(openPR) Die größte Wasserkraftanlage, die vor Einführung der Wasserturbine erbaut worden ist und nicht zu Unrecht als „technisches Wunder“ galt, wurde auf Geheiß Ludwigs XIV. von Frankreich in den Jahren 1681 bis 1685 bei Marly an der Seine errichtet. Ihre einzige Funktion bestand darin, die Fontänen im Schloßpark von Versailles mit Wasser zu versorgen. Vierzehn Wasserräder von je 12 m Durchmesser, angetrieben von den Wassern der Seine, setzten über Stangenkünste 22 Pumpen in Bewegung, die das Wasser durch gußeiserne Röhren in drei Stufen 162 m hoch auf den Aquädukt von Louvenciennes hoben. Auf der ersten Stufe wurde das Wasser von 64 Kolbenpumpen in einen 48,5 m Höhe gelegenen Zwischenbehälter getrieben. Von hier aus drückten 79 Kolbenpumpen das Wasser um weitere 56,5 m Höhe in einen zweiten Zwischenbehälter. Die restlichen 57 m legte das Wasser mit Hilfe von 78 Kolbenpumpen zurück. 1800 Menschen arbeiteten fünf Jahre auf dem Bauplatz der Anlage. Ganze Wälder wurden abgeholzt, 17 500 t Eisen, 900 t Blei, 850 t Kupfer verbraucht, um das „Wunderwerk“ in Gang zu setzen. Nach ihrer Inbetriebnahme forderte die Anlage, die 8 Millionen Livres (etwa 40 Millionen Euro) verschlang und einen beträchtlichen Aufwand zur Unterhaltung erforderte, täglich etwa 3200 m³ Wasser. Ihre Gesamtleistung betrug jedoch nur 60 kW, weniger als heute ein mittlerer LKW-Motor an Leistung abgibt, umgerechnet je Wasserrad ebenfalls kaum mehr als 4 kW.
Konstrukteur und Architekt der gigantischen Anlage soll ein gewisser Rennequin Sualem aus der Gegend von Lüttich gewesen sein.
Die Wasserkraftanlage bei Marly soll nun in einem 3D Projekt von neuem Auferstehen. Realisieren soll dies die Firma epromod (http://www.epromod.de). Mit Hilfe der 3D Visualisierung soll die gesamte Konstruktion rekonstruiert werden. Unter anderem soll eine Echtzeitsimulation in 3D ermöglicht werden, welche auch im Internet interaktiv zu bewundern sein wird.
Die neuen Möglichkeiten der interaktiven 3D Visualisierung eröffnen Interessierten, Studenten und Wissenschaftlern völlig neue Wege, die damalige Baukunst zu verstehen.









