(openPR) „Herzfehler, Kriegsverletzungen, vereiterte Knochenbrüche - die Schicksale von Kindern aus Afghanistan sind oft bedrückend. In ihrer Heimat würden viele von ihnen nicht überleben. Nun sind 67 kleine Patienten von Kabul nach Deutschland gebracht worden, um dort operiert zu werden." So berichtete jüngst das angesehene Magazin „Stern" von dieser ergreifenden Situation - und erwähnte fast nur beiläufig: Die Operationen werden von Stiftungen zu wesentlichen Teilen mit finanziert.
Oestrich-Winkel (pro-fundus). Diese häufige Art der Vernachlässigung ist ein Umstand, der Stiftungs-Managerin Birgit Quiel keine Ruhe lässt. „Unabhängig von tagesaktuellen Nachrichten um vermeintlichen Missbrauch von möglichen ausländischen `Steuer-Schlupflöchern´: Das Stiftungswesen ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer humanitär geprägten Gemeinschaft", betont die ausgewiesene Expertin.
Und noch eines treibt sie um angesichts der aktuellen Diskussionen: „Wir müssen jetzt sehr genau Sorge tragen, dass der tatkräftige Goodwill, der sich in der Gründung und Tätigkeit von Stiftungen in ganz Deutschland ausdrückt, nicht grundlos in Verruf gerät!"
Denn gerade die gemeinnützigen Stiftungen fungieren heute als Impulsgeber für unsere Gesellschaft und sind deshalb für die Finanzierung von Vorhaben, die dem allgemeinen Wohl dienen, nicht mehr wegzudenken. „Fast immer haben wir es mit Unternehmerinnen und Unternehmern zu tun, die über ihren persönlichen Erfolg hinaus einfach nur Gutes tun wollen - fast immer ganz bescheiden, ohne sich selbst dabei in den Vordergrund zu rücken!"
Doch allein der gute Wille reicht nicht, gibt Birgit Quiel zu bedenken. „Schließlich muss gewährleistet sein, dass die vielzähligen organisatorischen und finanztechnischen Fragen im Sinne der Stifter und im Rahmen der geltenden Vorschriften absolut korrekt geregelt werden." Die professionelle Hilfe bei Gründung und Management hat sich genau deshalb in den letzten Jahren als geradezu unerlässlich erwiesen. „Eine ganz besondere Rolle spielt auch die richtige Organisation der Stiftung: Nur mit den richtigen Strukturen lassen sich die hoch gesteckten Ziele auch verwirklichen!"
Dabei sind der thematischen Vielfalt kaum Grenzen gesetzt: Kinder & Kultur, Senioren & Sport, Begabte & Bedürftige: Die Stiftungslandschaft lässt praktisch keine förderungswürdige Aufgabe unbeachtet. Nur mit diesem ausgeprägten Willen zur Stärkung des Gemeinwohls ist auch die Tatsache zu erklären, dass in Deutschland bereits seit vielen Jahren immer mehr Stiftungen gegründet werden: 34,5% der zurzeit rund 15.500 deutschen Stiftungen wurden erst in den Jahren 2000 - 2004 gegründet. 39,6% wurden in den 90er Jahren eingerichtet und nur 26 % zu einem früheren Zeitpunkt. Die Tendenz ist weiter steigend: 2006 gab es 899 rechtsfähige Stiftungsgründungen, in 2007 wurden bereits 1.100 „Neue" verzeichnet.
„Aus meiner Perspektive ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass unser gesellschaftliches Gleichgewicht in Takt ist", urteilt Quiel. „Besser Gestellte suchen und finden mit der Stiftungsgründung einen sinnvollen Weg, ein ganz besonderes Lebenswerk zu gestalten, das nachhaltig wirkt." Stiftungen haben zudem eine reiche Tradition: Seit über 1.000 Jahren gibt es sie in Deutschland.
Sicherlich liegt ein Grund für den Gründungsboom auch darin, dass die öffentlichen Kassen knapper werden und Stiftungen deshalb für die Finanzierung von Vorhaben, die dem allgemeinen Wohl dienen, kaum mehr wegzudenken sind. Seien es Museen und andere kulturelle Einrichtungen, oder ein Kindergarten oder ein Seniorenheim - sie alle wenden sich oft Hilfe suchend an die verschiedenen Stiftungen.
Genau hier liegt eine wesentliche Herausforderung für alle Stiftungs-Verantwortlichen: „Sie müssen den Stiftungszweck unmissverständlich formulieren und für die Einhaltung der jeweiligen Ziele einstehen", meint Quiel. „Eine Stiftung sollte immer auf der Basis der Mission und Vision in den Bereichen der Organisation, der Vermögensverwaltung, des Fundraising und der Kommunikation entwickelt werden."
Der Grund für die stetig steigende Popularität des Stiftungs-Modells liegt für die Managerin auf der Hand: „Es liegt in der Befugnis der jeweiligen Gründer, den Stiftungszweck exakt zu definieren und in der Satzung die dafür nötigen Schritte ganz klar einzuhalten." Damit werden beispielsweise auch übertriebene Verwaltungskosten oder dubiose Methoden zur Spendengewinnung von vornherein ausgeschlossen. „Genau dies ist die Stärke der Stiftungen: Sie lassen sich, wenn sie professionell eingerichtet und betreut werden, zielgenau und optimal auf den ursprünglichen Zweck gerichtet steuern - im Wortsinn!"
Fazit:
Nur durch ein wirkungsvolles Stiftungsmanagement können Stiftungen im Spannungsfeld zwischen Mission und Wirtschaftlichkeit bestehen und damit ihrem Stiftungszweck gerecht werden. Transparenz gehört zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren, denn diese schafft wiederum Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit auf Seiten von Gründern und Partnern gleichermaßen.
Zu den weiteren Erfolgsfaktoren gehören neben der Qualität und Intensität der Planung die Fokussierung auf geeignete Kooperationen und Netzwerke sowie ein sorgfältiger Aufbau der Stiftungsmarke. Vor allem aber ist der Grad der Orientierung auf Innovation, Flexibilität und Anspruchgruppenorientierung Ausschlag gebend. Je intensiver und offener der Dialog zwischen den verschiedenen Verantwortlichen und Partnern der Stiftung geführt wird, desto besser wird sich die positive gesellschaftliche Wirkung entfalten.







