(openPR) Die deutschen Apotheken am Vorabend des Fremdbesitzes!
Warten auf Luxemburg. So lautet derzeit das Motto im Apothekenmarkt. Voraussichtlich Ende 2008/Anfang 2009 wird der Europäische Gerichtshof auf ein Vorabentscheidungsersuchen des Verwaltungsgerichts des Saarlandes hin entscheiden, ob das deutsche Fremdbesitzverbot mit der europäischen Niederlassungsfreiheit vereinbar ist oder nicht.
Bringt der EuGH das Fremdbesitzverbot zu Fall - wovon viele Beobachter ausgehen - ist damit einer der letzten in Deutschland noch abgeschotteten Miliardenmärkte geknackt. Die Konsequenzen sind klar: Kommt der Fremdbesitz, gehen viele Apotheken. Diverse finanzstarke Akteure innerhalb und außerhalb des Pharmamarktes stehen schon bereit, um landesweite Apothekenketten zu etablieren. Auf das damit verbundene race to the bottom, was die OTC-Preise anbelangt, werden sich die wenigsten der heute noch inhabergeführten Apotheken einlassen können.
Gebot der Stunde für jeden Apotheker ist es daher, sich schon jetzt für den Fall der Fälle zu positionieren. Keine leichte Aufgabe, zumal derzeit nur spekuliert werden kann, in wie weit der Fall des Fremdbesitzverbotes einen rechtlichen Dominoeffekt auslösen würde. Zumindest unmittelbar würde eine vom EuGH ausgesprochene Unvereinbarkeit des Fremdbesitzverbots mit dem Gemeinschaftsrecht jedenfalls nur grenzüberschreitenden Investoren zugute kommen. Die damit verbundene Diskriminierung inländischer Apotheken wird sich der deutsche Gesetzgeber allerdings kaum leisten können. Aber auch darüber hinaus stellen sich viele Fragen. Wird einer Freigabe des Apothekenmarktes für Berufsfremde und Kapitalgesellschaften auch eine Liberalisierung des übrigen Apothekenrechts folgen, insbesondere was die engen Vorgaben der ApoBetrO und des Standesrechts anbelangt? Drohen im Gegenzug Einschränkungen beim Arzneimittelversand? Fällt die Preisbindung auch für RX-Präparate?
Solche und weitere Überlegungen hat jeder Apotheker schon heute anzustellen, will er gegen Apotheken-Discounter von morgen wettbewerbsfähig bleiben. Und für alle Konzepte, für die bereits heute Geld in die Hand genommen wird, gilt im Idealfall: sie sollten auch dann tragfähig sein, wenn das Fremdbesitzverbot vor dem EuGH "hält". Weitsicht ist also gefragt bei Apotheken. Bis nach Luxemburg. Und darüber hinaus.
Wir veranstalten zu dieser Thematik am 24. April 2008 in München ein Seminar - zusammen mit unserem Partner Health Basics GmbH & Co. KG.
Weitere Information erhalten Sie hier:
http://www.juravendis.de













