(openPR) LEIPZIG (Ceto). – Im Gegensatz zur Vorwoche war die 24. Kalenderwoche von deutlichen Preissteigerungen an den Rohölbörsen geprägt. Nach und nach, vermehrt in den Abendstunden, legten die Notierungen systematisch wieder zu. Allerdings fielen sie am Folgetag oft ebenso rapide wieder zurück, jedoch ohne das insgesamt hohe Preisniveau zu verlassen. Der Markt zeigte sich sehr nervös und reagierte auch auf Gerüchte und Mutmaßungen mit sprunghaften Richtungswechseln.
So verloren die Öl-Kontrakte an der NYMEX und an der ICE am Donnerstag zunächst deutlich an Boden und drücken bei starkem Umsatz auf die Tagestiefs, was Marktbeobachter mit der Festigung des Dollars begründeten. Am Abend jedoch schnellten die Notierungen blitzschnell wieder nach oben, wofür sich primär technische Einflüsse und die Meldung über einen möglichen Streik in Nigeria verantwortlich zeigten. Marktteilnehmer versuchten am Freitag vor allem die Möglichkeit von Versorgungsengpässen und die Aussicht auf Nachfragerückgänge einzuschätzen. Dies wirkte sich bis zum frühen Nachmittag mit starken Schwankungen in der Preisentwicklung aus. In der ersten Phase des Handels schwankten die Preise dabei ohne eine erkennbare Auf- oder Abwärtsdynamik. Leichte Gewinnmitnahmen sorgen für zeitweise Entspannung, aber die Möglichkeit weiterer Fördereinschränkungen in Nigeria durch einen möglichen Streik unterstütze die Lage etwas.
Neue Impulse könnte die Einladung Saudi Arabiens zum Thema ausufernder Ölpreise am 22. Juni haben, wo bisher viele Ölförderstaaten und westliche Regierungsvertreter zugesagt haben. Dazu gehören unter anderem Gordon Brown (GB) US Energiesekretär Sam Bodman, Japans Wirtschaftsminister Akira Amari sowie Executive Director Nobuo Tanaka (IEA) . Ziel der Zusammenkunft soll es sein, die außer Kontrolle geratenen Ölmärkte einzufangen. Ob das gelingt darf allerdings bezweifelt werden, da die Märkte Fundamentalgesichtspunkte in den vergangenen Jahren zunehmend ignoriert haben, so OMR Oil Market Report. Das Thema steigender Inflationsraten ist aber inzwischen zu einem globalen Anliegen geworden. Besonders Schwellenländer leiden unter Nahrungsmangel als Folge gestiegener Energiepreise.
Auf die Entwicklung der heimischen Heizöl-Endverbraucherpreise wirkte sich neben dem allgemein hohen Rohölpreisen auch der dem Dollar gegenüber schwächere Euro aus. Dies lässt den Bundesdurchschnittspreis für eine 3.000 Literpartie Heizöl EL, inkl. MwSt., vor dem Wochenende noch einmal anziehen. Obwohl das Plus mit rund 0,15 Euro pro 100 Liter gegenüber Vortag sehr gering ausfällt, weist die Statistik ein neues Jahres- und Allzeithoch bei fast 97 Euro pro 100 Liter auf. Zwischenzeitlich hatten sich die Preise vom letzen Jahreshoch am 23. Mai um mehr als sechs Euro entfernen können. Viele Verbraucher nutzen das kurze Preistief, um Ihre Tanks zu füllen und so einen kleinen Preisvorteil mitzunehmen.
Die Entwicklung der heimischen Heizöl-Endverbraucherpreise in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal
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