(openPR) Frankfurt am Main • Lange schien es, als würden Rodeo-Fans einen großen Bogen um Hessen machen. Nun ist es wieder soweit: Am nächsten Wochenende plant der Veranstalter Rodeo America in Hanau Klein-Auheim ein Spektakel, das Tierrechtlerinnen und Tierrechtler nicht tolerieren und verbieten lassen möchten. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main e.V. (TIRM) ruft für den Sonntag, 6. Juli 2008 zu Protestaktionen beim Veranstaltungsort Crazy Cactus auf.
Schon seit Jahren protestieren Tierrechtler gegen Rodeos. So waren im Rahmen eines Truckerfestes in Wetzlar-Finsterhof Rodeo-Veranstaltungen für den 08. und 09.05.2004 geplant. Die Aktivisten machten mobil und organisierten eine Demostration. Kurz vor Beginn des Rodeos wurde die Veranstaltung abgesagt. Rund zwei Jahre später, am 05. und 06.08.2006 wurde wieder ein Rodeo in Hessen angekündigt: auf der Clearwater Ranch in Willingshausen-Gungelshausen. Es gab Proteste und Anzeigen im Vorfeld. Glücklicherweise wurde auch dieses Rodeo abgesagt.
»Rodeo kann aufgrund seiner Wesensart nicht tiergerecht durchgeführt werden und funktioniert nur mit Gewaltanwendung« meint Viola Kaesmacher von der TIRM. Das hat sich nun auch in Paragraphen niedergeschlagen und in Deutschland ist seit 2006 zumindest Bullenreiten, Wild Horse Race sowie die Zwangsmittel Flankengurt und Sporen (beim Reiten der so genannten Wildpferde und Bullen) verboten. »Doch leider« ergänzt die Tierrechtlerin, »sind hierbei Hessen und Sachsen ausgenommen«.
Die §11-Genehmigung des Veranstalters besagt allerdings, dass er generell keinen Flankengurt und keine Sporen bei den Wildpferden und Bullen benutzen darf. Aber Not macht erfinderisch und so wurde schon beobachtet (z.B. Landstuhl 2007), wie dieses Verbot offensichtlich umgangen werden soll: anstatt des nun verbotenen Flankengurtes, der um den nicht von Rippen geschützten Bereich des Unterleibes geschnürt wird und die Tiere zum Buckeln bringt, kann relativ unauffällig einfach der eine Sattelgurt so weit nach hinten geschnallt werden, dass er wie ein Flank wirkt.
Bei der Ankündigung der Shows am kommenden Wochenende verzichtet der Veranstalter Rodeo America vorsorglich darauf, die Disziplinen zu nennen. Doch ob nun einzelne Zwangsmittel und besonders massive Quälereien gesetzlich verboten sind oder nicht: Für die Tiere bedeute das Eingesperrtsein in engen Startboxen, das wiederholte Bearbeiten mit Sporen auf den Nackenbereich sowie die häufigen Stürze Leiden, Stress und Schmerzen.
Für Tierrechtler ist diese Zurschaustellung und Demütigung empfindsamer Lebewesen unakzeptabel und abzulehnen. »Insbesondere für Kinder ist Rodeo ein ganz schlechtes Beispiel für den Umgang mit Tieren«, warnt Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main. »Derjenige, der brutal mit Tieren umgeht, wird mit Punkten oder Preisgeld belohnt.«
Die Demonstration gegen die Rodeoveranstaltung am 6.7.2008 beginnt um 12.30 Uhr vor dem Crazy Cactus in Hanau/Klein-Auheim.
Weitere Informationen:
• Gutachten der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.
über Rodeo in Deutschland: www.tierschutz-tvt.de/rodeo.pdf
• Umfangreiches Foto- und Videomaterial sowie weiterführende Informationen
erhalten Sie bei www.anti-rodeo.org











