(openPR) Demenzbetreuung stellt hohe Anforderungen an Personal / Ausweitung des Stundenvolumens nötig
Berlin. Der Verband Deutscher Privatschulverbände äußert sich kritisch zum Vorhaben der Bundesagentur für Arbeit, Langzeitarbeitslose in 160 Stunden für die Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen auszubilden. „Für den Umgang mit dementen Menschen muss man vielfältige fachliche und persönliche Fähigkeiten mitbringen“, sagt VDP-Vorstandsmitglied Petra Witt. „Nicht jeder Langzeitarbeitslose ist für diese anspruchvolle Tätigkeit geeignet.“ Denn zum Krankheitsbild der Altersdemenz gehörten Persönlichkeitsveränderungen ebenso wie plötzliche Stimmungs- oder Verhaltensschwankungen. Oftmals verhielten sich die Betroffenen orientierungslos oder sogar aggressiv. Daher setze der Umgang mit Demenzkranken ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Ausgeglichenheit, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und persönlicher Reife voraus. Nur wer diese sozialen Kompetenzen erwiesenermaßen mitbringe, solle zur Schulung zugelassen werden, fordert der Verband, der u.a. die Interessen von zahlreichen Altenpflegeschulen vertritt.
Für viel zu gering hält der Verband das geplante Stundenvolumen der Ausbildung. Hier gelte es, einem Schnellschuss der Politik vorzubeugen. Zwar sei es grundsätzlich zu begrüßen, dass die Politik sich endlich mit dem Thema Pflegenotstand in unserer alternden Gesellschaft auseinandersetzt. Jedoch müssten die Rahmenbedingungen für die entsprechende Qualifizierung auch richtig gesetzt werden. Der VDP fordert deshalb eine mindestens 200stündige Theorieausbildung sowie einen 100stündigen Zusatzkurs Gerontopsychatrie, an den sich ein dreimonatiges Pflichtpraktikum anschließt.
Um keinen Verdrängungswettbewerb durch die billigeren Pflegeassistenten im Pflegesektor auszulösen, sei es zudem notwendig, eine klare Abgrenzung zu den Aufgabenbereichen der Altenpflegehelfer und Altenpfleger zu definieren. „Ausgebildeten Pflegeassistenten muss bei entsprechender Eignung jedoch der Aufstieg zu diesen Berufsfeldern ermöglicht werden“, so Petra Witt. Daher sollte ein modulares Bildungs-Baukastensystem mit Durch- und Aufstiegsmöglichkeiten konzipiert werden. So eröffnen sich neue Perspektiven – und zwar nicht nur für Langzeitarbeitslose.










