(openPR) Viele Personalverantwortliche hinterfragen Bildungsangebote immer noch zu wenig oder mit oft kurz greifenden Fragestellungen. Das ist das Resümee der Ausstellererfahrungen auf dem BildungsExpertenstandes seminus auf der Stuttgarter Personalmesse PERSONAL2008 am 9. und 10. April, die 4.053 Besucher anzog. Die Beteiligten sprachen sonst einheitlich von einem vollen Messeerfolg.
Die bundesweite Weiterbildungsdatenbank seminus hatte acht Bildungsanbieter auf der PERSONAl2008 präsentiert: den REFA Bundesverband e.V Darmstadt, Dortmund, die BayTec Akademie, AEZ-Seminare & Consulting, BHS-Akademie Ltd., die GAB München - Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung GmbH, Berlitz, Resultance GmbH und die AK Training+Beratung GmbH. „Ziel war es, Anbieter zu zeigen, die erstens wichtige und begehrte Bildungsbereiche abdecken und zweitens eine exzellente Bildungsberatung bieten“, so Katrin Großmann, Projektleiterin bei seminus, die daneben auch einen Workshop zu Transparenz in der Qualitätssicherung von Weiterbildung hielt. In über 130 intensiven Gesprächen tauschten sich die Besucher mit den Ausstellern über ihren Handlungsdruck und ihre Visionen aus.
Besonders die Personaler und Geschäftsführer aus den Sparten Industrie, Elektrotechnik, IT und Dienstleistung hatten sich an den Expertenstand gewendet. Die Art und Weise, wie diese die Angebote hinterfragten, war nach Ansicht der Aussteller extrem heterogen. „Bei mir waren neben Interessenten für Marketing und Vertrieb auch Personaler da, die jetzt erst mit Personalarbeit beginnen. Diese sammelten erst einmal Informationen und wussten gar nicht recht, wie sie was hinterfragen sollen“, so Doris Schneider, Projektmanagerin der BayTech Akademie.
Bernhard Sept, Inhaber und Geschäftsführer der BHS-Akademie erlebte, dass von den 75% der Personaler, die er sprach, ein Drittel Profis waren. Sie hätten die üblichen Standardfragen zum Beispiel nach Firmenalter und Referenzen gestellt. Ungewöhnliche und individuelle Fragen - aus dem eigenen Bedarf heraus entwickelt - gab es nicht, so Sept. Er habe überhaupt bei den anderen Suchenden oft selbst ein Beratungsgespräch angestoßen, da diese nicht gewusst hätten, wie sie fragen sollten. Er führt dieses Manko an Auswahlexpertise darauf zurück, dass viele aus kleinen Unternehmen kamen und neben ihren Aufgaben noch zusätzlich Personalarbeit verantworteten.
Dass auf die Kompetenz und Ausstrahlung von Trainern oft geachtet wird, fiel auch Rudolf Waleczek, Produktmanager, Auditor und Trainer bei REFA auf, sowie Verena Zintel, Marketingleiterin bei AEZ. „Bei vielen Entscheidern spielt Sympathie und Antipathie ein riesiger Faktor. Das ist nicht professionell, aber auch in diesem Punkt konnten wir überzeugen“ resümiert Waleczek. Und Verena Zintel setzt hinzu: „Die Leute, die uns aussuchen, achten immer darauf, dass die Chemie stimmt. Im Geiste fragen sie sich, ob unsere Trainer zu ihren Mitarbeitern passen.“ Viele Besucher seien gezielt vorbereitet gewesen. Es hätte aber auch viele gegeben, die sich von einem Angebot erstmal überraschen lassen wollten.
Dagegen waren viele Personaler gegenüber Berlitz sehr kritisch, berichtet Achim Donsbach, Projektmanager der Berlitz Business Seminare: „Viele wussten nicht, dass wir neben Sprachen nun auch Business-Seminare anbieten. Daher sollten wir erklären, wie es dazu kommt und warum wir glauben, dafür eine Expertise zu haben. Dies zeigt, wie umsichtig die Personaler mit ihrer Verantwortung umgehen.“ Erstaunlich sei allerdings gewesen, dass Großunternehmen nach Seminaren fragten, von denen man annehmen sollte, dass sie längst als Standards in den Firmen verankert wären, so Donsbach.
Martin Brüggemann, Kundenberater bei der Resultance GmbH, hatte es ebenfalls mit kritischen Besuchern zu tun: „Viele wollten ein solide Ausbildungen für Projektmanagement und keine zwei- bis drei Tageskurse. Ihnen ist klar, dass diese Thematik nicht in ein paar Stunden abgehandelt werden kann. Dementsprechend hinterfragten sie unser Angebot, wenn auch nur mit den klassischen Fragen: Welche Referenzen gibt es? Seit wann gibt es die Firma? Mit welchen Trainern wird gearbeitet? Welche didaktische Kompetenz und Erfahrung haben die? Wie sehen die Abschlussquoten aus und wie wurden die Trainer bislang von den Teilnehmern beurteilt? Und welche Vorteile bringt eine Zertifizierung im Projektmanagement nach internationalem Standard?“
Besondere Erfahrungen hatte die GAB gemacht: „Wir waren mit dem Thema Ausbildung zum Berufspädagogen IHK vor Ort. Und trafen deswegen auf Ausbildungs- und Personalleiter. Diese schilderten uns ihren Handlungsdruck. Ihre wesentlichen Punkte sind, dass sie mit Hilfe ihrer Ausbildungskonzepte eine Selbstlernfähigkeit bei ihren Auszubildenden entwickeln wollen, die langfristig bleibt und wirkt“, so Josef Walter. Er beobachtete zudem, dass die Interessenten sich fragen, wie Softskills (Teamfähigkeit, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit, Kostenbewusstsein usw.) während einer Ausbildung vermittelt werden können. Insgesamt ohne damit weitere rein handwerkliche Einzelfertigkeiten zu trainieren. Die GAB setzt stattdessen auf Persönlichkeitsentwicklung. Ein weiteres Interesse der Besucher war der Punkt „Anerkennung“. Sie wünschten sich einen anerkannten Ausbilder-Abschluss.
Bei keinem Aussteller allerdings brachten die Personaler Checklisten oder Anforderungsbögen zum Gespräch mit. Auch inhaltlich hinterfragten nur wenige die Kompetenz.
„Wir haben vielen Besuchern an unserer Datenbank gezeigt, wie sie bei uns gezielt nach Weiterbildung suchen können und was mögliche Kriterien sind“, so Katrin Großmann von seminus. Der Zusammenschluss von seminus als Vermittlungsexperten und Anbietern mit exzellenter Bildungsberatung sei vom Publikum sehr gut angenommen worden. Man plane daher einen weiteren und größeren ExpertenStand auf der Kölner Zukunft Personal im September.







