(openPR) Studieren auf Hartz-IV-Niveau: Umfrage zur Lage an den Unis
Frankfurt, 11. 8. 2008. Nach einer repräsentativen Umfrage des Online-Antiquariats ZVAB haben zwei Drittel aller Studierenden weniger als 600 Euro pro Monat zur Verfügung, ein Drittel sogar weniger als 400 Euro. Damit dürften viele nach Abzug der Wohnkosten noch deutlich unter dem Hartz-IV-Regelsatz von 351 Euro und damit unter dem Existenzminimum liegen. Wenig verwunderlich also, dass die meisten Studierenden einen Nebenjob brauchen, um das Studium überhaupt bestreiten zu können.
Nebenjobs durch neue Studiengänge erschwert
Aber auch das Jobben nebenher wird durch die verschulten Studienbedingungen um einiges schwieriger: „Verstärkt wird das Ganze noch durch die neuen, vom zeitlichen und fachlichen Aufwand gestrafften Bachelorstudiengänge, bei denen ja nicht mehr wirklich Zeit ist, nebenher zu arbeiten“, berichtet die BWL-Studentin Petra Buschmann, die einen von drei Studienzuschüssen über 500 Euro gewinnen konnte. Das Geld will sie konsequenterweise zunächst für den Verwaltungskostenbeitrag nutzen. Buschmann zeigt Verständnis dafür, dass sich laut Umfrage zwei Drittel der Studierenden abgezockt fühlen: „Für jemand, der Bafög bekommt und nebenher arbeiten muss, sind die Kosten fast nicht mehr tragbar.“
Fehlende Bücher, schlechte Ausstattung: Studiengebühren zeigen keine Resultate
Studierende sehen sich zudem mit immer höheren studienbedingten Kosten konfrontiert. Fast die Hälfte gibt an, mindestens alle drei Monate benötigte Fachliteratur vergeblich in den Bibliotheken (und oft auch im Buchhandel) zu suchen. Trotz zusätzlicher Studiengebühren hat sich an der mangelhaften Ausstattung vielerorts wenig geändert: „Und man sieht eben nichts von dem Geld, was man an die Universität zahlt. Es wird trotzdem an jeder Ecke gespart und die versprochenen Verbesserungen, die ein Hauptargument für die Studiengebühren waren und sind, kommen nicht oder nur sehr langsam zum Tragen.“ Angesichts dieser Entwicklung ist das Absinken der Studierendenquote im letzten Jahr auf 36 Prozent umso alarmierender und entlarvt das noch einmal bekräftigte Ziel der Bundesregierung einer Erhöhung auf 40 Prozent als leeres Lippenbekenntnis. Ein wenig Erleichterung fürs gestresste Studentenleben gibt es wenigstens, natürlich abseits politischer Maßnahmen: 77 Prozent der Studierenden greifen inzwischen auch auf gebrauchte Fachbücher zurück und nutzen dabei in erster Linie Online-Angebote von Buchantiquariaten wie ZVAB oder Büchertauschbörsen.











