(openPR) Mit dem Titel „FASZINATION KOOPERATION“ führte der Bundesfachausschuss des VerbändeNetzwerkes Menschen Machen Wirtschaft e.V. (MMW) eine Fachkonferenz in Halle/S. durch.
Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Banker und Vertreter diverser Wirtschaftsverbände, setzten sich intensiv mit den VORZÜGEN unternehmerischer Kooperationen auseinander. Dabei ging es sowohl um die Thematik „innerbetriebliche“, wie auch „zwischenbetriebliche“ Kooperationen, wie auch um gesellschaftliche Kooperations-Modelle
Im Eingangsreferat ging für den Vorstand von MMW das Vorstandsmitglied Gerd K. Schaumann auf aktuelle Zusammenhänge ein, die dem Thema KOOPERATION neuen „Schwung“ verheißen.
Hierzu zählte Schaumann beispielhaft:
· Parteienübergreifend ist ein TREND zu mehr Selbstverantwortung der Bürger erkennbar. Zugleich weiß jede Partei jedoch genau, wie gering die erwartete „SELBSTVERANTWORTUNGS-FÄHIKEIT“ bei der Mehrzahl der Bürger tatsächlich entwickelt ist. Die Lösung: Entwicklung von geeigneten KOOPERATIONS-FORMEN, in denen solche Nachteile zu kompensieren sind. Die Gründung von Seniorengenossenschaften um Modell des Betreuten Wohnens zu realisieren sind davon ein Teilaspekt.
· Das zunehmende Bewusstsein in der Bevölkerung für die Entwicklung alternativer Energiekonzepte schafft neues „WIR-Gefühl“ in den Kommunen. Die erfolgreiche Initiative der Bundesregierung („unendlich-viel-energie) setzt auf wohnortnahe Kooperationen: Gemeinden und Bürger „verschmelzen“ zu mannigfaltigen Kooperationsaktivitäten. Der weitere Vorteil: Das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen steigert sich durch gemeinsame Aktivitäten im „Verbund“ erheblich; eine eher resignative Politikhaltung scheint so umkehrbar.
· MITARBEITERBETEILIGUNG einerseits und TEAMARBEIT andererseits werden in Unternehmen zunehmend als echte „Produktivitäts-Steigerer“ erkannt, „kooperatives Denken“ scheint dem „Wettbewerbsdenken“ überlegen zu werden.
· Unternehmen gliedern Teilbereiche wie Forschung und Entwicklung aus, bilden daraus mit anderen Unternehmen neue Firmen. Der Vorteil: Kooperationen dieser Art schaffen klar wahrnehmbar nicht nur Kosten- sondern auch Qualitätsvorteile.
· Vielfältige Einkaufskooperationen von Bürgern und kleineren Unternehmen entstehen; der alte „Konsumgenossenschafts-Gedanke“ wird in moderner Form „wiederbelebt“. Das schafft bessere Konditionen und erhöht die Kundenbindung
· Großunternehmen, sich oft gern als „harte Konkurrenten“ darstellend, sind längst „MEISTER der KOOPERATION“ geworden. Sie gehen ganz nüchtern nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip vor: Was Vorteile schafft, ist besser – und sie kooperieren inzwischen nachhaltig, mit schnell wachsender Tendenz.
· KOOPERATIONEN finden wir heute auch verstärkt „segmentbezogen“. Bürger schließen sich gezielt zusammen, um Produkte und Märkte gemäß ihren Interessen zu beeinflussen. Eine der erfolgreichsten KOOPERATIONS-Gruppen stellen z.B. die „Silver Oeconomie“ und die „LOHAS“-Bewegung dar.
Seitens der teilnehmenden Wissenschaftler wurde das Thema KOOPERATION in Wirtschaft und Gesellschaft als „Trend-Setter“ eingestuft. Zahlreiche Beispiel belegten, wie sinnvoll und ausgeprägt z.B. Kooperation zwischen WIRTSCHAFT und HOCHSCHULE sind.
Das Ergebnis aus den einzelnen Arbeitsfeldern fasste Frank-Peter Evertz zusammen, der selbst inzwischen zahlreiche neue Kooperations-Modelle entwickelt und auf den Weg gebracht hat:
Sein Resümee: Selten habe ich eine so konstruktive und widerspruchsfreie Thematik erlebt. Schon eigenartig, dass kein Referent das „ob“ von KOOPERATION auch nur annähernd berührte. Es ging ausschließlich noch um das „WIE“ und das auf sehr kreativem Niveau.
Lothar Kühne (Genossenschaftlicher Prüfungsverband pvdp) fasste für die Wirtschaftsverbände das Ergebnis zusammen: Es scheint sich offenbar ein langgehegtes Vorurteil aufzulösen, dass KOOPERATION „riskant“ sei, weil damit Vorsprünge des Einzelnen abhanden kommen. Schauen wir uns heute die breite Palette der „KOOPERATIONS-MOTIVE“ von Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Bürgern an, erkennen wir unschwer, dass eine Lücke klafft im Berater-Markt. Unternehmensberater, die wirklich Erfahrung und Know How im KOOPERATIONS-MANAGEMENT haben, sind leider noch rar.
Es macht wenig Sinn – und darin waren sich die anwesenden Unternehmensgeschäftsführer und Vorstände von Genossenschaften mit den Wissenschaftlern einig – tradierte Managementkonzeptionen in das Zeitalter der KOOPERATION unverändert „einzuführen“. Das vor kurzem auf dem deutschen Markt erschiene Buch „Die WEISHEIT der VIELEN“ (James Surowiecki) mit dem für viele provokativ klingenden Untertitel „Warum GRUPPERN klüger sind als EINZELNE“, deutet an – so ein Vertreter der Wissenschaft - , dass der Kooperations-Trend auch eine neue „Forschungs-Haltung“ auslösen wird. „Die (Mit-) Unternehmer“ - statt - „Der Unternehmer“ – der Blickwinkel verschiebt sich vom Einzelnen auf die Gruppe. Liegt deshalb vielleicht die Unternehmensform „GENOSSENSCHAFT“ so gut im aufstrebenden Trend und Ansehen in Bevölkerung und Politik? (Klaus Hansmann, Aufsichtsrat einer eG).
Dies näher zu beleuchten und spezielle Führungskonzeptionen für unternehmerische Kooperationsformen zu entwickeln, soll Aufgabe einer der nächsten Fachkonferenzen des VerbändeNetzwerkes (MMW) werden. Ein in Verbindung mit 2 Fachhochschulen und 2 Hochschulen geschaffenes Verbund-Forschungsprojekt „KOOPERATIOS-OPTIMIERUNG“ wird dazu die notwendigen Impulse liefern. Außerdem lobt das VerbändeNetzwerk einen Förderpreis „Kreative Wirtschafts-KOOPERATION“ aus. Interessenten – insbesondere Studenten – können sich dazu direkt beim VerbändeNetzwerk informieren und bewerben (per e-mail mit dem Stichwort „Wirtschafts-KOOPERATION“)










