(openPR) Polizeieinsatz vom 19.08.2008
MSV Duisburg – Hansa Rostock
Bei dem gestrigen Fussballbundesliga-Spiel zwischen den Zebras und der Kogge ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen. Leider gibt es im Rahmen dieser Amthandlungen der Polizei einige Verletzte auf Seiten der blau-weiß gestreiften Zebraanhänger. Darunter sind leider auch dieses Mal wieder Frauen und Kinder. Ein massiver Streueinsatz von Reizgas sowie die Inanspruchnahme der Dienstknüppel war scheinbar notwendig, um nach Jahren der Ruhe am Fanprojekt aus einem Spieltag einen denkwürdigen Abend zu machen.
Bereits in den Mittagsstunden wurde ein einzelnes Mitglied der Kohorte Duisburg von einer Gruppe Rostockern seiner Utensilien beraubt. Im späteren Nachmittag/Abend ist es zudem zu einem ersten Angriff auf den Fancontainer des Duisburger Fanprojektes vor dem Spiel seitens gewaltbereiter Rostocker gekommen. Hier hat die Polizei rechtzeitig eingreifen können. Bereits ab diesen Moment wurde lediglich die Duisburger Fanszene gefilmt und kritisch beäugt.
Nach dem Spiel MSV - Rostock versammelten sich wie immer Fans verschiedenster Coleur am Fanprojekt Container, um das Spiel noch einmal Revue passieren zu lassen. Auffällig war zu diesem Zeitpunkt (ca. 22.30) schon eine sehr große Polizeipräsenz. Die Beamten hielten sich jedoch im Hintergrund. Gegen 23 Uhr und im Zuge der Dunkelheit wurde man einer größeren Gruppe "sportlich gekleideter" Leute gewahr, die sich von der Nordkurve in Richtung Container bewegten.
Daraufhin herrschte bei den anwesenden Fans eine gewisse Anspannung, schien es sich hierbei doch um Rostocker zu handeln. So wurden alle Frauen und Kinder in Richtung Container "geschickt", denn man schien einem zweiten Angriff ausgeliefert. Das veränderte Verhalten der Personengruppe um das Fanprojekt Duisburg fiel auch der hiesigen Einsatzgruppe der Polizei auf, welche sich nun zwischen den beiden Fangruppen positionierte. Wortkarg zeigte sich dabei keine der 3 Parteien.
Ohne Informationen oder ein klärendes Gespräch schritt die Polizei nun in Richtung Container des Fanprojektes und drängte die Gruppen damit auseinander. Dabei wurde sehr rüpelhaft vorgegangen, leider kamen bei dieser Taktik nicht nur Schlagstöcke zum Einsatz, nein es wurde geschubst & beleidigt. Natürlich waren die meisten Fans, die nicht in irgendeine Art der Provokation involviert waren, sehr überrascht und so machte sich eine große Unruhe breit, die auch in Missfallensbekundungen gegenüber der Polizei zum Ausdruck gebracht wurde. Die Reaktion der Polizei war lediglich, mehr oder weniger wahllos mit Knüppeln auf Unbeteiligte einzuprügeln und sehr, sehr großzügig sowie mit gezielten Schüssen Pfefferspray auf Personen die im Aktionsradius der jeweiligen Gesetzesvertreter standen zu verteilen, so dass viele Anhänger leicht bis mittelschwer verletzt wurden und sofort behandelt werden mussten. Personen, die neben und hinter den Container gebracht wurden um mit Wasser die Augen ausgespült zu bekommen, wurden verfolgt. Auch hier keine Reaktionen auf Bitte nach Namen.
Währenddessen wurde eine Gruppe Duisburger über den Parkplatz gejagt, einer der "Flüchtenden" stolperte und wurde sogleich von einem Beamten von hinten angesprungen, 4 weitere gesellten sich dazu und "bearbeiteten" denjenigen ausgiebig mit ihren Knüppeln, als er schon hilflos am Boden lag.
Kurz darauf mussten MSV- Fans in dieser Situation auf eine ca. 25-Mann starke Gruppe gewaltbereiter Rostocker aufmerksam machen, die dann ebenfalls aufgelöst wurde. Ein zweiter Angriff konnte so vermieden werden.
In der Zwischenzeit waren mehrere Krankenwagen und Sanitäter vor Ort eingetroffen, um den verletzten Fans erste Hilfe zu leisten. Viele waren derart verletzt, dass sie nicht ohne Hilfe den Heimweg antreten konnten und begaben sich in Behandlung.
Der großen Taten nicht genüge kesselte die Polizei sodann die Krankenwagen ein, filmte die Opfer und nahm von jedem, der in Behandlung war, die Personalien auf, nicht ohne eine Anzeige wegen Landfriedensbruch anzukündigen. Im Zuge der ganzen Aktion wurden auch Fans, die nach Namen von Beamten fragten, ausgelacht, bedroht und mit einem Platzverweis belegt, obwohl sie augenscheinlich nichts Verbotenes getan haben.
Desweiteren wurde dem Fanbeauftragten und Mitarbeiter des MSV Duisburg angedroht, inhaftiert zu werden. Auch ein Aufsichtsratmitglied des MSV musste seine Personalien abgeben und wird wahrscheinlich eine Anzeige erhalten. Weitere Offizielle wie das Fanprojekt Duisburg, welche versuchten schlichtend einzuwirken, wurden nicht bevorzugt behandelt. Personen wie Michael Meier waren zugegen und konnten sich noch ein Bild der polizeilichen Aufräumarbeiten machen.
Der Fanstammtisch in Form der Zebraherde verurteilt dieses eskalierende Verhalten zutiefst. Die Reaktion der hiesigen Polizei war nicht nur gezielt und gewaltvoll, sondern ließ die Situation im Gegensatz zu der vorherigen unüberschaubar werden.
Wir verlangen eine umgehende Stellungnahme der Einsatzkräfte (die uns namentlich bekannt sind) und des MSV Duisburg. Es kann nicht sein, dass die eigenen Anhänger verdroschen und Mitarbeiter mit Inhaftierung gedroht wird.
Nachdem die Zebraherde schon vor Wochen einen Brief mit dem immer aggressiveren Verhalten der Polizei in Duisburg an den Polizeipräsidenten sendete und einen Gesprächstermin vereinbarte, sehen wir diesen Vorfall als sinnbildlich an. Unsere Sorge, dass es einmal zu einem solchen Vorfall kommen könnte, lies uns handeln. Dass wir mit unserer Thematik nah am Puls der Zeit waren und für die nun begonnene Saison eine gemeinsame Lösung finden wollten, war uns klar- ein solches Verhalten jedoch nicht.









