(openPR) Die geplante Demonstration gegen die mangelhaften Zustände an der Realschule Schömberg fand am Freitag, 11. Juli 2008 statt. Zur Freude der Initiatoren kamen immerhin weit über 200 Bürgerinnen und Bürger, die sich dem Protest gegen den hohen Unterrichtsausfall und die geplante Abweisung von Schülern anschlossen. Auch Landrat Pauli und Bürgermeister Sprenger erschienen zum Donnerwetter auf dem Markplatz in Schömberg und stellten sich der Diskussion.
Pünktlich um 17.00 Uhr eröffnete Angelika Lehmann, stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, die Demo mit ihrer Rede zur derzeitigen Schulsituation. Die Problematik ist auf vielen Realschulen die gleiche: Mangel an gut ausgebildeten Lehrern und ein hoher Klassenteiler von 32 Schüler pro Klasse. Daraus resultieren überforderte Lehrer und eine erhöhte Krankheitsquote der gestressten Pädagogen. Was zur Folge hat, dass Unterricht häufig ausfällt oder von Aushilfskräften geleitet wird. Die Krönung ist dann noch, dass man im nächsten Schuljahr plant mindestens 5 Schüler auf Schulen in anderen Kreisen zu verweisen oder den Klassenteiler auf 34 Schüler zu erhöhen, weil keine Lehrer und Räume mehr vorhanden wären.
Ebenfalls pünktlich zum Beginn des Protests öffnete der Himmel seine Pforten und ließ neben pfeifenden und applaudierenden Zuhörern zu den Forderungen ein kräftiges Donnerwetter hören. Dies hatte zwar zur Folge, dass die Reden etwas kürzer gehalten wurden, trotzdem ergab sich aber schnell eine konstruktive Gesprächsatmosphäre unter den Beteiligten.
Der Landrat des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli, war ebenfalls anwesend und nahm sich Zeit zur Diskussion. Er räumte ein, dass er im letzten Jahr selbst für die Einsparmaßnahme gestimmt hätte, so dass die Schüleranzahl in den Klassen nicht runtergesetzt wurde. Hilfreich wäre die Zusammenlegung mehrerer Schulen, um mehr Effizienz zu schaffen. Eine Möglichkeit wäre aber, dass Realschulen mit Hauptschulen stärker kooperieren, merkte die Initiative an, da diese oft am gleichen Standort sitzen und finanziell besser gefördert werden als Realschulen. Pauli erkennt die Problematik und versprach, sich gleich am Dienstag, 15.07.2008 in der CDU Landtagsfraktion dafür einzusetzen, dass für das nächste Schuljahr wieder mehr Geld für Bildung eingesetzt wird.
Bürgermeister Sprenger von Schömberg lobte ebenfalls den Einsatz und stimmte dem Handlungsbedarf zu. Auch die beiden Schülersprecherinnen Janina Weißgerber und Linda Hauschel kamen zu Wort. Sie bemängelten, dass sie im letzten Schuljahr aufgrund vieler Vertretungsstunden bis zu fünf Aushilfslehrer hatten und sich deshalb insbesondere bei Prüfungsvorbereitungen benachteiligt fühlten. Die Elterninitiative hat auch eine Internetseite eingerichtet unter www.bildungsrausch.de. Dort sind weitere Informationen zum Protest zu finden und dort wird auch über den weiteren Fortgang der Situation berichtet.









