(openPR) Luca Toni ist Europas heißester Stürmer – jedenfalls dem Castrol Performance Index zufolge. Aber wie hat er das eigentlich genau geschafft…?
Wenn man sich die besten Torschützen der Qualifikationsrunde zur Euro 2008 mal dem Namen nach anschaut, ist Luca Toni in den Top 10 nicht zu finden. Auch Tonis italienischer Mannschaftskollege Antonio di Natale ist nicht aufgeführt. Die beiden Italiener sind im Castrol Performance Index jedoch jeweils auf dem ersten bzw. dritten Rang: Toni, der für Bayern München spielt, hat unglaubliche 4058 Punkte und Udine-Stürmer Natale hat sich insgesamt 2885 Punkt erarbeitet.
Von den Spielern, die an der diesjährigen Endrunde der EM 2008 teilnehmen, waren Polens Ebu Smolarek (neun Tore) auf Rang 1 und Deutschlands Lukas Podolski (acht Tore) auf Rang 2 die beiden bestplatzierten Torschützen der Qualifikationsrunde. Doch in den Ranglisten des Castrol Performance Index bleiben beide weit hinter Toni zurück. Wieso ist das so? Der CPI ist ein komplexes System, das bei der Berechnung der Ranglisten und Punkte nicht nur Tore und Torvorlagen alleine berücksichtigt. Vielmehr ermittelt der CPI die Torwahrscheinlichkeit in einer bestimmten Situation und vergibt Punkte für schwierigere Tore und effektives Zusammenspiel der Mannschaft.
Wuselnde Abstauber kontra aufregende Weitschüsse
Manche Stürmer, wie der niederländische Torjäger Ruud van Nistelrooy, gelten als Abstauber. Bei Manchester United erzielte er die Mehrzahl seiner Tore, wie es für die Premier League allgemein üblich ist, im Strafraum. In der La Liga hingegen muss selbst der kaltschnäuzigste Stürmer viel früher Ballbesitz erlangen, und tatsächlich: Seit seinem Wechsel zu Real Madrid schießt der Holländer plötzlich Tore aus allen Lagen. Ein solcher Wandel ist genau das richtige Futter für den Castrol Performance Index, der nicht nur Tore beurteilt, sondern auch, wie hoch die Wahrscheinlichkeit war, das jeweilige Tor zu erzielen. Von wo wurde es erzielt? In welchem Bereich des Tores fiel das Tor? Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass der Torhüter halten würde? Jedes Element, jeder Aspekt wird berücksichtigt und die Punkte anschließend entsprechend vergeben. Dabei sind schwierigere Tore auch mehr CPI-Punkte wert.
Das Tor, dem Toni ganze 936 Punkte zu verdanken hatte, demonstriert auf eindrucksvolle Weise, wie das System funktioniert. Im Spiel gegen Schottland traf der Italiener nach einem hohen Freistoß mit dem Kopf ins Tor. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Ball bei Toni landen würde und der anschließend die gegnerischen Manndecker ausspielen und ins lange Eck treffen würde, war äußert gering und daher war die Anzahl der vergebenen Punkte auch so hoch. Wenn man das nun mit seinem zweiten Treffer im selben Spiel (ebenfalls ein Kopfballtor) vergleicht, kam der Schuss aus einem weiteren Winkel, so dass auch die Wahrscheinlichkeit höher lag, dass der Ball das gewünschte Ziel erreichen würde. Toni stand außerdem frei und konnte so ungestört aus nächster Nähe schießen. Er führte den Ball außerdem näher zur Tormitte heran. Ergebnis: 613 Punkte.
Lukas und das Losglück
Podolski, der mit 2274 Punkten im CPI-Ranking einen bescheidenen fünften Platz einnimmt, erzielte zwei seiner acht Qualifikationstore gegen die Slowakei, die als schwacher Gegner gilt: Folglich wurden an Podolski weniger Punkte vergeben als er gegen eine etwas stärkere Mannschaft bekommen hätte. Darüber hinaus resultierte einer der beiden deutschen Treffer aus einem Rückpass vom linken Flügel, den er im Strafraum verwandelte, als der den Torwart tunnelte: Ein Tor aus nächster Nähe, zu dem der gegnerische Torwart auch einiges beigetragen hatte - folglich nur 560 Punkte.
Jedes Tor ist wichtig, sagt man im Fußball. Doch was die CPI-Rangliste betrifft, sind einige Tore einfach (ge-)wichtiger als andere...
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