Im Jahre 2018 schreibt die Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache(VDS) zum 11. Mal den seit 2008 von Sparkasse Koblenz und Lottostiftung Rheinland-Pfalz unterstützten, mittlerweile bundesweit beachteten Wettbewerb „Werbewerke“ aus. In der Zeit vom 1.7. bis zum 25.8.2018 (Einsendeschluss) werden Fotos von Werbung auf Ladenschildern, Plakaten, Faltblättern oder in Zeitungen und Zeitschriften gesucht, die pfiffig und originell mit den Begriffen der deutschen Sprache spielt; \"Rüffelpreise\" gibt es für Unternehmen, die ihr Publikum in Deutschland durch schwer verständliche, ganz oder teilweise fremdsprachige, meist englisch klingende Werbung (\"Denglisch\") abschrecken.
Die besten Einsendungen beider Kategorien (an
Koblenz, den 23.6.2018
Wer einen Einkaufsbummel(Shopping) durch das Geschäftszentrum (Shopping Center, Business Center) seiner Innenstadt (City) macht, wer im Fernsehen statt Nachrichten News vorgesetzt bekommt und europäische Liederwettbewerbe als Song Contests verdauen muss, in denen Deutschland seit Jahren nicht mehr durch deutsche Lieder vertreten ist, könnte meinen, er sei im Ausland. Auch Geschäftseröffnungen werden oft mit \"Coming soon\" angekündigt, und noch der kleinste Preis glaubt sich als \"Award\" wichtig machen zu können. Selbst Flüchtlinge, die 2015 in unser Land kamen und kein Wort Englisch sprachen, wurden nicht mit „Willkommen“, sondern mit „Refugees welcome“ begrüßt. Wen wunderts, denn anders als in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein hat die eigene deutsche Sprache in Deutschland immer noch keinen Verfassungsrang, und peinlicher Sprachmatsch („Denglisch“) gilt manchem Ignoranten sogar als Beweis globaler Bildung.
Obgleich viele Studien nachgewiesen haben, dass klare deutsche Werbungssprache deutschen Kunden am besten gefällt, während denglischer Sprachmatsch bis zu 80 % der Befragten unverständlich bleibt, hat z. B. Audi neuerdings seinen beliebten \"Vorsprung durch Technik\" durch „Welcome to the 8th dimension“ ersetzt – dass der Chef inzwischen hinter Gittern sitzt, hat allerdings andere Gründe.
Immerhin haben andererseits Zeitungen in unserer Region inzwischen das „Public viewing“ (= Leichenschau) durch Rudelgucken ersetzt – klingt lustig und ist es auch für viele.
Der VDS will die deutsche Sprache als wesentliche und unabdingbare Grundlage der Verständigung unserer wie jeder Gemeinschaft erhalten; gesellschaftliche Teilhabe ist ohne Sprache ebenso wenig möglich wie Toleranz,Integration oder Inklusion - darin sind sich die meisten Integrationspolitiker einig. Nicht umsonst schützt die Charta der Grundrechte der EU Sprache und Kultur, und der VDS setzt sich nachdrücklich ein für die konsequente Verwendung des Deutschen in Wirtschaft und Wissenschaft, im Bildungs- und Rechtswesen sowie – vertraglich vereinbart, aber nicht durchgesetzt - als Amtssprache in der EU; außerdem fordert er den Schutz der Landessprache durch das Grundgesetz – in den meisten Staaten Europas eine Selbstverständlichkeit.
Vor diesem Hintergrund will die VDS-Regionalgruppe 56 mit ihrem \"XI. Wettbewerb Werbewerke\" einen Beitrag zur Förderung des Sprachbewußtseins leisten. Unter Vorsitz von Prof. Dr. Heinz-Günther Borck ruft sie dazu auf, ab dem 1. Juli bis zum 25.August 2018 (Einsendeschluss) Beispiele einfallsreicher, witziger, möglichst neuartiger deutscher Werbung einzusenden; dabei kann es sich um Produktwerbung, Eigenwerbung oder auch den Namen des Unternehmens handeln. Seit 2015 werden ebenso Sprachrüffel für gedankenlose, miss- oder unverständliche Werbung erteilt.









