(openPR) Ausstellung über den Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer in Düsseldorf
Im vergangenen Jahr wäre Friedrich Wilhelm Kraemer (1907–1990) 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ist sein Lebenswerk in einer Ausstellung aufgearbeitet worden. Der Architekt, dem die „Braunschweiger Schule“ zu verdanken ist, hat auch in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Düsseldorf, seine Spuren hinterlassen. Nach seinen Plänen entstand die Landeszentralbank, heute Zentrale der Deutschen Bundesbank (1959-64), die Sparkasse (1959-64) und der Neu- und Umbau der Deutschen Bank (1976-90). Gezeigt wird die Ausstellung vom 24. Oktober bis 25. November 2008 im Haus der Architekten, Zollhof 1, in Düsseldorf. Sie wird gemeinsam von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und dem M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW präsentiert. Erarbeitet wurde die Ausstellung von der Technischen Universität Braunschweig.
Der Architekt
Die elegante, flache, muschelartige Kuppel der Jahrhunderthalle der Farbwerke Hoechst A.G. in Frankfurt ist wohl das markanteste und bekannteste Gebäude, das der Architekt Kraemer entworfen hat. 1962 wurde die Konzert- und Kongresshalle fertig gestellt. Sie ist Ausdruck von Kraemers internationaler Orientierung, die dazu beitrug, die deutsche Geschäfts-, Wohnungs-, Industrie- und Kultur-Architektur in der Nachkriegszeit neu zu profilieren. Ganzheitlich-kulturell gebildet lag Kraemers Arbeiten immer ein ethisch-ästhetisches Verständnis von Architektur zugrunde, das er auch als Hochschullehrer seinen Studenten vermittelte.
Neben Egon Eiermann oder Sep Ruf gehört Kraemer zu den einflussreichsten Architekten nach 1945. Fasziniert vom Baugeschehen in Skandinavien (Arne Jacobsen) und den USA (Mies van der Rohe; Eliel Saarinen; Skidmore, Owings & Merrill) war er, anders als viele Kollegen seiner Generation, stets auch um einen sensiblen Umgang beim Bauen in historischer Umgebung bemüht. Hierfür ist der Umbau der Herzog-August-Bibliothek (1962-81) in Wolfenbüttel ein herausragendes Beispiel. Dabei ging es Kraemer um die Reflektion der überlieferten Architektur, eine deutliche Trennung von Alt und Neu sowie die Qualifizierung des Tradierten für die Gegenwart.
Die Ausstellung
Entwickelt hat diese erste Gesamtschau ein Ausstellungsteam um Prof. Dr. Karin Wilhelm von der gtas der Technischen Universität Braunschweig, basierend auf persönlichen Gesprächen mit Weggefährten Kraemers, der Durchsicht zahlloser Bauakten und Baupläne sowie der Sichtung seiner wenigen persönlichen Zeichnungen und Fotos. Gezeigt werden Originalpläne von Projekten und Wettbewerben, Skizzen, Aufsätze in Auszügen und Briefe. In einer rund 35-minütigen Filmdokumentation kommen Zeitzeugen zu Wort. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und wurde zunächst im Rahmen von „Braunschweig Stadt der Wissenschaft 2007“ in Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum gezeigt.
M:AI und die aktuelle Architektur-Diskussion
Die Architektur der 1960er und 1970er Jahre steht aktuell im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Die Bauten dieser „zweiten Moderne“ bedeuten für viele nicht nur die rigorose Loslösung von architektonischen Traditionen, sondern auch unmenschliche monotone Großformen, spröde Materialien, schlicht den Verfall der Baukunst. Einige dieser ungeliebten Architekturen wurde in den letzten Jahren stark vernachlässigt und zum Teil bereits abgerissen. Der Blick auf die Gebäude dieser Zeit bleibt viel zu oft undifferenziert. Beseelt vom Fortschrittsglauben suchten die Architekten der Nachkriegsdekaden in Deutschland nach neuen dezidiert modernen Ausdrucksformen und bemühten sich um den Anschluß an die internationale Architekturszene. Eine herausragende Stellung nehmen dabei die Bauten von Friedrich Wilhelm Kraemer ein, deren Qualitäten in der Ausstellung und im Begleitprogramm gewürdigt werden. Zusammen mit der Architektenkammer NRW möchte das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW einen Beitrag zu einer differenzierten Diskussion über die Nachkriegsarchitektur leisten. Das M:AI wird sich mit seinem Programm 2009 verstärkt diesem Theam widmen.
Die Eröffnung
der Ausstellung findet am 23. Oktober 2008 um 18 Uhr im Haus der Architektur, Zollhof 1 in Düsseldorf statt.
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9 – 18 Uhr.
Kontakt für Journalisten:
Anette Kolkau, M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst, Tel. 0179 4967881
Christof Rose, Architektenkammer NRW, Tel. 0211 49 67-34
www.mai.nrw.de
www.aknw.de









