(openPR) Senat der Universität Potsdam verabschiedet Hochschulentwicklungsplan gegen die Stimme der Studierenden
Nachdem seit Ende letzten Jahres die Universität eifrig am Hochschulentwicklungsplan (HEP) gearbeitet hat und dazu Workshops auf verschiedenen Ebenen der Universität stattfanden, wurde in der heutigen Senatssitzung der Entwurf als verbindliches Strategiepapier beschlossen.
Die studentischen VertreterInnen im Senat sowie der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) konnten sich jedoch nicht der Zuversicht des Präsidiums anschließen, dass der nun verabschiedete Plan zukunftsweisend für die Universität Potsdam sei. Aufgrund immer noch herrschender inhaltlicher Mängel und konstant zu geringer studentischer Mitgestaltungsmöglichkeiten wurden Zweifel an der Zukunftsträchtigkeit geäußert. Gerade in den letzten Tagen traten gehäuft Anfragen der studentischen Fakultätsratsmitglieder auf, da die Endversion des HEP mit den in den Fakultäten abgestimmten Versionen nicht übereinstimmte.
Das studentische Senatsmitglied Nadine Günther äußerte Bedenken an einer rein forschungsorientierten Ausrichtung: "Durch die zu starke Fokussierung auf die Profilbereiche in der Forschung ist zu befürchten, dass Innovationen in der Lehre und dem Qualitätsmanagement ausbleiben."
Martin Seiffert, AStA-Referent für Campuspolitik, sagte nach der Abstimmung zu einem weiteren wichtigen Punkt im HEP: "Es sind leider viele Fragen, gerade im Bereich der Personalplanung, offen geblieben. Denominationen, Stellenabbau und Befristung lassen eine prekäre Situation für Lehrende sowie insbesondere Studierende erwarten."
Janis Klusmann, AStA-Referent für Sozialpolitik, mahnte die sozialen Auswirkungen für die Studierenden des HEP an: "Die anvisierten Master-Zugangszahlen sind viel zu knapp kalkuliert, gerade wenn die Universität es mit der Verbesserung in der Lehrqualität und Betreuung ernst meint. Die AbbrecherInnenquoten müssen dringend gesenkt und die Studienerfolgsquoten erhöht werden. Auch die angestrebte Einschränkung der Kombinationsmöglichkeiten führt zu geringerer statt größerer Attraktivität der Universität Potsdam!"
Nadine Günther begründete ihre Ablehnung: "Zwar lehnen wir das Strategiepapier nicht grundsätzlich ab, wollen aber den weiterhin bestehenden Verbesserungsbedarf betonen. Die studentischen Senatsmitglieder wollen ein Zeichen setzen, dass der Prozess einerseits nicht - wie zunächst von der Hochschulleitung versprochen - einvernehmlich verlaufen ist und noch großer Nachbesserungsbedarf besteht. Wir bleiben aber andererseits weiter im Dialog mit der Hochschulleitung und fassen den Beschluss als Arbeitsgrundlage und -auftrag auf, um gemeinsam zu einer zukunftsfähigeren Version für eine sozialere und demokratischere Universität mit ausgezeichneter Forschung, aber auch vor allem ausgezeichneter Lehre, zu gelangen."
Eine detaillierte studentische Stellungnahme zur ersten Version des Hochschulentwicklungsplanes finden Sie im Internet unter https://www.asta.uni-potsdam.de/hochschulentwicklung













