(openPR) Wohnanlage mit 46 Appartements in ehemaligem Internat eröffnet/ Kaiserin-Augusta-Büste soll wieder aufgestellt werden
NAUENER VORSTADT - Unter Trommelwirbel ist das liebevoll sanierte Kaiserin-Augusta-Stift am Sonnabend nach zwei Jahren Bauzeit offiziell den Bewohnern übergeben worden. Mit der ehemaligen Internatsschülerin Helene Bredow zerschnitt Investor Franz-Wilhelm Prinz von Preußen das rote Band und ließ die zahlreichen Schaulustigen ein, während die Langen Kerls Salutschüsse abfeuerten. Eine „hoffentlich lange und friedvolle Zukunft“ wünschte Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preußen Grundbesitz AG, dem denkmalgeschützten Komplex und seinen Nutzern.
2005 hatte die Investorengesellschaft das knapp 10 000 Quadratmeter umfassende Areal am Neuen Garten erworben und in dem historischen Gemäuer 46 exklusive Eigentumswohnungen untergebracht, von denen nur noch vier auf Mieter warten. Zwischen 44 und 173 Quadratmeter groß sind die Luxusquartiere am Rande des Weltkulturerbes. Die Mieter, darunter Familien mit Kindern, richteten sich in den vergangenen Wochen schon ein, wovon viele Grünpflanzen vor den Fenster künden. Rund 14,5 Millionen Euro steckte die in Bonn ansässige Prinz von Preußen Grundbesitz AG in die Sanierung, sagte Tantzen gegenüber der MAZ.
Ursprünglich gründete Kaiserin Augusta 1872 in Berlin-Charlottenburg das Mädcheninternat, das 1902 in den burgartigen Neubau zwischen Leistikow- und Glumestraße umzog. Nach dem Zweiten Weltkrieg residierte hier der sowjetische Geheimdienst KGB. Seit dem Abzug der Russen 1994 stand das Stiftsgebäude leer. Von leidvoller Geschichte zeugt nur noch das in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche ehemalige KGB-Gefängnis in der Leistikowstraße1.
Schmerzliche Erfahrungen ganz anderer Art machte Helene Bredow im Stift, das 1931 als Kulisse für den Ufa-Streifen „Mädchen in Uniform“ diente. „Ich habe im Mathematikunterricht sehr gelitten“, sagte die 82-Jährige lächelnd, die 1944 „als durchschnittliche Schülerin“, wie selbst sagt, das Abitur ablegte. Lieber erinnert sich die alte Dame an die „sehr nette Gemeinschaft“ in der Klasse sowie den Sportunterricht. Im Internat musste die gebürtige Potsdamerin, die heute in der Nähe von Hamburg lebt, nie wohnen. Beim Tag des offenen Denkmals sah Helene Bredow das Stiftsgebäude nach Jahrzehnten wieder und traf auf Franz-Wilhelm Prinz von Preußen, der sie nach einer zweiten Begegnung zum Festakt einlud. Im September wollen sich einige ihrer ehemaligen Klassenkameradinnen den „wunderschön“ sanierten Bau ansehen. Bald soll die nach 1945 verschollene Büste der Kaiserin Augusta durch eine Kopie ersetzt und im Hauptgang aufgestellt werden, kündigte der Hohenzollern-Prinz an.
(07.04.2008, Maerkische Allgemeine, Ricarda Nowak)













