(openPR) TERMINHINWEIS Das Lungentelefon der Evangelischen Lungenklinik Berlin berät am 23. April 2008 zu Lungenentzündungen. Es ist jeden Mittwoch von 13 bis 14 Uhr unter der Nummer 030-94 802-277 zu erreichen.
Lungenentzündung: Impfen schützt
Jeder Zweite trägt Pneumokokken-Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, auch gesunde Menschen. Die Erreger verbreiten sich über die Luft und können die Entzündung des Lungengewebes verursachen. In Westeuropa ist die Pneumonie die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit.
„Einer Lungenentzündung kann vorgebeugt werden“, sagt Professor Christian Grohé, Chefarzt der Pneumologie an der Evangelischen Lungenklinik Berlin: „Die Pneumokokken-Impfung und die Grippeimpfung schützen.“ Zwar werde nicht in jedem Fall der Ausbruch einer Pneumonie verhindert, doch der Verlauf der Erkrankung oft erheblich gemildert. Beide Impfungen sind Einmal-Impfungen. „Die eine ersetzt aber nicht die andere“, betont Professor Grohé. Für einen dauerhaften Schutz sollte die Grippeimpfung jährlich im Herbst, die Pneumokokken-Impfung alle vier bis sechs Jahre wiederholt werden.
Einzig eine Impfung schützt gefährdete Menschen mit geschwächtem Immunsystem effektiv. „In Berlin wird das Angebot der Pneumokokken-Impfung bisher zu wenig genutzt“, so Professor Grohé. 2007 wurden in der Evangelischen Lungenklinik Berlin 203 Menschen behandelt, die durch Pneumokokken-Erreger massiv erkrankten. Zwei Jahre zuvor waren es 177 Patienten.
„Oft kündigen keine typischen Krankheitszeichen die Infektion an. Die Erkrankung verläuft dann so schnell, dass keine Behandlung selbst mit Antibiotika-Therapie wirkt“, so Professor Grohé. Bei schweren Verläufen führt eine Lungenentzündung zu schwerwiegenden Problemen. So nehmen beispielsweise Betroffene bei einer respiratorischen Insuffizienz über das erkrankte Lungengewebe nicht mehr ausreichend Sauerstoff auf. Ein schwerer Sauerstoffmangel ist die Folge und die Behandlung muss im Beatmungszentrum oder auf der Intensivstation fortgesetzt werden.
Nach einer bewältigten Lungenentzündung bleibt das Risiko, erneut zu erkranken, bestehen. Sie immunisiert nur einen Erregertyp. Die Pneumokokken-Impfung schützt vor 23 verschiedenen Erregertypen, die rund 90 Prozent der schweren Erkrankungen verursachen.
Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut empfiehlt die Pneumokokken-Impfung:
- Menschen über 60 Jahre, da das Immunsystem mit dem Lebensalter schwächer wird,
- Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahr,
- Menschen mit Grunderkrankungen: Herz-Kreislauf, Asthma oder Bronchitis, Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen,
- Organtransplantierten, Menschen ohne Milz, HIV-Infizierten oder Leukämiepatienten.






