(openPR) Deutsch-polnische Theateraufführung im Bunker von Stettin (Szczecin)
Ein außergewöhnliches Kulturerlebnis bietet das Zentrum Vermietung und Touristik Ende August in Stettin an. Nach einer beeindruckenden Führung durch die größte Zivilschutzanlage in Polen, besucht man die Aufführung eines Theaterstückes in einem der Bunkerräume. Tief unter dem Stettiner Hauptbahnhof wird man Teil der Geschichte Deutscher aus dem Stettin der Nachkriegstage kurz vor Ihrer Zwangsaussiedlung. Während man etwas komfortabler als die Personen damals in dem kühlen feuchten Raum auf Bänken sitzt, agieren die Schauspieler als Teil der "Schutzsuchenden" um die Zuschauer herum. Dabei wird die ganze Breite der Gefühle der Menschen kurz vor dem erzwungenen Aufbruch in eine ungewisse Zukunft für das Auditorium durch den einzigartigen Ort intensiv spürbar. Das Publikum sitzt genau in dem Raum, der als letzte "Festung", die letzte Verbindung zum alten Leben war. Gerade kurz nach der Urlaubszeit können sich Viele vielleicht annähernd ein Bild davon machen, wie es ist, alle materiellen Güter seines Lebens auf 50 kg zu beschränken. Das war aber nur eines der Probleme der Menschen in diesen Tagen. Das Drama, das auf einer Novelle von Artur D. Liskowacki basiert, erzählt von Angst, Loslassen, Hoffnung. Während die Schauspieler das Stück in polnischer Sprache aufführen, werden die deutschen Texte an die Wand projiziert. "Der Stettiner Bunker", so Agnieszka Fader, Büroleiterin des Zentrums, "soll nicht nur bloße Attraktion, sondern auch eine Begegnungsstätte, besser eine Stätte der Annäherung, der begreifbaren Auseinandersetzung mit der Geschichte werden." Auch das Datum der Aufführungen wurde ganz bewusst gewählt – am 29. August 1944 wurde Stettin durch viele tausende von Sprengkörper in ein Inferno gebombt. Nach dieser Hölle war die Stadt nahezu dem Erdboden gleich. Fast 2.500 Bewohner der Stadt suchten damals Schutz in den Gängen und Räumen des Bunkers.
Die beeindruckende Führung in deutscher Sprache vor der Aufführung zeigt den Bunker als faszinierendes Bauwerk. Mit einer Größe von 2.500 m2 bot er ebenso vielen Schutzsuchenden Platz. Als der Bunker 1941 mit nahezu unvorstellbaren Mengen Stahlbeton errichtet wurde, nutzten die Erbauer alte Korridore aus dem 19. Jahrhundert. Der Bunker erstreckt sich über fünf Etagen. Von der höchsten Stelle bis zum tiefsten Punkt beträgt der Höhenunterschied 16 Meter. Die Anlage war autark in der Strom- und Wasserversorgung. Während der Besichtigung erfährt der Besucher auch Interessantes über die Fußboden- und Wandgestaltung. Ständig schwankt man zwischen Faszination und Beklemmung. Eine gute Voraussetzung, um sich während der Aufführung auf die Schicksale einzulassen.
"Eine Kleine" im Bunker der Stadt Stettin
am 29. und 31. August 2008, Beginn 18:00 Uhr.
am 30. August 2008, Beginn 16.00 Uhr
Die Tickets kosten inklusive Führung 50 PLN (ca. 16 Euro) ermäßigt 40 PLN (ca. 12,50 Euro).
Anreise mit dem Auto (knapp 90 Minuten von Berlin) zum Stettiner Hauptbahnhof oder dem Regionalexpress
Mehr Informationen unter 0048 91 434 08 01 (deutsch)
oder unter www.stettin-erleben.de









