(openPR) Alle Jahre wieder wird der Vatertag in Österreich am zweiten Juni-Wochenende zelebriert. Ausflüge, Fußball spielen, Geschichten vorlesen steht kommenden Sonntag am Programm. Oft wollen Väter aber keine Wochenend-Papas mehr sein. Die Verantwortung für das tägliche Wohl des Kindes zu tragen, bleibt vielen jedoch vorenthalten. Einerseits unterliegen sie finanziellen und sozialen Hürden, andererseits bestehen oft auch Hemmungen mit dem zerbrechlichen Neugeborenen – das die Mutter schon neun Monate länger kennt – körperlich und emotional Kontakt aufzunehmen.
Wien, 5. Juni 2008. Die Firma Webducation, Initiator und Koordinator des Project DAD, lud heute alle internationalen Partner, Sponsoren und Interessierte zur Midterm-Conference ins Haus der Industrie nach Wien ein. Project DAD (www.junge-vaeter.at), der kostenlose Leitfaden für (werdende) Väter, befindet sich derzeit, mit Unterstützung des eTen Programms der Europäischen Kommission, in einer EU-weiten Umsetzungsphase. Dies gibt Anlass zur Reflektion des Erreichten und bietet positive Aussichten auf das gesellschaftspolitische Potential, das dieser kostenlose Guide im europäischen Raum hat.
Das Projekt erhält politischen Rückenwind
Die internationalen Gastvortragenden wurden von einer Grußbotschaft aus dem Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz besonders willkommen geheißen. Da „die Bevölkerungsentwicklung in Europa und auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt eine Einstellungsänderung der Väter […] notwendig macht: Hin zu mehr Verantwortung und Beteiligung in der Kinderbetreuung.“, so BMSK Sektionschefin Edeltraud Glettler. Das BMSK tritt unter anderen sozialpolitischen Maßnahmen auch für die Einführung eines „Papamonats“ ein, den es in Schweden, wie Anders Hammarlind berichten konnte, schon seit 1995 gibt.
In der Vater-Kind-Beziehung steckt eine Menge Potential, meint Anders Hammarlind (Buchautor, Schweden), das schon 20 % der schwedischen Väter nutzen. Aber diese Zahl ist stagnierend und so dauert es der heutigen Statistik zu Folge noch 211 Jahre, bis eine effektive 50:50 Teilung der Karenz zwischen Vater und Mutter erreicht wird. Hammarlind meint, dass man den (werdenden) Vätern ihre Verantwortung und die mögliche tiefe Beziehung, die sie zum Nachwuchs aufbauen können, bewusst machen muss. Ein Vater findet einen anderen Zugang zum Kind, da ihm nicht von Anfang an die körperliche Bindung zum Nachwuchs möglich ist. Allerdings kann er sich selbst durch die Liebe zum Kind verändern und so einen Beitrag zur Veränderung in der Gesellschaft leisten.
Project DAD hat europaweit gesellschaftspolitische Relevanz
Hier setzt Project DAD, der digitale Leitfaden für (werdende) Väter an. Einfach, verständlich und speziell zugeschneidert für Männer werden die täglichen Fragen im Umgang mit Kleinkindern erklärt und so den Männern die Scheu vor der Säuglingspflege genommen. Aber Väterkarenz bedeutet auch gesellschaftspolitisch viel mehr. Europa hat zu wenige Kinder. Eine soziale und wirtschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau ist europaweit nötig, um Paaren die Entscheidung für eine Familie mit Kindern zu erleichtern.
Lukas Sedlacek (Gender- und Familienforscher, Tschechische Republik) beschäftigt sich in seiner Forschungsarbeit mit der gesellschaftlichen Sicht auf die Väterkarenz. Er konnte feststellen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Väter in Karenz gehen. Sie werden oft heroisiert, während die Mutter, die sich dem Beruf widmet, als Rabenmutter angesehen wird. Dieses gesellschaftliche Bild kann sich mit Hilfe von Initiativen wie Project DAD ändern. Denn die Webplattform wird ab Sommer 2008 auch zu einer Community-Plattform zum Austausch von Vätern, Müttern und Experten, die sozialpolitische Trends diskutiert und setzt.
Gemeinsam viel erreicht
Mit Unterstützung des eTen Programms der Europäischen Kommission wurde das österreichische Projekt auch auf rumänisch, polnisch, tschechisch, niederländisch und englisch übersetzt und online zur Verfügung gestellt (www.projcet-DAD.net). Ein dezidiertes Ziel der Projektverantwortlichen ist es, alle Bevölkerungsschichten zu erreichen. Die Übersetzung auf serbisch, kroatisch und türkisch, für österreichische Familien mit Migrationshintergrund, ist daher logische Schlussfolgerung.
In der derzeitigen Evaluierungsphase konnten alle internationalen Nutzer an einer Studie zur Zufriedenheit mit dem digitalen Guide teilnehmen. Die Resonanz war durchwegs positiv und so wollen alle Studienteilnehmer auch zukünftig interaktive Community-Plattformen nutzen. Project DAD befindet sich also auf dem richtigen Weg ein gesellschaftspolitisch relevanter Faktor zu werden.
Project DAD – Hurra, ich werde Vater!
Ein praktischer Leitfaden (www.junge-vaeter.at) bietet Hilfestellung bei der täglichen Pflege und Obsorge von Säuglingen. Speziell zugeschneidert auf (werdende) Väter gibt es diesen einzigartigen digitalen Leitfaden, gegliedert in neun kurzweilige Kapitel, online und als CD.
Der Leitfaden ist einfach strukturiert, verständlich und in einzelne abgeschlossene Kapitel gegliedert, die die Botschaft mit Begleitvideos untermauern. Über die Webplattform besteht die Möglichkeit des e-Learnings. Die einzelnen Kapitel zu Themen wie „Wie trage ich mein Kind richtig?“ oder „Wie bereite ich ein Fläschchen vor?“, werden von Konrad Koach „vätergerecht“ erläutert.
Der Ratgeber wird österreichweit auch als CD kostenlos bei Gynäkologen, Kinderärzten, Gesundheitszentren und Apotheken erhältlich sein. Nach einem erfolgreichen Start in Österreich wird nun eine EU-weite Umsetzung mit Unterstützung der Europäischen Kommission evaluiert.
Die Projektentwicklerin der österreichischen Version des Ratgebers, die Firma Webducation, ist spezialisiert auf e-Learning Lösungen und leitet auch die europaweite Umsetzung des Project DAD. (www.project-DAD.net)
Einladung zum Pressegespräch
Erfahren Sie mehr über die EU-weite Umsetzung des Project DAD, über die Ziele und Herausforderungen und gesellschaftspolitische Anliegen. Beim Pressegespräch stehen Ihnen internationale Experten für Interviews zur Verfügung.
Anders Hammarlind, Schweden. Journalist, Buchautor (2004 "Vänta Barn"). Er befasst sich seit vielen Jahren mit der Rolle der Väter und Mütter in der Familie. In 2001 startete er seine erste Vätergruppe, daraus wurde im März 2003 das Projekt Pappagruperna (www.pappagrupperna.se) in Stockholm.
Lukas Sedlacek, Gender- & Familienforscher, Tschechische Republik. Er koordiniert die Aktivitäten der Gesellschaft für aktive Vaterschaft „Nesehnuti“ und leitet das internationale Projekt für aktive Vaterschaft von Berufstätigen. (www.european-fatherhood.com)
Johannes Schneider, Österreich. Initiator, Koordinator, Umsetzer des Project DAD. (www.webducation.cc)
Wir laden herzlich zum Pressegespräch am Freitag, den 6. Juni 2008 im Haus der Industrie, Neuer Saal (Industriellenvereinigung, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien) ein.
Einzelinterviews mit den Projektkoordinatoren und den internationalen Partnern sind zwischen 10:00 und 11:00 Uhr gerne möglich. Wir bitten um Voranmeldung.
Weitere Informationen, druckfähige Bilder, O-Töne und den Leitfaden für werdende Väter finden Sie auf www.junge-vaeter.at.
Besuchen Sie auch die internationale Website: www.project-DAD.net













