openPR Recherche & Suche
Presseinformation

ARCHÄOLOGIE - VERBORGENE STADT GIBT EINBLICK IN HELLENISTISCHE SIEDLUNGSSTRUKTUREN

23.06.200814:29 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: ARCHÄOLOGIE - VERBORGENE STADT GIBT EINBLICK IN HELLENISTISCHE SIEDLUNGSSTRUKTUREN
Sechs Jahrhunderte an hellenistischer Kultur lagen unter dem Sand verborgen. Die Freilegung schafft einzigartige Einblicke in die damaligen Siedlungsstrukturen. (Grabungszustand 2007, © A. Schmidt-Col
Sechs Jahrhunderte an hellenistischer Kultur lagen unter dem Sand verborgen. Die Freilegung schafft einzigartige Einblicke in die damaligen Siedlungsstrukturen. (Grabungszustand 2007, © A. Schmidt-Col

(openPR) Die Freilegung einer bisher im Sand verborgenen, antiken Stadt im heutigen Syrien belegt erstmals das über sechs Jahrhunderte lange Bestehen einer hellenistischen Siedlung bis in die römische Kaiserzeit. Diese bietet nun einzigartige Einblicke in die Strukturen einer vorrömisch-hellenistischen Siedlung. Das vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Projekt wirft damit ein neues Licht auf das Stadtleben der Menschen in der hellenistischen Zeit.




Lange Zeit hat die syrische Wüste ein großes Geheimnis unter dicken Sandschichten gehütet – die Überreste der vorrömisch-hellenistischen Siedlung Palmyra, deren Existenz bisher nur schriftlich belegt war. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien, dem Deutschen Archäologischen Institut und der Generaldirektion der Altertümer und Museen Syriens, welches vom FWF finanziert wird, wurde diese frühe Stadt erstmals lokalisiert und bietet nun einmalige Einblicke in die Strukturen einer vorrömisch-hellenistischen Siedlung.

"Abgesehen von einer bereits für das zweite Jahrtausend v. Chr. für Palmyra belegten Siedlung wurde im dritten Jahrhundert v. Chr. offenbar an anderer Stelle eine neue Siedlung angelegt, die später im römischen Reich aufging. Während wir über die spätere römische Stadt sehr viel wissen, blieb das Areal der hellenistischen Siedlung Palmyra bisher unerforscht", so Projektleiter Prof. Andreas Schmidt-Colinet vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien. "Die jetzige Untersuchung bietet uns die einzigartige Möglichkeit, den Übergang von der hellenistischen Zeit in die römische Kaiserzeit anhand der hier vorhandenen Siedlungsstrukturen auf einer größeren Fläche zu analysieren."

SIEDLUNGSABFOLGE & HANDELSWEGE
Angesichts der Größe des Areals wurden im Rahmen des Projektes bisher Ausschnitte der antiken städtischen Siedlungsstrukturen exemplarisch untersucht. Diese geben bereits jetzt erste Aufschlüsse, insbesondere über die Chronologie der einzelnen Bauphasen sowie über die Handels- und Wirtschaftsgeschichte der hellenistischen "Sand City". So zeigen die Untersuchungen, dass die Bauaktivitäten in verschiedenen Hauptphasen stattgefunden haben und vom dritten Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende des dritten Jahrhunderts n. Chr. reichen. Das Ende der Nutzung des Areals ist dabei möglicherweise mit der Eroberung der Stadt durch den römischen Kaiser Aurelian bzw. dem Mauerbau unter Kaiser Diokletian in Zusammenhang zu bringen.

Um die Handelswege der Palmyrener nachvollziehen zu können, sind Keramik-Funde von besonderer Bedeutung. Insgesamt überwiegt zwar der Anteil an einheimischer lokaler Ware gegenüber der aus anderen Gegenden importierten Keramik. Dennoch belegen beispielsweise Amphoren aus Rhodos – große Tongefässe, in denen Wein transportiert wurde, – oder aus Afrika eingeführte Ware die weitreichenden Verbindungen Palmyras seit dem späten Hellenismus bis in die späte Kaiserzeit. Prof. Schmidt-Colinet dazu: "Aufgrund der Keramikfunde ist erstmals eine gesicherte Abfolge hellenistisch-römischer Keramik über einen Zeitraum von 600 Jahren möglich. Darüber hinaus ist damit zum ersten Mal der archäologische Nachweis für eine über sechshundertjährige Kontinuität einer hellenistischen Siedlung bis zur römischen Kaiserzeit erbracht."

TIERISCHER SPEISEPLAN
Auch über die Haustierhaltung und -nutzung konnten erste Erkenntnisse gewonnen werden. So zeigen die "Küchenabfälle", dass vor allem Schafe und Ziegen, aber auch Dromedare, Rinder und Schweine gehalten bzw. gegessen wurden. Gazellen, Wildgeflügel und Fisch standen bei den hellenistischen Palmyrenern hingegen offenbar nur selten auf dem Speiseplan.

Künftig ist es das Ziel der ArchäologInnen, eine monumentale hofartige Anlage im Zentrum der hellenistischen Siedlung, die enge Parallelen zu syrischen Karawanenbauten aufweist, vollständig freizulegen. Dabei sollen nicht nur Baugeschichte oder Funktion der einzelnen Räume bestimmt, sondern auch geklärt werden, welche Gesamtbedeutung die Anlage für die Stadt Palmyra hatte. Am Ende werden die Befunde der Ausgrabungen, die der FWF ermöglicht hat, mit oberirdisch noch sichtbaren Bebauungsstrukturen und Luftaufnahmen in einem topografischen Gesamtplan von Palmyra zusammengeführt.


Bild und Text ab Montag, 23. Juni 2008, 09.00 Uhr MEZ verfügbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv200806-de.html

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 221372
 141

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „ARCHÄOLOGIE - VERBORGENE STADT GIBT EINBLICK IN HELLENISTISCHE SIEDLUNGSSTRUKTUREN“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Der Wissenschaftsfonds FWF

Entwicklungspolitik in der Zeit des Kalten Krieges
Entwicklungspolitik in der Zeit des Kalten Krieges
Historiker der Universität Wien waren in einem Projekt des Wissenschaftsfonds FWF dem Alltag von Entwicklungspersonal zur Zeit des Ost-West-Konflikts auf der Spur. Damit haben sie einen wesentlichen Beitrag zur globalen Geschichte der Entwicklungspolitik geleistet. Rund 30 DDR-Ingenieure, 200 kubanische Monteure und 4.000 einheimische Arbeiter waren am Bau der Zementfabrik "Mugher" in Äthiopien tätig. Die Fabrik, die ab 1980 errichtet wurde und im Wesentlichen noch heute besteht, war nur eines von vielen entwicklungspolitischen Projekten de…
Körpersprache im Unterricht
Körpersprache im Unterricht
Körpersprache nimmt gerade in der Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden einen hohen Stellenwert ein. Das ist das Ergebnis eines Projekts des Wissenschaftsfonds FWF, das seinen Fokus auf die verborgenen Seiten des Unterrichts lenkte. Ein ermunterndes Lächeln, skeptisches Stirnrunzeln, ablehnendes Kopfschütteln: Körpersprache ist vielfältig und wirkt. Die Hirnforschung hat das mit der Entdeckung der Spiegelneuronen wissenschaftlich belegt, indem sie aufzeigte, wie diese Nervenzellen die Handlungen eines Gegenübers, wie zum Beispiel ei…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: DNA-Studie enthüllt matrilineare Gesellschaft in der neolithischen Siedlung Çatalhöyük in TürkiyeBild: DNA-Studie enthüllt matrilineare Gesellschaft in der neolithischen Siedlung Çatalhöyük in Türkiye
DNA-Studie enthüllt matrilineare Gesellschaft in der neolithischen Siedlung Çatalhöyük in Türkiye
… Zentrum stand. Die Forschenden vermuten, dass kulturelle Faktoren wie Pflegeverhältnisse oder adoptionsähnliche Modelle diesen Wandel beeinflussten.Çatalhöyük als neolithisches Vorbild urbaner SiedlungsstrukturenÇatalhöyük erlaubt einen einzigartigen Blick in eine Gesellschaft, die vor über 9000 Jahren existierte. Besucherinnen und Besucher können hier auf …
Bild: Neuerscheinung aus dem Verlag Philipp von Zabern - Basiswissen ArchäologieBild: Neuerscheinung aus dem Verlag Philipp von Zabern - Basiswissen Archäologie
Neuerscheinung aus dem Verlag Philipp von Zabern - Basiswissen Archäologie
Endlich gibt es eine neue und dazu äußerst gut lesbare Einführung in Methoden und Praxis der Archäologie: „Basiswissen Archäologie – Theorien, Methoden, Praxis“ aus dem Hause Philipp von Zabern. Die berühmten britischen Archäologen Colin Renfrew und Paul Bahn haben diesen Band konzipiert – auf der Grundlage ihres berühmten Standardwerks „Archaelogy – …
Bild: Geführte Radtour durch Panketal mit dem BürgermeisterBild: Geführte Radtour durch Panketal mit dem Bürgermeister
Geführte Radtour durch Panketal mit dem Bürgermeister
… typisch für die Stadt-Umland-Beziehungen sind, von denen beispielhaft Steuerpolitik, Verkehrsanbindung, Bildungsinfrastruktur und Flächenverbrauch zu nennen sind. Insbesondere die Sozial- und Siedlungsstrukturen dieser etwa 20 000 Einwohner zählenden schnell wachsenden Gemeinde unterscheiden sich erheblich von denen des dicht bebauten Berlin. Die auf …
Bild: Jahrhundertealte Unterwasserruinen nahe Thanda Island entdecktBild: Jahrhundertealte Unterwasserruinen nahe Thanda Island entdeckt
Jahrhundertealte Unterwasserruinen nahe Thanda Island entdeckt
… die Entdeckung bald ein großes Highlight für Archäologen sein wird. Für Gäste von Thanda Island ist es das schon jetzt. Professor bestätigt Entdeckung Der Professor für Archäologie, Felix Chami von der Dar Es Salaam University, ist vor Ort gereist, um sich selbst von der Existenz der Unterwasserstadt zu überzeugen. Er bestätigt, Ruinen vorgefunden …
Bild: Gepard GPR - Das tragbare Bodenradar der Firma OKM GmbH aus DeutschlandBild: Gepard GPR - Das tragbare Bodenradar der Firma OKM GmbH aus Deutschland
Gepard GPR - Das tragbare Bodenradar der Firma OKM GmbH aus Deutschland
… innovatives Produkt auf den Markt. Zielsetzung dieser Produktentwicklung ist es, neue Märkte und Regionen zu erschließen und Kunden in den Bereichen Archäologie, Schatzsuche und Baugrunduntersuchung mit zielführender Technik auszurüsten. Durch die Entwicklung innovativer Technologien und fortschrittlicher Messtechnik, ergeben sich völlig neue Chancen, …
Internationaler Museumstag am 15. Mai 2011 in Bad Wimpfen
Internationaler Museumstag am 15. Mai 2011 in Bad Wimpfen
… Museums im Steinhaus durch den Verein Alt Wimpfen um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr. Um 14.30 Uhr hält Dr. H.-H. Hartmann einen Vortrag zur Scherbenbestimmung in der Archäologie. Am Beispiel von Funden erklärt Dr. Hartmann, was sie dem modernen Betrachter über die Vergangenheit sagen. Der Eintritt in die Städtischen Museen – Reichsstädtisches Museum im Alten …
Bild: Verzahnte Wissenschaft:Archäologen und Restauratoren rekonstruieren antiken AlltagBild: Verzahnte Wissenschaft:Archäologen und Restauratoren rekonstruieren antiken Alltag
Verzahnte Wissenschaft:Archäologen und Restauratoren rekonstruieren antiken Alltag
… (Sizilien, Italien): Mehr als 2500 Bronze-Objekte – insbesondere aus den drei Jahrhunderten vor Christi Geburt – geben den Experten des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie Aufschluss über vergangene Besiedelungen und weitreichende Fernkontakte. --- „Die Funde stellen wohl den größten und bedeutendsten Komplex ihrer Art im gesamten Mittelmeerraum dar. …
Bild: Sahara - ein RésuméBild: Sahara - ein Résumé
Sahara - ein Résumé
… nach Europa. Neben den gegenwärtigen Problemen des Menschen-, Waffen-, Antiken- und Drogenhandels wird die Ausstellung aber auch die Kultur- und Naturgeschichte, sowie die Archäologie der Sahara in den Fokus nehmen. Internationale Verflechtung Kitzingens in den Überseehandel im 18. Jahrhundert In der Ausstellung werden auch die Einflechtungen der historischen …
Bild: Kulturelles Erbe digital zugänglich machenBild: Kulturelles Erbe digital zugänglich machen
Kulturelles Erbe digital zugänglich machen
Europaweite Partnerschaft unter Leitung der CAU für zeitgemäße Lehre in der klassischen Archäologie In diesen Tagen startet ein von der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Erasmus+ Programms mit rund 370.000 Euro gefördertes Kooperationsprojekt in der Archäologie. --- Unter der Leitung des Instituts für Klassische Altertumskunde an der Christian-Albrechts-Universität …
Bild: Isis und Zeus hautnah erleben Griechische Kultur rund um das Danai Beach Resort & VillasBild: Isis und Zeus hautnah erleben Griechische Kultur rund um das Danai Beach Resort & Villas
Isis und Zeus hautnah erleben Griechische Kultur rund um das Danai Beach Resort & Villas
… Dion war einst eine große Stadt und religiöses Zentrum des antiken Makedoniens, deshalb wurden auch alle religiösen Feste und Feiern dort abgehalten. Heiligtümer, hellenistische sowie griechische Theater, mit Mosaiken verzierte Bäder und Pools, Auditorien, römische Häuser und Villas sowie frühe christliche Basiliken lassen sich hier bestaunen. Eingebettet …
Sie lesen gerade: ARCHÄOLOGIE - VERBORGENE STADT GIBT EINBLICK IN HELLENISTISCHE SIEDLUNGSSTRUKTUREN