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Formel 1 in Ungarn - Zwischen Boliden und Subventionen

08.08.200815:43 UhrSport

(openPR) Mit einem Sensationssieg von Heikki Kovalainen auf McLaren-Mercedes endete das Formel-1-Rennen am Hungaroring in Budapest. Hunderttausende verfolgten dieses Spektakel. Die Königsklasse des Motorsports erfreut sich in Ungarn ganz besonderer Beliebtheit, obwohl sie seit 22 Jahren keine Gewinne abwirft und auch noch staatlich subventioniert werden muss. Unser Osteuropa-Korrespondent Andreas Gulya ist dem Formel-1-Fieber in Ungarn auf den Grund gegangen und macht die Rechnung auf.



Es war schon damals eine schier unglaubliche Sensation, dass das damalige "Ostblockland" Ungarn bereits 1986 schaffte, Formel-1-Rennen hinter den "Eisernen Vorhang" zu holen. Bei aller Freude, seit dem sind diese Rennen aber auch mit Skandalen gepflastert.

Bernie Ecclestone, der Pate des Formula One, scheint an den Ungarn einen Narren gefressen zu haben. Der gültige Vertrag mit den Magyaren wäre 2011 ausgelaufen, aber jetzt wurde er schon vorzeitig bis 2016 um fünf Jahre verlängert. Ecclestone meinte hierzu, dass man mit dem "Gebotenen" außerordentlich zufrieden sei, der Hungaroring hätte außergewöhnlich gute "Gegebenheiten" und sei bereits "voll auf europäischem Niveau".

Grund für die vorzeitigen Verhandlungen war die Sorge der Ungarn, dass in den kommenden Jahren die Anzahl der Rennen in Europa auf die Hälfte reduziert werden könnte. Statt von zehn "Große Preise" sollten lediglich vier bis fünf in Europa ausgetragen werden. Ungarn wollte unbedingt dabei bleiben, und nach den Worten des auch für den Sport zuständigen Ministers, István Gyenesei, haben die Magyaren auch rechtzeitig gehandelt.

Nach seinen Worten sei der neue Vertrag der "alte", beziehungsweise seine direkte Fortsetzung. Ecclestone soll lediglich darauf bestanden haben, dass die Lizenzgebühren zwischen 2012 und 2016 jeweils jährlich um 10 Prozent steigen.

In diesem Jahre zahlte man laut Gyenesei 18,2 Millionen US-Dollar an Ecclestone. Da der Vertrag in Dollar ausgemacht wurde, trägt Ungarn zusätzlich noch das Währungsrisiko. Aber im Moment ist die ungarische Währung HUF dem Dollar gegenüber relativ stark.

Das erfolgreichste Jahr der ungarischen Formel 1, gemessen an den Zuschauerzahlen, war 2007. Es kamen über 250.000 Motorsport-Fans zu der Veranstaltung, die den Organisatoren des Rennens Einnahmen von über 8 Millionen Euro bescherten. Hinzu kamen die Steuereinnahmen und die Umsätze der "Formel-1-Dienstleister" in Höhe von 60 Millionen Euro.

Bei dieser Gesamtrechnung darf nicht vergessen werden, dass der ungarische Steuerzahler das Formel-1-Spektakel in Budapest auch noch mit 12 Millionen Euro subventioniert. Somit wurden bei diesem Rennen rund 80 Millionen Euro "bewegt", und das an einem Wochenende.

Während des Super-Rennwochenendes in 2007 durften sich die Budapester Hotels über eine 90-prozentige Auslastung freuen. Einen Trend konnten die Hoteliers aber nicht umkehren: Die Renntouristen buchen neuerdings lediglich zwei statt der vorher "üblichen" drei Nächte buchten.

Beim Formel-1-Rennen am vergangenen Sonntag wurde ein neuer Rekord aufgestellt. An diesem Tag pilgerten 106.000 nach Mogyoród. Noch nie waren an einem Sonntag so viele bei einem Rennen anwesend. Insgesamt belief sich die Zuschauerzahl an den drei Tagen auf 241.000. Schätzungen gehen davon aus, dass mit diesem Rennen ein "Umsatz" von 60 Millionen Euro generiert wurde.

Politiker und die ungarischen Formel-1-Organisatoren verweisen in diesem Zusammenhang sehr gerne noch auf die "nicht messbaren Vorteile" der Pflegung des Landesimages. Denn das Formel Eins Rennen ist Jahr für Jahr das größte Sportereignis in Ungarn, das in unzählige Länder übertragen werde.

Nicht desto trotz gibt es nach der Wende die mal heftiger, mal ruhiger geführte Diskussionen, warum gerade Steuergelder für das Rennen ausgegeben werden müssen? Warum trägt sich das Rennen nicht, wieso kann das Management keinen satten Gewinn ausweisen? Die Rennstrecke als solche ist zuletzt in 1989 umgebaut worden. In den Jahren 1997 und 2003 sind dann weitere Korrekturen am Kurs und an der Sicherheit vorgenommen worden. Diese Umbaumaßnahmen können nach Meinung vieler Ungarn nicht ursächlich für die Subventionen sein.

Andere verstehen es bis heute nicht, warum die Fernsehsrechte von der ungarischen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt MTV, auf RTL Ungarn, übergegangen sind? MTV wurde schon damals mit Milliarden an Steuergeldern subventioniert, die Formel Eins Übertragung war die einzige noch verbleibende Cash-Cow für den Sender.

Der Skandal, der sich unter dem damaligen Sportminister Tamás Deutsch, zugetragen hatte, brachte für den ungarischen Zuschauer nur ein "positives Element". RTL durfte die Übertragung des Rennens nicht mit Werbepausen völlig unterbrechen, das Rennen selbst muss immer eingeblendet bleiben. Bei MTV konnte man die Übertragung ohne Werbepausen genießen.

Es gehört zumindest zu den lustigen, aber auch peinlichen Geschichten, dass László Palik, der seine Karriere als Sportjournalist begann, aber seit 2001 Chairman der Hungaroring Sport AG ist, neuerdings auch noch Rennen fährt. Als Chairman hat er es sich darüber hinaus nicht nehmen lassen, die Rennen im Fernsehen einige Jahre lang immer noch selbst zu kommentieren.

Eines ist klar: Die Diskussionen um die staatlichen Steuergelder hört erst dann auf, wenn die Hungaroring Sport AG unter der Leitung des Sport-kommentators Palik endlich Gewinne macht. Leider schafft sie es seit 22 Jahren nicht. Aber den ungarischen Staat scheint das aus welchen Gründen auch immer nicht zu stören, denn von Veränderungen im Hungaroring-Management hört man weit und breit nichts.

Was allerdings hoffentlich bleiben wird, sind die spannenden Rennen. Mal ist es der Regen, mal ein Motorausfall, der für Spannung auf der Rennstrecke sorgt. Der Formel-1-Gott scheint die Ungarn also sehr gern zu haben. Und die Gelder der ungarischen Steuerzahler natürlich.
(ATN/Andreas Gulya, 08.08.2008)

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