (Weimar) und die real SB-Warenhaus GmbH.
Koblenz, den 16.09.2008. In den Räumen der Sparkasse Koblenz konnte der Vorsitzende der Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Dr. Heinz-Günther Borck, den strahlenden Siegern Jan Weinmann, Frank Udo Kürschner und Anna Hausmann ihre Preisurkunden nebst ihren Preisen überreichen. Das Preisgericht hatte am 14.08.2008 das von Weinmann abfotografierte Plakat "Wie möchten Sie Ihre Birne? Frisch, als Obstler oder von Osram?" der Firma real SB Warenhaus GmbH einstimmig zur pfiffigsten deutschen d.h. klaren und wirksamen Werbung erklärt. Die Reklame spielt auf originelle Weise mit mehrdeutigen Wortinhalten, so genannten Teekesselchen, und stellt zugleich auf umfassende Weise das Warenhausangebot dar.
Neben den von der Sparkasse Koblenz selbst und Lotto Rheinland-Pfalz gestifteten Geldpreisen gab es zusätzliche Sachpreise des Westerwaldkreises, insbesondere die europaweit bekannte Keramik, sowie eine ganz besondere Überraschung: neben Jan Weimann übergab Prof. Borck ebenfalls eine Urkunde über den 1. Preis (wenn auch ohne Geld) dem Vertreter der Firma real SB-Warenhaus GmbH, dem Mülheim-Kärlicher Geschäftsleiter Herrn Kühnreich.
Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Chef des Sparkassenvorstandes, Ernst Josef Lehrer, der die Verpflichtung der Sparkasse als einer regionalen Krediteinrichtung auch für die Förderung von Kultur und Sprache hervorhob, dankte zunächst der Vorsitzende Prof. Borck der Sparkasse für ihre finanzielle und logistische Unterstützung, ebenso Lotto Rheinland-Pfalz und den kommunalen Gebietskörperschaften Westerwaldkreis, Landkreis Mayen Koblenz und Stadt Koblenz. In seiner Preisrede ging er auf die aktuelle Lage der von Anglizismen überfluteten und z.T. bereits in ihrer Funktion als Kommunikationsmittel beeinträchtigten deutschen Sprache ein. Eines der wichtigsten Ziele des VDS, die Bemühung um eine Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz, versah er mit einer begleitenden historischen Betrachtung. Diese ließ erkennen, dass die zurückhaltend-liberale deutsche Sprachenpolitik im Kern - eher unbewußt - auf übernationalen Reichsvorstellungen seit 1356/1519 beruht und heute in keiner Weise mehr mit der Grundrechtscharta der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen in Einklang zu bringen ist: Die Verankerung der eigenen Sprache als wesentlichen Mittels der Kultur-und Identitätsstiftung in der eigenen Verfassung ist heute weltweit selbstverständlich.
Der historische Rückblick zeigte, dass schon im 17. und 18. Jhd. Klagen, etwa des großen Philosophen Georg Wilhelm Leibniz, über die Vernachlässigung der "Teutschen Sprache" durch die Deutschen selbst laut geworden sind - womit man beim aktuellen Thema und dem Gegenstand des Wettbewerbs - geistreiche, mit deutschen Wortbedeutungen spielende und verständliche Werbung -
angelangt war.
Borck legte die Gründe, aus denen sich das Preisgericht einmütig für die drei Preisträger entschieden und insbesondere den 1. Preis Jan Weinmann sowie der Firma real SB-Warenhaus GmbH einen zusätzlichen ersten Preis zuerkannt hatte, ausführlich dar. Unter dem Beifall der Versammlung händigte der Vorsitzende der Regionalgruppe 56 den anwesenden Preisträgern ihre Preisurkunden aus.










