(openPR) Am Thema Wetten führt kein Weg vorbei: Die Zeitungen sind voll von Berichten über den im Januar abgeschlossenen Staatsvertrag im Glücksspielwesen. Im Fernsehen läuft zum 174sten Mal die Sendung „Wetten, dass...“ und im Internet schießen die privaten Glücksspielanbieter wie Pilze aus dem Boden.
Doch woher kommt dieser plötzliche Boom? Und ist die Lust am Risiko wirklich so neu?
Ein Überblick über Ursprung und Entwicklung gibt Aufschluss über den weltweiten Trend der Sportwetten.
„Um eine Antwort schon einmal vorweg zu nehmen - das Wetten ist so alt wie die Menschheit selbst.“ Davon zeigt sich zumindest Michael März überzeugt. Er muss es wissen. Der 35-Jährige gilt als Experte zum Thema Wetten. Der geborene Österreicher bewegt sich seit über zehn Jahren in der Wettbranche und zählt zu den Pionieren der Internetwetten. „Schon immer forderten Menschen gerne das Schicksal heraus und trafen Vereinbarungen über zukünftige, nicht vorhersehbare Ereignisse“, glaubt März und schließt auch nicht aus, dass bereits unsere Vorfahren aus der Steinzeit Wetten abschlossen. „Vielleicht darauf, wer im Kampf gegen wilde Raubtiere gewinnt oder von der Jagd mit der mächtigsten Beute in die Höhle zurückkehrt, spekuliert der Direktor für Sportwetten beim Online-Dienstleister PartyBets.
Im asiatischen Raum sind Glücksspiele bereits seit über 2000 Jahren belegt. Und auch die Deutschen waren früh Anhänger des von Risiko und Zufall geprägten Spiels: Die Germanen waren dem so genannten Stäbchenziehen verfallen: ein Glücksspiel, bei dem sie sprichwörtlich Haus und Hof verwetteten. Wenn das gesamte Hab und Gut dann verspielt war, mussten sogar die Frauen als Wetteinsatz herhalten.
Mit den ersten sportlichen Wettkämpfen in der Antike war dann auch der Grundstein für den Aufstieg der Sportwetten gelegt.
„In Griechenland, dem Mutterland der olympischen Spiele, wurden bereits im Jahre 676 vor Christus Wetten abgeschlossen“, weiß März. Im Zuge der 23.Olympischen Spiele fanden in Griechenland erstmals Pferderennen statt, auf die man seine Tipps abgeben konnte. Scheinbar gehörten schon für die alten Griechen Pferdesport und Wetten untrennbar zusammen.
Die Römer der Antike waren ebenfalls Sportfans und begeisterte Wetter. Im Circus Maximus wurden an 240 Tagen im Jahr Wagenrennen veranstaltet. Außerdem fanden im Colosseum Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen statt, auf die Geld gesetzt werden konnte.
Ein genauer Ablauf des Wettgeschäftes und Regeln aus dieser Zeit sind zwar nicht überliefert, fest steht aber, dass die Wetten auf die Wagenrennen am beliebtesten waren.
Die reichen Leute verwetteten oft Vermögen auf ihren favorisierten Rennstall, die Armen mussten auf Spenden ihres Patrons zurückgreifen. Sogar römische Kaiser sollen begeisterte Spieler gewesen sein.
Eine zentrale Instanz, bei der die Wetten abgeschlossen werden konnten, gab es noch nicht. Spielschulden konnten auch damals nicht eingeklagt werden, da Glücksspiele eigentlich verboten waren. Nur sieben Tage im Jahr war das Glücksspiel im alten Rom erlaubt: Während der Saturnalien - die Woche, die wir heute als Karneval kennen und feiern.
Im dunklen Mittelalter gerieten die Sportwetten etwas in Vergessenheit. Stattdessen wurden Wetten auf das Leben und Sterben von Personen oder auf die Geburt von Jungen oder Mädchen geschlossen. Zwar galten diese als Glücksspiel und waren meist verboten. Aber noch heute sind uns die Weiterentwicklungen aus diesen Wetten bekannt: Handelsübereinkünfte und die Lebensversicherung haben ihren Ursprung in den Wetten des Mittelalters.
Das Heimatland der modernen Sportwetten ist England, wo schon seit dem 19. Jahrhundert Wetten auf Pferderennen geschlossen werden konnten. Ursprünglich wurden die Pferderennen organisiert, um die Leistung der verschiedenen Rennpferde zu vergleichen. Die Wetten wurden zunächst nur angeboten, um die Rennen zu finanzieren. „Richtig spannend wurde es im Bereich Wetten 1865, als in Paris der erste Totalisator in Betrieb genommen wurde“, erzählt März. Seitdem bietet die Totalisatorwette eine echte Alternative zur bis dahin vorherrschenden Buchmacherwette.
„Die Totalisatorwetten funktionieren ähnlich wie die Online-Wetten bei den verschiedenen Wettbörsen“, erklärt März die Besonderheit der damals neuen Wettmethode. Es gebe keine fest vorgegebene Quote, sondern die Teilnehmer wetten gegeneinander. Ähnlich wie bei einer Börse werden die Quoten durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
Anders funktionieren Wetten bei Online-Wettanbietern. Ein Team von Buchmachern ist verantwortlich für die Festsetzung der Wettquoten bei PartyBets. „Wir legen für jedes Ereignis eine bestimmten Quote fest“, erklärt März den Prozess, der von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Der Wetter selbst kann die Quote nicht beeinflussen, aber die Quoten einer Wette können variieren, sobald sich die Voraussetzungen für ein Ereignis ändern. „Sollte ein wichtiger Spieler eines Teams vor einem bedeutenden Match ausfallen, so müssen die Preise angepasst werden“, erklärt März notwendige Korrekturen.
Auch der so genannte Fußballtoto kommt ursprünglich aus England. 1921 kam die Fußballwette dann von dort nach Deutschland und startete ihren Erfolgskurs. In der Anfangszeit diente der Wettmarkt vor allem dazu, den durch den Krieg schwer geschädigten Fußball zu finanzieren.
Fußball ist heute der mit Abstand beliebteste Sport in Deutschland. Und das spiegelt sich nicht nur in den Mitgliederzahlen der Fußballvereine und den Einschaltquoten bei Fußballspielen nieder. Auch in Sachen Wetten ist der Fußball weit vorne. „Zwischen 75 und 80 Prozent der in Deutschland getätigten Wetten entfallen auf Fußball“, weiß März, der jede Woche unzählige Wetten für den Lieblingssport der Deutschen erstellt. Egal ob Kreisklasse, Bundesliga oder Weltmeisterschaft, auf nahezu jedes Fußballspiel kann gewettet werden.
Mit der Entwicklung der neuen Technologie des Internets veränderte sich auch der Wettmarkt. Um seine Wetten abzuschließen, muss man heute nicht mehr selbst zum Buchmacher gehen, sondern kann alles bequem von zu Hause aus am Computer machen.
Die Nachfrage wächst und somit auch das Angebot der immer zahlreicher werdenden Online-Wettanbieter. Der Wetter von heute kann auf alle nur denkbaren Ligen und Sportarten wetten, sogar Exoten wie Uni-Hockey oder Bandy sind dabei.
Doch bei Sportwetten ist noch längst nicht Schluss. Auf nahezu alle politischen oder gesellschaftlichen Ereignisse kann man seine Tipps abgeben. Ob man auf den Namen des nächsten amerikanischen Präsidenten oder den Ort der ersten Begegnung mit Außerirdischen wetten will, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.






