(openPR) Die Standortvorteile der Schweiz und Lichtensteins sind spätestens seit den Enthüllungen rund um die Aktivitäten des ehemaligen Postvorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel allgemein bekannt. Weniger transparent ist, wie diese Länder ihre mit anderen europäischen Ländern vergleichbar hohen Ausgaben durch Einnahmen decken. Zum einen wird dieses natürlich durch die höheren Vermögen und Einkommen trotz geringerer Steuersätze insgesamt sehr gut erreicht. Zum anderen ist die Schweiz sehr unterschiedlich und die Steuergeschenke sind nicht gleichmässig verteilt. Einige nicht ganz so bevorzugte Gemeinden greifen deshalb in der Beschaffung von zusätzlichen Einnahmen zu kreativen aber auch zum Teil schamlosen Mitteln.
Eines dieser Mittel ist die Geschindigkeitsbusse. So sind in der Stadt Zürich auf der City-Transit-Route z.B. an der Bucheggstrasse diverse Blitzanlagen installiert, die z.T. weniger als 100 Meter voneinander entfernt stehen. Die in Zürich und Umgebung lebenden Personen kennen diese Strecke natürlich und fahren mit der dort vorgeschriebenen Geschwindigkeit. Der Transit-Gast aber läuft gnadenlos in die Falle, wenn er nicht hinter einem Eidgenossen zur vorschriftsmässigen Fahrweise gezwungen wird.
Noch extremer hat die Stadt Schaffhausen seine wohl einträglichste Blitzanlage aufgebaut: Von Zürich Richtung Grenze kommend wird die Autobahn im Stadtgebiet zur Bundesstrasse. In einem Tunnel hinter einer Ausfahrt und in einer uneinsichtigen Rechtskurve wird die Geschwindigkeit zusätzlich von den erlaubten 80 km/h auf 60 km/h reduziert, um dann nach fairen 200 Metern die Geschwindigkeit zu "blitzen". Direkt nach diesem Blitzgerät wird dann die Geschwindigkeit wieder auf 80 km/h erhöht, als ob nichts gewesen wäre. In der Gegenrichtung wird übrigens auf ganzer Strecke 80 km/h gefahren und in der unendlich langen einspurigen Baustelle vorher sind sogar 100 km/h erlaubt.
Pendler kennen diese Stelle natürlich. "Diese Blitzanlage trifft jeden beim ersten Mal" so David Dostal, im Kanton Zug lebender Betreiber des in Stuttgart sitzenden Online-Portals gyn!de, der diese Strecke mit seinem Team regelmässig fährt.
Das sich dieses für Schaffhausen lohnt erfährt man, wenn die Falle zuschnappt: mit 81 km/h geblitzt und damit vom Gefühl eigentlich unschuldig, kostet das Vergehen satte 240 Franken. Wohlgemerkt i.d.R. natürlich von Transit-Fahrern zu entrichten. In früheren Zeiten hatten Raubritter ähnliche Geschäftsmodelle.
Einzige Hoffnung bieten immer besser werdende Fahrerassistenzsysteme, die derartige Verkehrsregelungen abgespeichert haben und den Fahrer rechtzeitig warnen oder sogar selbständig rechtzeitig die Geschwindigkeit anpassen. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist der aktive Tempomat mit dem Navigationssystem gekoppelt und das Auto tritt rechtzeitig die Bremse" so Thomas Czekala, Partner bei OECON, dem führenden Systemarchitekten für integrierte Ortungs- und Navigationskonzepte. Es bleibt zu hoffen, dass die Autoindustrie diesen im Geldbeutel spürbaren Schritt möglichst bald schafft.







