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Familie als Beruf

18.03.200817:14 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
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Familie als Beruf
Familie als Beruf

(openPR) Frankfurt, 18. März 2008 - Mit seinem Buch "Familie als Beruf" hat Peter Mersch seine verschiedenen familienpolitischen Publikationen zu einer Management-Summary zusammenfasst.

Darin zeigt er in aller Deutlichkeit, dass die bislang in der Öffentlichkeit diskutierten oder bereits eingeführten familien- und bevölkerungspolitischen Maßnahmen die prekäre Nachwuchssituation moderner Gesellschaften auch nicht ansatzweise werden lösen können.



Das große Problem unserer Familie ist, dass sie als ökonomisch autarke Einheit definiert ist. Anders gesagt: sie muss sich in unserer Gesellschaft im Wesentlichen selbst finanzieren. So etwas war zwar unter patriarchalischen Verhältnissen noch möglich, weil eine steigende Kinderzahl dann keinen negativen Einfluss auf das Familieneinkommen hatte, unter der Gleichberechtigung der Geschlechter haben sich jedoch die Verhältnisse nun grundlegend geändert. Wenn allgemein beide Elternteile arbeiten gehen, dann erhöht sich mit jedem weiteren Kind der Umfang der Familienarbeit, was automatisch eine Reduzierung des für berufliche Tätigkeiten zur Verfügung stehenden zeitlichen Potenzials zur Folge hat. Mit andern Worten: Die Kosten einer Familie steigen mit der Zahl ihrer Kinder, während gleichzeitig ihr Einkommen sinkt.

Die Folge ist: Größere Familien entstehen unter der Gleichberechtigung der Geschlechter bevorzugt dort, wo Familien ohnehin bereits wesentlich von staatlichen Transferleistungen leben, nämlich in sozial schwachen Schichten. Genau dieser Effekt ist in Deutschland schon seit vielen Jahren zu beobachten.

Peter Mersch: "Soll es in Zukunft noch so etwas wie eine europäische Kultur geben, dann muss das in unserer Gesellschaft für alle Familiengrößen geltende Dogma der ökonomisch autarken Familie endlich fallen. Größere Familien benötigen unter den heutigen Bedingungen keine Vereinbarkeitsmaßnahmen, keine Krippen, keine Steuererleichterungen, keine temporären Erziehungsgehälter, keine Wertedebatten, sondern neben guten Erziehungskompetenzen vor allem ein Einkommen für die geleistete Erziehungsarbeit.

Bei der zunehmenden Verarmung unserer Kinder in Kombination mit den gleichzeitig feststellbar zurückgehenden Bildungskompetenzen handelt es sich in erster Linie nicht um einen Seiteneffekt der aktuellen ökonomischen Verhältnisse, sondern um die Folge einer unzureichend umgesetzten weiblichen Emanzipation. Man hat dabei nämlich schlicht und ergreifend vergessen, auch die familienorientierten Frauen zu emanzipieren.

Erschwerend kommt die seit vielen Jahren völlig unsachlich geführte öffentliche Debatte zur Familiensituation hinzu. Wenn 1+1=2 ist, dann muss man das auch öffentlich sagen dürfen, und zwar selbst dann, wenn dies einigen einflussreichen Interessengruppen nicht schmeckt. Leider war das in den letzten Jahren nicht möglich."

Aus dem Inhalt:

In modernen, der Gleichberechtigung der Geschlechter unterliegenden Gesellschaften gilt allgemein die Vorstellung, sowohl Männer als auch Frauen sollten im Regelfall einer Erwerbsarbeit nachgehen und sich eventuelle Familienarbeiten dann paritätisch teilen. Staat und auch Unternehmen sollten gleichzeitig für eine möglichst optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf und einen angemessenen Familienlastenausgleich sorgen.

Peter Mersch zeigt dagegen: So etwas ist nicht möglich. Solche Gesellschaften würden das Prinzip der Generationengerechtigkeit verletzen. In der Folge dürften sie sukzessive alle ihre Kompetenzen verlieren und schließlich verarmen. Empirische Daten scheinen zu belegen, dass dieser Prozess in den entwickelten Ländern längst begonnen hat. Herkömmliche familienpolitische Maßnahmen - zum Beispiel die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - werden dagegen nichts ausrichten können.

Der Autor schlägt vor, die Nachwuchsarbeit als gesellschaftliche Kollektivaufgabe zu verstehen, an der sich alle leistungsfähigen Bürger anteilsmäßig zu beteiligen haben, entweder durch Aufziehen eigener Kinder oder in Form von Abgaben. Die Höhe der von Kinderlosen steuerlich abzuführenden Beträge könnte sich an den Regelungen des Unterhaltsrechts orientieren. Mit den zusätzlichen steuerlichen Einnahmen könnte dann ein neuer Beruf finanziert werden, der es entsprechend qualifizierten Frauen und eventuell auch Männern erlauben würde, aus Familienarbeit mit eigenen Kindern ein Einkommen zu generieren.

Bereits in naher Zukunft wird die Beherrschung der Bevölkerungsentwicklung zu den unerlässlichen Kompetenzen der Menschheit zählen müssen. Die zu niedrigen Geburtenraten der entwickelten Nationen sind dafür von Vorteil, denn das vom Autor beschriebene, in allen Ländern ganz ähnlich implementierbare Verfahren erlaubt die zielgenaue Erhöhung von Geburtenzahlen, das heißt, eine präzise und gegebenenfalls international abstimmbare Bevölkerungsplanung, und zwar ohne dabei in Persönlichkeitsrechte einzugreifen. Dies ist mit keiner anderen bislang vorgeschlagenen bevölkerungspolitischen Maßnahme möglich.

Norderstedt, Books on Demand, Januar 2008, 978-3-8370-0619-3, 120 Seiten, 12,80 EUR

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