(openPR) Einen Wertewandel in Deutschland diagnostiziert Prof. Dr. Horst W. Opaschowski (Hamburg) in einer Studie: Das Zeitalter des Individualismus der 80er und 90er Jahre scheint sich dem Ende zuzuneigen; die Ellenbogenmentalität scheint von einer Verantwortungsgesellschaft zurückgedrängt zu werden.
"Viele müssen Abschied nehmen vom Immer-Mehr: In den letzten Jahren ging der Anteil der Deutschen, die glaubten, es ginge ihnen wirtschaftlich ´besser als früher´, deutlich zurück (1992: 36%, 2006: 22%). Nur mehr etwa jeder fünfte Bundesbürger fühlt sich heute noch als Wohlstandsgewinner: Immer weniger können also in gewohntem Wohlstand zwischen Ausgehen, Shopping und Urlaubsreise so weiterleben wie bisher."
Daher nehmen viele Arbeitnehmer "Abschied vom ´Immer-Mehr´ und legen stattdessen mehr Wert auf das ´Immer-Besser´. Letzteres ist nachhaltiger und sorgt für mehr Lebenszufriedenheit. Langfristig verändert sich damit auch das Statusdenken. Prestige gewinnt der, der mit sich und seinem Leben zufrieden ist - und nicht der, der sich immer mehr leisten kann. Die soziale Dimension des Lebens wird wichtiger als die materielle."
Immer ausgeprägter orientieren sich Menschen "an Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit im Leben. Die Omnipräsenz dieser Werte in Öffentlichkeit und Medien (´Sintflut der Sinnflut´) birgt allerdings die Gefahr der Orientierungslosigkeit und der Sinnkrise bei der Suche nach gemeinsamen Werten: Nichts scheint beständig, aber alles beliebig zu sein", schreibt Opaschowski.
"Daten des BAT-Freizeit-Forschungsinstituts belegen nun eine beginnende Renaissance bürgerlicher Werte und Tugenden wie Selbstdisziplin, Hilfs- und Verantwortungsbereitschaft."
Horst W. Opaschowski: Welche Werte wirklich wichtig sind
in: Erich H. Witte (Hrsg.) Sozialpsychologie und Werte
Pabst 2008, 304 Seiten, ISBN 978-3-89967-451-4











