(openPR) KOELN/ESSEN. Man nehme einen leeren Joghurtbecher, Wäscheklammern und Flaschendeckel und schon wird aus Abfall eine kleine bunte Figur, die nicht nur Kinder verzaubern kann. Und genau das machen die jungen Patienten der Dialyse Stationen in Köln und Essen, wenn der Künstler José Victor de Sousa Carvalho, kurz Zévi genannt, am 12. September in Köln und am 15. September in Essen um jeweils 15 Uhr ihre Stationen in eine Bastelwerkstatt verwandelt. Frei nach dem Recycling Prinzip erschaffen die jungen Nachwuchskünstler im Alter von fünf bis zwanzig aus alten Tetrapacks oder Strohhalmen lustige Figuren und Tiere, die zu neuen farbenfrohen und fröhlichen Kunstwerken voller Lebendigkeit werden.
Durch seine Kunst zeigt Zévi, wie gut Recycling und künstlerische Kreativität zusammenpassen. Mit einfachsten Mitteln wird aus etwas Altem ein neuer innovativer Gegenstand. „Die reguläre Bedeutung der meisten Objekte, was auch immer sie sind, haben gleichzeitig auch eine andere Lesart - sie können auf andere Weise gesehen, interpretiert und gebraucht werden“, so beschreibt der Künstler seine Arbeit. 2005 gründete er OFICINA ReCRIATIVA und das ReCICLAGEM ReCONSTRUCTIVA Konzept – in Workshops macht er Kunst einfach mal anders und demonstriert seinen Teilnehmern eine neue Sicht auf banale alltägliche Gegenstände. Mit berührender Leichtigkeit erschafft der gebürtige Portugiese aus den Abfallprodukten eines jeden Haushaltes überraschende Kreationen. Soziale Belange und vor allem die Arbeit mit Kindern liegt Zévi besonders am Herzen. Erfahrung mit der Arbeit im Krankenhaus hat er bereits in Portugal durch die Arbeit mit den dortigen Klinikclowns gesammelt.
Die Zusammenarbeit mit der bacana - growing talents und dem gemeinnützigen Verein „Selbsthilfe Nierenkranker Kinder und Jugendlicher Rheinland e.V.“, kurz Nephrokids genannt, ermöglicht den offenen Bastelworkshop und verspricht eine spannende und lustige Abwechslung für die nierenkranken Kinder zu werden. Für einen Nachmittag sind ihnen keine Grenzen gesetzt!
Denn davon gibt es im Alltag der Kinder bereits genug. Eine Nierenkrankheit, die bei Jugendlichen und Kindern in jeder Altersklasse auftreten kann, bedeutet regelmäßige Dialyse, meist lange Krankenhausaufenthalte und lebenslange schwere Medikation. Für Kinder heißt eine solche Diagnose ein Stück weit der Verlust der eigenen unbeschwerten Kindheit. Der Gang zur Toilette, fröhliches Spielen mit Freunden, Sport und Freizeitaktivitäten und auch die Nahrungsaufnahme, all das, was für Gesunde den normalen Alltag widerspiegelt, ist für nierenkranke Kinder mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Verbote sind oft an der Tagesordnung.
Die klassische und häufigste Behandlungsmethode, die Hämodialyse, verlangt von den kleinen Patienten dreimal die Woche für drei bis fünf Stunden im Krankenhaus zu sein. Teilweise dauert allein die Anfahrt noch zusätzliche 1-2 Stunden, weil es deutlich weniger Dialyse-Stationen für Kinder als für Erwachsene gibt. Durch die langen Krankenhausaufenthalte bleibt kaum Zeit zum Spielen oder Treffen mit Freunden. Auch in punkto Ernährung muss auf Vieles verzichtet werden. Alles, was Kinder mögen und gerne essen enthält oft Kalium und Phosphat. Pommes mit Ketchup oder Schokolade stehen zum Beispiel auf der Verbotsliste für die kleinen Dialysepatienten.
Grund genug den betroffenen Kindern den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Seit 1990 organisiert Nephrokids Aktionen wie den Severinsstaffelllauf, Hausaufgabenhilfe oder auch Krankenhaus-Clowns. Und jetzt werden am 12. und 15. September die Patienten zu kleinen Nachwuchskünstlern. Die Kids werden auf spielerische und kreative Weise angeleitet, aber basteln müssen sie selber und zwar ganz ohne Einschränkungen und Verbote! Ein Nachmittag, der Abwechslung und Neues schafft!
Wer Zévis Arbeiten sehen möchte, sollte zur bacana – NOVAVISION im Sommer 2009 kommen, denn dort wird seine Kunst auch die Messebesucher verzaubern.













