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Logistikpraxis diskutierte an der Hochschule

19.05.200811:22 UhrLogistik & Transport
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Prof. Dr. Johannes Wolf (links - Dekan des Fachbereichs Logistikmanagement), Dr. Maria Engels (Geschäftsführerin der Schmalenbach-Gesellschaft) und Dr. Christian Femerling (Sprecher der Regionalgruppe
Prof. Dr. Johannes Wolf (links - Dekan des Fachbereichs Logistikmanagement), Dr. Maria Engels (Geschäftsführerin der Schmalenbach-Gesellschaft) und Dr. Christian Femerling (Sprecher der Regionalgruppe

(openPR) Wie schon im vergangenen Jahr veranstaltete der Fachbereich Logistikmanagement der Europäischen Fachhochschule (EUFH) auch 2008 wieder ein Unternehmergespräch gemeinsam mit der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. und der Regionalgruppe Rhein der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Vertreter namhafter Unternehmen verschiedener Branchen kamen zur Brühler Hochschule, um sich über Aspekte von Investition und Finanzierung in Logistik und Supply Chain Management zu informieren und miteinander zu diskutieren oder sich auszutauschen.



Dr. Christian Femerling, Sprecher der Regionalgruppe Rhein, führte die Gäste durch die Veranstaltung, die zeitgleich mit dem von der BVL ausgerufenen ersten Deutschen Logistiktag stattfand, an dem überall im Land Hunderte von Unternehmen ihre Toren und Türen öffneten, um der Öffentlichkeit das Thema Logistik näher zu bringen. Die Logistikbranche ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen – heute sind in Deutschland beinahe drei Millionen Menschen in logistischen Funktionen tätig. Mit dem Wachstum sind die Ansprüche der Kunden kontinuierlich gestiegen, was Kapital und neue Finanzierungsmöglichkeiten fordert.

Gleich zu Beginn überraschte Prof. Dr. Volker Eickenberg, der den Studiengang Finanz- und Anlagemanagement an der Europäischen Fachhochschule leitet, seine Zuhörer, die auf Dinge wie Return-on-Investment-Zahlen eingestellt waren. Schließlich ging es ja um finanzorientierte Aspekte der Logistik und hier sprach der Finanzfachmann. Bei Mittelherkunft und Mittelverwendung gehe es aber, so Prof. Eickenberg, immer um Kunden und Mitarbeiter, also um den Menschen. Den Kunden werde ein attraktiver Nutzen geboten, den nur die Mitarbeiter sichtbar machen können. „Es kommt darauf an, den Nutzen einer Dienstleistung in konkreten Kundennutzen umzuwandeln. Das A und O ist das Vertrauen des Kunden in den Logistiker, der jederzeit Lösungen für aktuelle Probleme anbietet. Dieses Vertrauen zu gewinnen und immer wieder zu bestätigen, erfordert enorme Flexibilität von den Mitarbeitern.“

Prof. Dr. Eickenberg empfahl seinen Zuhörern, in den kostenintensivsten Faktor eines Unternehmens, den Mitarbeiter, zu investieren, um Motivation und Kooperation zu steigern und Fluktuation zu senken. Die Mitarbeiter mit ihren Stärken und Schwächen zu erkennen und sie richtig einzusetzen, sei eine große Herausforderung, die viel Menschenkenntnis und Taktgefühl verlange. „In der Supply Chain sind Kunden und Mitarbeiter die wichtigsten Glieder.“

Claus Korschinsky, Abteilungsdirektor der Deutschen Industriebank AG in Düsseldorf, beurteilt als Branchenanalyst für Verkehr und Logistik Strategien bei der Kreditvergabe und gibt Stellungnahmen ab. Ihm geht es um die Frage, welche Unternehmen aus Sicht der Bank erfolgreich sind und in der Zukunft bestehen können. Er gab den Gästen eine kompetente Branchenanalyse, nach der die Logistik zu den wichtigsten Branchen nach Umsatz und Wachstum zählt. Weil produzierende Unternehmen sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, sei eine Wachstumsrate von zehn bis 13 Prozent in den nächsten Jahren möglich. Zugleich aber laste ein starker Druck auf der Branche, der sich in einer Insolvenzquote zeige, die über der der Gesamtwirtschaft liege und von der kleinere Unternehmen und Transporteure besonders stark betroffen seien. Nicht zuletzt die weiter steigenden Transportkosten veranlassen viele Unternehmen, sich zu Logistikdienstleistern weiterzuentwickeln. Erfolgreiche Geschäftsmodelle sind dabei einerseits eine häufig von großen Unternehmen angebotene normierte, standardisierte Kontraktlogistik, deren Leistungen auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten werden. Kleinere Unternehmen setzen häufig mit Erfolg auf sehr stark individuelle Lösungen und auf intensiven Kontakt zum einzelnen Kunden.

Claus Korschinsky warnte allerdings davor, dem Trend zur Kontraktlogistik einfach hinterher zu rennen. „Kaum noch jemand bezeichnet sich heute als Transporteur. Schon aus Imagegründen sind alle als Logistiker unterwegs. Es kommt aber nicht auf den Namen, sondern auf die strategische Fitness an. Schließlich gibt es durchaus Transporteure, die viel erfolgreicher sind als so mancher Logistiker.“

Häufig jedoch sind Transportunternehmen und Speditionen geradezu gezwungen, sich zum Kontraktlogistiker zu entwickeln, wenn sie am Markt bestehen wollen. Dr. Rüdiger Ostrowski, Mitglied des Vorstands beim Verband Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V., informierte die Gäste über verschiedene Möglichkeiten, diese Wandlung zu realisieren. Die Wertschöpfung durch Einbindung neuer Dienstleistungen zu vertiefen, erschwert die Austauschbarkeit und stärkt die Kundenbindung.

Nicht immer ist die Weiterentwicklung eine ganz bewusste Entscheidung aufgrund einer Ausschreibung oder wegen einer erhofften besseren Rentabilität. Häufig vollzieht sich der Prozess Stück für Stück, indem langjährige Kundenbeziehungen kontinuierlich ausgebaut werden. Während dieses schleichenden Übergangs gewinnt der Logistiker immer mehr Know-how hinzu und kann finanzielle Belastungen über einen langen Zeitraum strecken.

Aber ganz gleich, wie die Veränderung vor sich geht: Der Logistiker braucht in jedem Fall entsprechend qualifiziertes Personal. „Neben dem operativ-praktisch denkenden Spediteur sind auch konzetionell-analytische Anzugträger gefragt“, wie Ostrowski es ausdrückt. Wie schon Prof. Eickenberg wies er auf den hohen Anspruch an die intensive Betreuung des Personals hin, bevor er auf verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten von Verträgen und die Anforderungen von Unternehmen an Logistikimmobilien zu sprechen kam. Hier steht die Nähe zum Verlader, dem Kunden des Logistikdienstleisters, klar im Vordergrund. Meist hat er nicht die Möglichkeit, über eine Weiterverwendbarkeit der Immobilie nachzudenken, weil sie zwangsweise ganz und gar auf die Bedürfnisse des Verladers zugeschnitten ist.

Diese Problematik beleuchtete der aus Hamburg angereiste Ralph Müller zum Abschluss der Veranstaltung aus einer ganz anderen Perspektive. Der Director Fondsmanagement bei der GARBE Logistic AG konzipiert, plant, errichtet und verwaltet weltweit Logistikzentren und passt sie den Bedürfnissen von Nutzern und Beteiligungsgesellschaften gleichermaßen an. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn natürlich steht für den Investor das Interesse an einer positiven Rendite im Zentrum. Daher achtet er auf Mieterbonität und Werthaltigkeit in Bezug auf Bauzustand und Lage. Was ihn interessiert, ist, die Immobilie weiter zu veräußern oder weiter zu vermieten. Die Nähe zum Verlader ist für ihn zweitrangig. Ihm ist wichtig, dass am Ort der Immobilie auch in Zukunft Logistik stattfindet. Der Investor will eine vielseitig verwendbare Standardimmobilie, die ihm langfristige und regelmäßige hohe Ausschüttungen bringt. Der Nutzer hingegen will eine maßgeschneiderte individuelle Immobilie. Die Schnittmengen dieser konträren Interessen zu suchen und zu finden, ist die Aufgabe von Ralph Müller, von der er den Gästen des Unternehmergesprächs berichtete, bevor sie noch bis in den Abend hinein über neue Branchentrends und Erfahrungen miteinander diskutierten.

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