(openPR) Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen, Rechnen, Schreiben
Wörtlich übersetzt bedeutet Legasthenie Leseschwäche (Legere = Lesen; Asthenie = Schwäche). Über die Ursachen der Legasthenie streiten sich die Wissenschaftler. Wo die Mediziner reduzierte Leistungsfähigkeit in bestimmten Bereichen des Gehirns vermuten, glauben Psychologen und Pädagogen schulische Lernstörungen zu erkennen. Tatsächlich hat die Legasthenie vermutlich so viele verschiedene Ursachen wie es Legastheniker gibt. Wichtig zu bemerken ist allerdings, dass Legastheniker zumeist durchschnittlich oder gar überdurchschnittlich intelligent sind und dass die Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens mit Hilfe einer Förderung begrenzt oder gar beseitigt werden können.
Für betroffene Kinder haben die Schwierigkeiten im Erlernen der Schriftsprache oder des Rechnens auch die Auswirkungen, dass sie in anderen Unterrichtsfächern nicht folgen können. Sie werden von Lehrern und Mitschülern häufig zu Unrecht für weniger begabt gehalten, was nicht ohne Folgen auf das kindliche Selbstbewusstsein bleibt. Das Gefühl, trotz redlicher Bemühungen immer wieder zu scheitern, wirkt sich auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus. Manche Kinder neigen dazu, sich zu verstecken, um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen, andere versuchen, sich durch besonders auffälliges Verhalten Freunde unter ihren Mitschülern zu machen.
Durch diese Verhaltensweisen wirkt sich die Legasthenie bzw. auch die Dyskalkulie im Grunde genommen auf die gesamte Erlebniswelt des Kindes aus.
Erstklässler lernen heute nach verschiedenen Leselernmethoden das Lesen. Wird die synthetische Methode eingesetzt, bei der die Kinder das Wort Lautzeichen für Lautzeichen zusammenschleifen, fallen Lernschwierigkeiten zu einem früheren Zeitpunkt auf als bei der Ganzwortmethode oder einer Methode, die sich aus beiden Vorgehensweisen zusammensetzt. Die analytische Ganzwortmethode geht von ganzen Wörtern aus und führt durch Aufgliederung dieser Ganzheiten zur Erfassung der einzelnen Lautzeichen.
Synthetisch unterrichtete Schüler kann man schon zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien mit der Aufgabe prüfen, aus zwei Lauten eine Silbe zu erlesen. Schüler, die nach anderen Methoden unterrichtet werden, sollten bis zur Mitte des Schuljahres in der Lage sein, aus Buchstabenkarten z.B. (R), (T), (O) die Wörter Rot und Tor aufzubauen.
Zu Beginn der zweiten Klasse und später zeigen sich bei Legasthenikern oft Leseunlust, ein langsameres Lesetempo und ungenaues Lesen, was dem Kind oft als Flüchtigkeitsfehler vorgeworfen wird. Zwangsläufig aber führen die leichteren und schwereren Leselernprobleme zu Rechtschreibschwierigkeiten.
Bei jüngeren Legasthenikern findet man häufig die Verwechslung ähnlich klingender Laute, wie o-u, e-i, s-ß-sch-z. Diese Fehler gelten als Anzeichen einer Hörverarbeitungsschwäche.
In anderen Fällen kommt das Vertauschen von Buchstaben wie b-d-g, a-o und das Vertauschen von Reihenfolgen (Korne statt Krone) vor. Diese Fehler deuten auf Unsicherheiten bei der Raumlage und beim Erfassen von Reihenfolgen hin.
Kurz und bündig
Eine Lesestörung zeigt sich u.a. durch folgende Auffälligkeiten:
Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text
niedrige Lesegeschwindigkeit
ungenaues Betonen des Textes
Wörter im Satz oder Buchstaben in den Wörtern werden vertauscht
Dabei wird der Text auch schlechter verstanden: Gelesenes kann schlechter wiedergegeben werden und Zusammenhänge werden nicht erkannt. Wird die Lesefähigkeit beurteilt, muss natürlich stets das Alter und der schulische Entwicklungsstand des Kindes berücksichtigt werden.
Die Rechtschreibstörung lässt sich nicht durch eine bestimmte Art von Fehlern erkennen. Wichtig ist also nicht, welche Art von Fehlern gemacht werden, sondern wie oft sie auftreten. Häufig sind jedoch folgende Probleme beim Schreiben:
Reversionen: innerhalb eines Wortes werden Buchstaben verdreht, besonders oft bei den Buchstabenpaaren "b-d" und "p-q".
Reihenfolgefehler: in einem Wort werden die Buchstaben umgestellt.
Einzelne Buchstaben oder Wortteile werden ausgelassen.
Falsche Buchstaben oder Wortteile werden eingefügt.
Regelfehler: Fehler in der Groß- und Kleinschreibung, Dehnungsfehler.
Wahrnehmungsfehler: ähnlich klingende Buchstaben werden verwechselt, z.B. "d-t" oder "g-k".
Fehlerinkonstanz: auch nach angestrengtem Üben wird dasselbe Wort immer wieder unterschiedlich falsch geschrieben.
Vor allem bei Diktaten und Aufsätzen treten diese Fehler auf. Das Abschreiben eines Textes kann fehlerlos gelingen. Auch können die Kinder die Wörter korrekt aussprechen und trotzdem falsch schreiben. Interessant ist, dass oft schon im Vorschulalter diese Kinder Schwierigkeiten hatten, das Alphabet aufzusagen, Buchstaben zu benennen, Laute zu unterscheiden und Wortreime zu bilden.
Rechenschwäche
Der Mathematikunterricht nimmt in der Schule eine besondere Stellung ein. Befragt man Schüler nach ihrem Lieblingsfach, so wird nur selten die Antwort: "Mathe!" lauten. Nur allzu oft "leiden" die Schüler, wenn sie mit ihrem "Angstfach" konfrontiert werden. Das Versagen des Kindes führt zu Resignation, wobei die Ursachen häufig auf Mängel in der eigenen Persönlichkeit zurückgeführt werden.
Lehrer und Eltern finden keinen Rat. Zweifel an der Willensbereitschaft des Kindes sind kritisch zu hinterfragen. Sicherlich kommt es häufig vor, dass rechenschwache Kinder nicht "mitarbeiten" wollen oder nicht können?
"Falsches" Üben ist ein negativer Verstärker, der die elterliche Geduld belastet und die Motivation des Kindes hemmt.
Eine Kettenreaktion nimmt ihren Lauf, da sich Wissenslücken und psychologische Barrieren in Defiziten verfestigen, die sich dann zu immer größeren Problemen auf den späteren Stufen der mathematischen Ausbildung auswachsen.
Die Schwierigkeit, diese Problematik einzugrenzen und zu definieren wird allein anhand der vielfältigen Begrifflichkeiten deutlich:
Akalkulie, Alexie für Zahlen, Anarithmasthenie, Anarithmetrie, Anarithmie, asemantische Aphasie, Dyskalkulie, dysgraphische Dyskalkulie, dyslektische Dyskalkulie, Dysmathematica, Entwicklungsdyskalkulie, Fingeragnosie, Gerstmann-Syndrom, graphische Dyskalkulie, ideognostische Dyskalkulie, Kalkulasthenie, Lernstörung im arithmetischen Verstehen, lexikalische Dyskalkulie, motorisch-verbale Dyskalkulie, poerationale Dyskalkulie, Parakalkulie, parietale Dyskalkulie, postläsionale Dyskalkulie, praktognostische Dyskalkulie, Pseudo-Akalkulie, Pseudo-Dyskalkulie, Pseudo-Oligokalkulie, räumliche Akalkulie, sekundäre Akalkulie, sekundäre Dyskalkulie, sekundäre Oligokalkulie, sekundäre Parakalkulie, sensorisch-verbale Dyskalkulie, verbale Dyskalkulie, visuelle Agnosie, Zahlen-Aphasie, Zahlenbildheit, Zahlendysgraphie, Zahlendyslexie, Zahlendyssymbolismus. (Radatz/Schipper, 1993,17)
Wenn Eltern beobachten, dass...
das Kind bei den Hausaufgaben übermäßig erschöpft wirkt,
das Kind bereits Erlerntes schnell vergisst und zunehmend orientierungslos wird,
das Kind grundsätzlich mit der Mathematik auf "Kriegsfuß" steht und mit Bauchschmerzen in den Mathematikunterricht geht,
... ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten
Förderkurse für rechenschwache Kinder
Das Zusammensein in Kleingruppen begünstigt die Ursachenforschung für die "Rechenschwäche". Typischen Fehlern kann entsprechend begegnet werden, Lösungen werden angeboten.
Die Förderungen des Rechenverständnisses und des logischen Denkens stehen hierbei im Vordergrund.
Spielerisch werden Zugänge zu den Aufgaben geboten.
Konzentrations- und Entspannungsübungen erleichtern das Lernen.
Weitere Informationen finden Sie unter anderem unter: http://www.sprungtuch.com













