(openPR) Seit dem 21. April läuft die Ausschreibungsfrist für den diesjährigen Innovationspreis, den der Landkreis und Mittelstandsverband von Oberhavel seit 1998 ausloben. Bis zum 30. Juni können sich Unternehmen und Einzelpersonen der Region wieder mit einfallsreichen Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren am Wettbewerb der innovativsten Ideen beteiligen.
Auch in diesem Jahr wird der Preis mit 4000 € dotiert, der dann im Oktober im Rahmen einer festlichen Kreistagssitzung an die Preisträger übergeben wird. Das verkündeten während eines Pressegespräches der Vorsitzende des Mittelstandsverbandes Oberhavel, Prof. Dr. Lothar Ebner, und der Geschäftsführer der Wirtschafts-, Innovations- und Tourismusförderung Oberhavel (WInTO), Dr. Thomas Jablonsky. Als Wertschätzung für Preisinhaber fand es erstmals direkt vor Ort statt beim zweimaligen Innovations-Preisträger KFL GmbH Löwenberg.
„Wir wünschen uns noch mehr Unternehmen, vor allem junge, die bereits die Teilnahme als Auszeichnung verstehen“, so Jablonsky. Für ihn, der ab 2008 die Jury als 11. Mitglied verstärkt, ist dieser Wettbewerb um innovative Höchstleistungen vor allem Standortmarketing. „Unternehmen werden anders wahrgenommen, anerkannt und beachtet. Wo immer es möglich ist, werben wir mit den Preisträgern mindestens ein Jahr lang kostenlos“, so der WInTO-Chef.
Wer sich um den Innovationspreis bewirbt, muss sich auch den Qualitätskriterien stellen, die u.a. die Marktfähigkeit und den wirtschaftlichen Effekt für die Region untersuchen. Das berechtigt wiederum den Preisträger, das Signet des Innovationspreises als Imagefaktor für eigene Präsentationen zu nutzen.
Dennoch steht der Preis nicht immer für späteren Erfolg. Wie schwierig und kostspielig die Einführung solcher Innovationen in den Markt ist, machte Dr. Karl-Ernst Kraack von der B.O.S. Keramik Velten GbR deutlich. Das Unternehmen entwickelte werkstofftechnische Lösungen für keramische Filtermembranen im eigenen Betriebslabor und gewann damit 2006 den Innovationspreis. Seine Träume gingen nicht auf, weil der sogenannte Innovations-Assistent, der nach abgeschlossener Ausbildung möglichst in Brandenburg bleiben soll und normalerweise förderfähig ist, kein Familienmitglied sein darf. „Vergessen hat die Landesregierung nur“, so Kraack, „dass die meisten kleineren Unternehmen Familienbetriebe sind, die sich Forschungs- und Entwicklungsarbeit gar nicht leisten können“. Diese Förderpraxis stünde aus seiner Sicht im krassen Widerspruch zu der Tatsache, dass der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft ist.
Gerade deshalb, so KFL-Chef Ulf-Peter Degebrodt, begrüßt er die Möglichkeit, dass Entwicklungsarbeit im Landkreis auf diese Weise gewürdigt wird. Während er mit dem ersten Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Schmachtenhagener Agrar und einem Berliner Institut vor zehn Jahren entwickelt worden war, in der Markteinführung ähnlich große Schwierigkeiten hatte wie die B.O.S. Keramik Velten, konnte er mit der 2007 ausgezeichneten „Elektromagnetischen Laststangenverriegelung für bühnentechnische Anlagen“ nur positive Erfahrungen machen. Hier entstand die Idee aus einem praktischen Problem, das potentielle Auftraggeber gelöst haben wollten. Das hat sich bereits innerhalb kurzer Zeit ausgezahlt, die KFL GmbH sei über Landkreisgrenzen bekannter geworden und auch die Mitarbeiter fühlen sich anerkannter und haben nun wieder stärker das Gefühl, dass sich innovative Lösungen, die nicht von der Stange kommen, wieder mehr lohnen.
Mit Blick auf die angesprochenen Probleme entfachte sich eine Diskussion um die restriktive Fördermittelvergabe-Praxis der Investitions- und Landesbank (ILB), die, mutmaßlich aufgrund der Fehlinvestitionen des Landes, die bürokratische Daumenschraube bis ins Unerträgliche angezogen hat. Das unterscheidet die Handlungsweise der ILB maßgeblich von anderen Bundesländern, so Ebner. In Brandenburg gibt es seit ca. zwei Jahren einen dicken, abschreckenden Forderungskatalog für Antragsteller, lange Wartezeiten mit unermüdlichen Nachforderungen und die große Macht der Banksachbearbeiter, die über Investitionen entscheiden. „Wir können nicht mehr tun“, so WInTO-Chef Jablonsky, „als diese Problematik immer wieder anzusprechen“.


















