(openPR) Letzter Drehtag am Set für "Hoffnung für Kummerow": In Fresdorf hat die Saxonia Media GmbH den gesamten Dorfanger in Beschlag genommen. Überall stehen LKWs vollbeladen mit Technik. In einem Hof steht ein Kran mit riesigem Scheinwerfer. Die Autobahn A9 ist nur ein paar Minuten weg. Die Dorfbewohner schauen beim Abendspazier- gang noch einmal neugierig am Set vorbei. Normalerweise gibt es hier im märkischen Sand nur eins - viel Beschaulichkeit.
Vier Jahre hat Susanne Wolfram für den Film gekämpft. "Meine Erwartungen sind übertroffen worden", sagt die Produzentin der Saxonia Media GmbH. Jetzt ist auch sie gespannt, wie der Film beim Publikum ankommt. Voraussichtlich 2010 soll er seine Fernsehpremiere haben.
Das komplette Gegenteil
Unter einem weißen Pavillon sitzt Henry Hübchen. Weißes Hemd, Sonnenbrille und eine Flasche rote Limonade vor sich. Er wirkt entspannt. Hübchen spielt den Bürgermeister und Wirt Oskar Kubiczek, der gegen alle Widrigkeiten fest entschlossen ist, den Aufschwung nach Kummerow zu holen. Oskar sei das Gegenteil von ihm, ein unverbesserlicher Optimist, sagt Hübchen, der sich selbst als "produktiven Pessimisten" beschreibt.
Das Drehbuch scheint wie auf den 61-Jährigen zugeschnitten. Hübchen selbst sieht das anders. Beim ersten Lesen vor zwei Jahren habe er große Schwierigkeiten mit dem Buch gehabt. Beim Finale der Dreharbeiten ist er aber trotzdem vorsichtig optimistisch, dass dem Film Erfolg beschieden sein wird. "Ein gutes Buch und eine gute Regie sind Voraussetzungen für einen guten Film", sagt er. "Aber keine Garantie."
Hochkarätiges Ensemble
Kubiczek zur Seite steht dessen Freund, der Künstler Niels Lause, "ein Sinnsucher wie Oskar, dabei so still wie jener laut ist", sagt Uwe Kockisch über seine Rolle. Kockisch und Hübchen kennen sich seit Jahrzehnten, haben die gleiche Schauspielschule besucht. Sehr lange kennen die beiden auch Dagmar Manzel, die dritte im Bunde der Hauptdarsteller. Zuletzt haben die drei 2005 in Matti Geschonnecks "Die Nachrichten" gemeinsam vor der Kamera gestanden. Kockisch, der bald wieder als Commissario Brunetti in Venedig dreht, haben das Buch und die Darsteller überzeugt, bei "Hoffnung für Kummerow" mitzuspielen. Diese Geschichte von den Verlorenen am Rande der Welt, die versuchen, etwas auf die Beine zu stellen, sei ungewöhnlich. Und natürlich Dagmar Manzel. "Eine meiner Lieblingspartnerinnen."
Hartes Training
Sie spielt Bürgermeister Kubiczeks Frau Irmgard, eine Hebamme, der wegen Nachwuchsmangels die Arbeit ausgegangen ist. Irmgard will nicht mehr in Kummerow bleiben, sie will weg, am besten in die Stadt. Aber Oskar möchte sein Reich nicht aufgeben und so versucht er, Investoren anzulocken. Als dann noch die frühere Kanu-Konkurrenz vom Nachbarort Zechin stichelt, organisiert er eine große Paddelregatta.
Für das Bootsrennen auf dem Seddiner See gingen die Darsteller durch die harte Schule von Rolf Neumann. Das Kanu-Urgestein vom SV Grünau aus Berlin nahm die Schauspieler unter seine Fittiche. Er übte erst zwei Tage an Land die Bewegungsabläufe. Beim Kanu-Achter kommt es vor allem auf die Koordination an. "Da war eine Menge Geduld beim Trainer gefordert", sagt er und schmunzelt. Henry Hübchen hatte den angenehmsten Platz im Boot. Er war der Steuermann. Als Kind hat er viel Segelsport betrieben. Da haben wir immer auf die Kanuten herabgeschaut, erinnert sich der zweimalige DDR-Meister im Surfen, im offiziellen Sprachgebrauch auch Brettsegeln genannt. "Das waren für uns die Galeerensklaven."
Letzter Strohhalm: Flusskrebse
Kubiczeks letzte Idee sind Flusskrebse. Eine Krankheit soll sie in ganz Europa ausgerottet haben. Nur im See bei Kummerow haben sie überlebt. Ist das schon ein Indiz auf eine mögliche Fortsetzung? "Ich glaube nicht", sagt Uwe Kockisch und lacht. Die Flusskrebse - das ist nur eine ganz kleine Hoffnung für "Hoffnung für Kummerow". Und kneift Daumen und Zeigefinger zusammen.
Link: www.drefa.de/hoffnung-fuer-kummerow-abgedreht.html













