(openPR) Die Frage, ob ein Fußballer zum Star geboren werden kann oder nur ein "Produkt" harten Trainings ist, ist beinahe so alt wie der Fußball selbst. Und obwohl sie wahrscheinlich nie definitiv beantwortet werden kann, suchen Wissenschaftler unbeirrt weiter nach der definitiven Antwort…
Studien haben gezeigt, dass so unterschiedliche Spieler wie Ossie Ardiles, Sir Stanley Matthews und Paul "Gazza" Gascoigne eine Körpereigenschaft gemeinsam hatten: Ihre Ringfinger waren bedeutend länger als ihre Zeigefinger. Dies ist wissenschaftlich gesehen die Folge davon, dass bestimmte Jungen im Alter zwischen acht und 12 Wochen für Testosteron besonders empfänglich sind - und folglich körperlich stärker und in der Raumwahrnehmung sensibler werden und , na ja, auch längere Ringfinger bekommen könnten!
Zwar haben wir die biologischen Daten aus der Kindheit der im Castrol Performance Index vertretenen Spieler keiner Analyse unterzogen, doch ihren Geburtsdaten haben wir uns schon mit genauem Blick zugewendet. Und dabei kam heraus, dass alle September-, Oktober- oder Novembergeborenen mehr Chancen auf eine Fußballerkarriere zu haben scheinen als Kinder, die im Juni oder Juli geboren werden. Diese Spieler waren wahrscheinlich gleichzeitig die ältesten und, möglicherweise, stärksten Kinder ihres Jahrgangs und hatten somit mehr Erfolg dabei, die Aufmerksamkeit des Trainers auf sich zu lenken als die kleineren und jüngeren Kinder.
Auch in der englischen Premier League ist dieses Muster zu beobachten. Der Fußballstatistiker-Verband "Association of Football Staticians" untersuchte die Geburtsdaten von 1.779 Männern, die zwischen 1992 und 2005 als Profifußballer in der FA Premier League gespielt hatten. Dabei fand man heraus, dass 14,7 % im September, 12,9 % im Oktober und 12,6 % im November geboren wurden - zum Vergleich: die durchschnittliche Geburtenquote in Großbritannien liegt für jeden dieser Monate zwischen acht und neun Prozent.
"Kleines, dickes Müller"
Eine solche Folgerung steht jedoch im Widerspruch zur Karriere von Index-Stars wie Lukas Podolski und Wesley Sneijder - beides Sommerkinder. Dennoch bestätigen sechs der 16 besten Spieler im Index diese Theorie, darunter der italienische Stürmer Antonio di Natale und Deutschlands Torhüter Jens Lehmann (ein November-Kind).
Es dürfte klar sein, dass es sich hierbei nicht um eine exakte Wissenschaft handelt, und es tauchen in der Fußballgeschichte auch immer wieder Spieler auf, die erfolgreich wurden, obwohl nichts dafür sprach. Ryan Giggs galt als zu klein. Und der stämmige Gerd Müller galt so sehr als perfektes Anti-Beispiel eines Fußballerkörpers, dass sein erster Vereinstrainer ihm den Spitznamen "kleines dickes Müller" gab - was für ein Name für den größten deutschen Torjäger aller Zeiten…
Gen-Roulette
Auch die Gene können das Schicksal eines Fußballers mitentscheiden. Man denke nur einmal an das Beispiel der Familie Charlton in England oder der Maldinis in Italien. In manchen Fällen setzen sich die Gene um einige Ecken durch. Nehmen wir nur einmal Italiens Torwart Gianluigi Buffon, dessen Paraden in der Qualifikationsrunde der Azzurri ihm zu Platz 4 in der CPI-Rangliste der besten Torhüter verhalf: Sein Vater war Gewichtheber, seine Mutter Diskuswerferin, seine beiden Schwestern spielten Volleyball, ein Onkel war Torhüter und ein anderer Onkel Basketballer.
Die beiden Laudrup-Brüder aus Dänemark waren genetisch vielleicht sogar stärker dazu bestimmt, mit runden Objekten ihr Geld zu verdienen: Vater Finn spielte für Dänemark Fußball und ihre Mutter in der dänischen Auswahl Handball. (Michaels beiden Söhne Mads und Andreas spielen derzeit in der Jugendnationalmannschaft von Dänemark.)
Das funktioniert jedoch nicht immer. Stefan Beckenbauer liebte den Fußball so sehr, dass Deutschlands Trainer Helmut Schön zu seinem für seine Eleganz auf dem Platz berühmten Vater Franz sagte: "Der Junge ist fußballverrückt. Schade, dass du es nicht warst." Stefan trug den Wunsch und die Gene für eine Fußballerkarriere in sich, jedoch nicht die Begabung: Sein Karrierehöhepunkt beschränkte sich auf eine einzige Saison (1979/80) bei Aufsteiger Saarbrücken.
(http://euro2008.castrolindex.com/Stats.aspx?language=de&type=7)
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