(openPR) Digitales Kamerasystem kommt in der Niederlausitz zum Einsatz
Dresden, 25.11.02 - Die Waldbrandüberwachung in Sachsen tritt in eine neue Ära ein. Wie das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mitteilte, wird in Knappenrode (Bereich des Forstamtes Weißkollm, LKrs. Kamenz) ein digitales Kamerasystem die Waldbrandüberwachung übernehmen. Damit entfällt künftig die personal- und kostenintensive Besetzung des Feuerwachturmes ab Waldbrandstufe 1. Die Kosten, inklusive Aufbau und Montage, betragen 100 000 Euro und werden zur Hälfte durch die EU bezuschusst.
Kernstück der Anlage ist eine hochauflösende Digitalkamera, die ursprünglich für den Weltraumeinsatz konzipiert und gebaut wurde. Die auf einem 92 m hohen Schornstein befestige Kamera dreht sich innerhalb von zehn Minuten einmal um die eigene Achse und erfasst mit einem Rundum-Panoramablick die Umgebung. Bei guter Sicht beträgt die Reichweite bis 30 Kilometer. Die Software erkennt Rauchsäulen ab einem Durchmesser von zehn Metern und kann diese von anderen Staubaufwirbelungen (Baufahrzeuge) oder Rauchentwicklungen (Schornsteine, Kühltürme) unterscheiden. Ist der Rauch anhand bestimmter Farb-, Form- und Bewegungsmerkmale identifiziert, werden die Daten mittels Kabel an die regionale Berufsfeuerwehr gesandt. Von hier aus kann sofort mit der Brandbekämpfung sofort eingeleitet werden. Eine ununterbrochene Beobachtung des Bildschirmes ist aufgrund der Signalgebung bei Rauchverdacht nicht notwendig. Wie die seit 1994 im land Brandenburg laufende Testphase ergab, ist die Quote von Fehlalarmen sehr gering.
Waldbrände verursachen jährlich erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. In Sachsen sind die Nieder- und Oberlausitz besonders gefährdet. Diese Flächen werden in Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr von 28 Wachtürmen und teilweise mit einem Hubschrauber überwacht. Im Jahr 2002 gab es in Sachsen 40 Brände, betroffen waren insgesamt zehn Hektar Wald. Aufgund des relativ feuchten Sommers fielen damit deutlich weniger Flächen den Flammen zum Opfer als in den Vorjahren (2001: 58 Brände, 35,5 ha; 2000: 69 Brände, 46,4 ha).










